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Freitag, 28. September 2001 NABU kritisiert widersprüchliche Entsorgungspolitik (CS) Anlässlich des heute beginnenden Atommüll-Endlager-Workshops der Bundesregierung in Mörfelden hat der NABU die Widersprüchlichkeit der rot-grünen Entsorgungspolitik kritisiert. "Man kann nicht ein Expertengremium berufen und behaupten, man mache jetzt alles besser und prüfe sehr sorgfältig, und gleichzeitig ein Endlager genehmigen", sagte NABU-Atomexperte Frank Musiol im Hinblick auf die im Atomkonsens "versprochene" Genehmigung von Schacht Konrad. Damit drohe der AK End zu einer Alibiveranstaltung zu verkommen.
Die Bundesregierung könne sich bei diesem Vorgang auch nicht mit der Entschädigungsfrage herausreden, schließlich sei rein rechtlich die unbestrittene Überdimensionierung des Bergwerks als Versagungsgrund bereits ausreichend. Auch sonst komme Schacht Konrad keinesfalls für die Aufnahme von hochaktivem Müll in Frage. Der NABU kündigte daher an, die konstruktive Zusammenarbeit bei der Endlagersuche aufzukündigen, sollten mit der Genehmigung von Konrad Fakten geschaffen werden.
Dem AK End selbst bescheinigte der NABU im wesentlichen ordentliche Arbeit, deren Sinn jedoch unklar bleibe. "Mit vielem, was im Zwischenbericht des Arbeitskreises steht, sind wir völlig einverstanden. Die Frage ist nur: wen scheren am Ende die Empfehlungen?", so Atomexperte Musiol. Der NABU appellierte an die beteiligten Wissenschaftler, verbindliche Konsequenzen aus ihrer Arbeit weitaus stärker als bislang einzufordern.
Quelle/Text: NABU
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Freitag, 28. September 2001 NABU kürt Haussperling zum "Vogel des Jahres 2002" (CS) Der Naturschutzbund NABU hat heute den Haussperling als "Vogel des Jahres 2002" vorgestellt. Mit dieser Wahl lenkt der NABU die Aufmerksamkeit auf einen Vogel, der den Menschen als so genannter Kulturfolger seit über 10.000 Jahren begleitet, heutzutage aber dennoch kaum beachtet wird. "Es ist fast unbemerkt geblieben, dass der Haussperling in den letzten Jahren vielerorts verschwunden ist", sagte NABU-Vizepräsident Helmut Opitz. Auch wenn der Haussperling viel seltener als andere Singvögel Objekt wissenschaftlicher Untersuchung gewesen ist, lässt sich folgendes festhalten: Nach einem Massenauftreten zu Beginn des letzten Jahrhunderts und starker Verfolgung bis in die 50er Jahre beobachten Fachleute seit einigen Jahren einen deutlichen Rückgang der Vorkommen.
In Einzelgehöften oder Dörfern, in Siedlungen oder großen Städten: Der Spatz, wie der Haussperling auch landläufig genannt wird, lebt in unmittelbarer Nachbarschaft des Menschen. "Der Haussperling ist von allen Veränderungen im Siedlungsbereich direkt betroffen. Sanierte Gebäude ohne Nischen und Spalten für Brutplätze, versiegelte Flächen und ein verringertes Nahrungsangebot machen ihm das Leben schwer", sagte Opitz. An diesen Punkten setzt auch die soeben gestartete NABU-Kampagne "Nachbar Natur. Ökologische Konzepte für Städte und Dörfer" an. Opitz: "Was zum Schutz des Haussperlings unternommen wird, kommt auch Mensch und Natur zugute."
Die Möglichkeiten, dem Haussperling und anderen Vögeln das Leben zu erleichtern, seien so leicht wie vielfältig, so der NABU. "Wer in seinem Garten auf Gift verzichtet und ihn möglichst abwechslungsreich mit heimischen Pflanzen bestückt, leistet einen Beitrag zu einem reichhaltigem und natürlichem Nahrungsangebot für Spatzen und andere Vögel", erklärte Opitz. Aber auch bei Baumaßnahmen in Städten und Dörfern kann mit wenig Aufwand Platz für Tiere wie den Haussperling erhalten werden. Auch moderne oder sanierte Bauten sollten Nischen für Tiere berücksichtigen oder durch begrünte Fassaden aufgewertet werden.
Quelle/Text: NABU
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Donnerstag, 27. September 2001 BUND fordert: Atomgesetznovelle stoppen! (CS) Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Fraktionen des Deutschen Bundestages aufgefordert, die Beratungen zur Atomgesetznovelle zu stoppen. Angesichts der veränderten Bedrohungslage durch mögliche Terrorangriffe müsse der Gesetzgeber den Warnungen der Reaktorsicherheitskommission folgen und das sofortige Abschalten der deutschen Atomkraftwerke durchsetzen. Nachdem selbst Bundesumweltminister Jürgen Trittin die neue Gefahr durch Anschläge eingeräumt habe, sei ein Atomgesetz, das den Weiterbetrieb dieser Anlagen noch mindestens 20 Jahre erlaube, inakzeptabel.
Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND-Bundesvorstands: "Das zur Beratung anstehende Atomgesetz basiert auf dem sicherheitspolitischen Stand von gestern. Angesichts bislang unterschätzter Bedrohungen durch Anschläge auf Atomanlagen darf der deutsche Bundestag nicht zur Tagesordnung übergehen und ein Gesetz verabschieden, dass die Risiken von Terroranschlägen ignoriert und weitere Laufzeiten von zwanzig Jahren für Atomkraftwerke zulässt. Regierung und Parlament brauchen eine Neubewertung des Gefährungspotentials durch Atomanlagen und müssen schnell entsprechende politische Entscheidungen fällen."
Ein Ausstieg aus der Atomenergie ist nach Ansicht des BUND innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums möglich. Energieeinsparung, Alternativenergien und konventionelle Ersatzkapazitäten könnten den Anteil des Atomstroms bei der Energieversorgung ersetzen.
Quelle/Text: BUND e.V.
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Donnerstag, 27. September 2001 Atomausstieg im Schneckentempo: Greenpeace fordert Bundestag zur Ablehnung der Atom-Novelle auf (CS) Anläßlich der heutigen Bundestagsdebatte über die Novellierung des Atomgesetzes erklärt Veit Bürger, Energie-Experte von Greenpeace: "Der vorliegende Gesetzentwurf zum Atomausstieg, auf den sich die Bundesregierung und die großen Stromkonzernen ohne vorherige Konsultation des Bundestages verständigt haben, steht in eklatantem Widerspruch zu den rot-grünen Wahlversprechen eines schnellstmöglichen Atomausstiegs. Greenpeace fordert die Regierungsfraktionen daher auf, das Gesetz in der vorliegenden Fassung nicht zu verabschieden. Vor drei Jahren hatten SPD und Bündnis 90/Die Grünen versprochen, die deutschen Atomkraftwerke zügig abzuschalten, wegen zu großer Risiken für Mensch und Umwelt. Jetzt aber soll der letzte Atomreaktor in Deutschland erst in einem Vierteljahrhundert vom Netz gehen. In den nächsten neun Jahren sollen gerade einmal vier der 19 deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Das ist ein Atomausstieg im Schneckentempo. Der Ausstiegsfahrplan wird den großen Risiken, die mit dem Betrieb von Atomreaktoren verbunden sind, in keiner Weise gerecht. Restlaufzeiten von 25 Jahren, wie innerhalb des Atomkonsenses vereinbart, orientieren sich ausschließlich an den wirtschaftlichen Interessen der Kraftwerksbetreiber. Diese dürfen ihre Reaktoren solange weiterlaufen lassen, bis mit ihnen kein Geld mehr zu verdienen ist. Auch ohne Atomkonsens würde sich der Betrieb der Reaktoren für die Industrie aufgrund teurer Nachrüstungsinvestitionen und des immer härteren Wettbewerbs im geöffneten Strommarkt voraussichtlich nicht länger als zehn bis zwanzig weitere Jahre rechnen. Die Kraftwerksbetreiber sollen weitere vier Jahre ihren hoch radioaktiven Atommüll zur sogenannten Wiederaufarbeitung in die Plutoniumfabriken nach Frankreich und Großbritannien transportieren dürfen. Und dies, obwohl die beiden Anlagen soviel radioaktive Substanzen in die Umwelt leiten, dass sie in Deutschland aus Strahlenschutzgründen keinerlei Chance auf Genehmigung hätten. Die vorliegende Gesetzesvorlage enthält außerdem kein Verbot von Atommüll-Exporten ins Ausland, obwohl die rot-grüne Regierung immer behauptet, gegen die Abschiebung von Atommüll zum Beispiel nach Rußland zu sein. Dies ist ein weiteres schweres Defizit der Atom-Novelle. Ein Atomgesetz, das zu einer zügigeren Stilllegung der 19 deutschen Atomkraftwerke führen würde, müsste auf folgenden Säulen stehen: Höchste Sicherheitsstandards während der Restlaufzeiten, ein sofortiges Verbot der Wiederaufarbeitung, ein generelles Exportverbot für Atommüll, ausreichende Haftpflichtversicherung gegen Atomunfälle sowie ein unabhängig verwalteter Fonds für die Milliardenrückstellungen der Atomindustrie."
Quelle/Text: Greenpeace
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Donnerstag, 27. September 2001 Greenpeace findet Antibiotika in Puten (CS) Auch Behörden warnen: Massentierhaltung braucht zu viele Medikamente
Greenpeace hat einen neuen Beweis dafür gefunden, dass Puten in der Massentierhaltung routinemäßig Medikamente erhalten, insbesondere Antibiotika. Die Umweltorganisation hat 19 Putenschenkel untersuchen lassen, die in Supermärkten in Hamburg, Hannover und Göttingen gekauft wurden. In 14 Knochen wurden Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline entdeckt. Auf einer Pressekonferenz in Hannover legt Greenpeace heute Fotos vor, auf denen die Ablagerung der Antibiotika in den Knochen zu sehen ist. Die untersuchten Putenschenkel stammen unter anderen von der Firma Heidemark aus Garrel (Niedersachsen), von der auch Unilever für seine Marke "Du darfst" Fleisch bezieht.
"Hinter jeder Spur von Tetracyclin in einem Putenknochen verbirgt sich ein breiter Einsatz von Antibiotika, bei dem mehrere Tausend Tiere gleichzeitig behandelt werden", sagt Greenpeace-Sprecherin Barbara Kamradt. "Puten werden mit Antibiotika vollgepumpt, damit sie die Massentierhaltung überhaupt durchstehen. Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Medikamente auch im Endprodukt zu finden sind. Sie landen beim Verbraucher auf dem Teller."
Puten aus Massentierhaltung bekommen in den letzten drei Wochen keine Antibiotika mehr, weil diese sonst im Fleisch nachweisbar wären. Tetracycline lagern sich aber in den Knochen ab. Über zwei Drittel der Puten, deren Knochen untersucht wurden, erhielten mindestens einmal Tetracycline. In einem Knochen hatten sich sogar zwei verschiedene Antibiotika angereichert.
Der Antibiotikaeinsatz in der Massentierhaltung stellt für den Menschen ein großes Problem dar, da immer mehr Krankheitserreger resistent werden. Auf die Zunahme von Resistenzen bei Bakterien als Folge eines übermäßigen Einsatzes antimikrobiell wirksamer Substanzen in der Nutztierproduktion weist auch das Berliner Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) seit Jahren hin. Der Leiter des Nationalen Referenzlabors für Salmonellen im BgVV, Dr. Helmuth, betont auf der Pressekonferenz: "Resistente Bakterien aus den Ställen können über die Nahrung auf den Menschen übertragen werden. Besorgnis erregend ist vor allem der beginnende Anstieg von Resistenzen gegen neue Antibiotika wie die Fluorchinolone, die in der Humanmedizin eine sehr wichtige Rolle spielen. Das erschwert die Behandlung von schweren Erkrankungen. Im New England Journal of Medicine wurde sogar über zwei Todesfälle nach Therapieversagern berichtet."
"Knapp 4000 Tonnen Antibiotika werden jährlich in der EU zu angeblich therapeutischen Zwecken in Ställen eingesetzt", erklärt Prof. Manfred Kietzmann von der Tierärztlichen Hochschule Hannover. "Ein Großteil davon erscheint völlig überflüssig und dient offenbar dazu, die schlechten Haltungsbedingungen auszugleichen oder die als Masthilfe verbotenen Leistungsförderer zu ersetzen." Greenpeace fordert mehr Platz, Luft und Licht für die Tiere. Nur wirklich kranke Tiere dürfen gezielt mit den Antibiotika behandelt werden, die für die Behandlung des Menschen weniger wichtig sind. Zudem sollen Nahrungsmittelhersteller und Handel nur noch Produkte einkaufen, die nicht aus Massentierhaltung stammen.
Quelle/Text: Greenpeace
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Donnerstag, 27. September 2001 Rücktransport von Wiederaufarbeitungsabfällen: Bundesamt für Strahlenschutz verlängert die Genehmigung (CS) Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat die Genehmigung auf Rücktransport von deutschem Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague ins Zwischenlager nach Gorleben verlängert. Die Genehmigung umfasst die Beförderung von sechs CASTOR-Behältern mit verglasten hochradioaktiven Abfällen, sogenannten HAW-Glaskokillen. Sie ist jetzt bis zum 31.12.2001 gültig.
Vor der Entscheidung hatte das BfS aus aktuellem Anlass der Anschläge in den Vereinigten Staaten die niedersächsischen Innenbehörden ausdrücklich angefragt, ob ein überwiegend öffentliches Interesse dem beantragten Transport entgegenstehe. Die zuständige “Kommission Sicherung und Schutz kerntechnischer Einrichtungen” hat gegenüber dem BfS erklärt, dass nach ihrer Ansicht “auch die Terroraktionen in den USA...nach den derzeitigen Gefahrenprognosen keinen Anlass bieten, den beabsichtigten Transport der HAW-Glaskokillen nach Gorleben in Frage zu stellen”. Das Land Niedersachsen versicherte, dass es den notwendigen Schutz gegen Störmaßnahmen und sonstige Einwirkungen Dritter gewährleisten könne.
Damit hatte das BfS die Erfüllung aller im Atomgesetz geforderten Genehmigungsvoraussetzungen für den Antrag der Nuclear Cargo+Service GmbH (NCS) vom 29.8.2001 festzustellen, nachdem auch die verkehrsrechtliche Zulassung für die deutschen Transport- und Lagerbehälter CASTOR HAW 20/28 neu erteilt worden war.
Die endgültige Festlegung des Beförderungstermins und der Streckenführung ist vom Antragsteller in Absprache mit den Innenministerien der betroffenen Länder und des Bundes zu treffen.
Quelle/Text: BfS
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Dienstag, 25. September 2001 "Ideen der Preisträger der Goldenen Natur sollen 50 Nachahmer finden" (CS) DBU weist auf 12. Oktober als Bewerbungsfrist für Nachfolgeprojekte der "Goldenen Natur" hin - 270.000 Mark Förderung "Die 'Goldene Natur' ist eine hervorragende Plattform, diejenigen stark zu machen, die aus freien Stücken der Natur helfen. Die Preisträger werden motiviert, in ihrem Bemühen um den Schutz einer intakteren Natur nicht nachzulassen und bis zu 50 Nachfolgeprojekte sollen gefunden werden, ihnen nachzueifern. Dieser Schneeballeffekt bietet die große Chance, dem Naturschutz in Deutschland neuen Schub zu geben." - Mit diesen Worten skizziert Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, die Motivation der größten Umweltstiftung Europas, den neuen Naturschutzpreis des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) mit bis zu 270.000 Mark zu unterstützen. Sieben ehrenamtliche Naturschützer hatten am 26. August ihr Preisgeld von je 10.000 Mark in Empfang genommen; 200.000 Mark steckt die DBU in Nachfolgeinitiativen, die die Ideen der Preisträger über das ganze Land verbreiten sollen. Einsendeschluss für die Anträge ist der 12. Oktober 2001. Wesentliche Aufgabe sei es, einen Beitrag zur Verbesserung und zum Erhalt naturnaher Lebensräume in Deutschland zu schaffen oder Naturschutzthemen durch besonders pfiffige Ideen verschiedenen Zielgruppen nahe zu bringen, so Brickwedde. Dazu könne z. B. gehören, durch spezielle Maßnahmen unterschiedliche Grünlandtypen zu erhalten und zu pflegen oder offene Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu sichern, aber auch Biotopverbundsysteme zu fördern und zu schützen.
Wer vor allem mit Blick auf Kinder und Jugendliche durch interessante Maßnahmen der Umweltkommunikation die Akzeptanz für den Naturschutz erhöhe, könne ebenfalls Hoffnung auf einen Finanzzuschuss aus Osnabrück haben. Jeder, der sich ehrenamtlich für den Naturschutz einsetze, könne sich um die DBU-Fördergelder bewerben. Antragsformulare können per Post bei der DBU, An der Bornau 2, 49090 Osnabrück angefordert oder via Internet (www.goldenenatur.de) heruntergeladen werden. Dort sind auch die Förderkriterien detailliert nachzulesen. Bis Mitte Dezember werde dann darüber entschieden, wer aus den eingegangenen Anträgen in besonderem Maße förderfähig sei und mit Geldern für die Unterstützung seines ehrenamtlichen Naturschutzengagements rechnen könne, so Brickwedde.
Quelle/Text: DBU
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Montag, 24. September 2001 BUND für Verbesserungen der Naturschutznovelle (CS) Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert anlässlich der heutigen Anhörung des Bundestags-Umweltausschusses zur Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes weitere Verbesserungen des vorliegenden Gesetzentwurfes.
Um unnötige Zerstörungen natürlicher Lebensräume untersagen zu können, sei vor allem eine Verschärfung der sogenannten Eingriffsregelung notwendig. Außerdem müssten die Mitwirkungsrechte und Klagemöglichkeiten der Naturschutzverbände erweitert werden. Die Praxis zeige, dass Naturschutzrechte im Zweifelsfall auch einklagbar sein müssten, so BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm.
Auch die Regelungen zur Sicherung und Ausweitung eines bundesweiten Biotopverbundes genügen dem BUND nicht. Derzeit könnten verschiedene Bundesländer allein durch Verrechnung bestehender Schutzgebiete und bereits existierender vertraglicher Maßnahmen das Ziel erreichen, 10 Prozent der Landesfläche unter Schutz zu stellen. Zusätzliche Schutzgebiete entstünden auf diese Weise nicht. Der BUND verlangt außerdem die Neugestaltung von Raumordnungsplänen, damit eine Vernetzung naturnaher Biotope mit anderen Landschaftsteilen gewährleistet sei.
Als Drittes fordert der BUND ein gesetzlich geregeltes Einsatzverbot für gentechnisch veränderte Organismen in Landwirtschaft und Fischerei. Der Umweltverband sieht in der Ausweitung des Naturschutzes durch eine umweltgerechte Landwirtschaft und die Einführung eines bundesweiten Biotopverbundes eine große Chance, die vielseitige Bedeutung ländlicher Gebiete zu fördern. Die verbrauchernahe Vermarktung von Agrarprodukten, moderne Schutzgebietskonzepte, nachhaltiger Tourismus sowie Förderungen durch Bundesregierung und EU würden zudem neue Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen schaffen.
Quelle/Text: BUND e.V.
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Montag, 24. September 2001 NABU für ein tatsächlich wirksames Bundesnaturschutzgesetz (CS) Anlässlich der heutigen Anhörung zur Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes hat der Naturschutzbund NABU deutliche Nachbesserungen am vorliegenden Gesetzesentwurf gefordert. Trotz aller grundsätzlichen Zustimmung für die Reform sehe der NABU etwa beim angestrebten Biotopverbund noch Schwachstellen, sagte NABU-Präsident Jochen Flasbarth: "Wir müssen uns auf die wirklich wichtigen Biotope konzentrieren." Die für den Biotopverbund vorgesehenen 10 Prozent der Landesfläche müssten tatsächliche Kernzonen des Naturschutzes umfassen, die bislang vorgesehenen Kriterien für die Auswahl der Verbundflächen seien dafür allerdings viel zu beliebig. "Der aktuelle Entwurf macht es den Bundesländern zu leicht, sich hier aus der Verantwortung zu stehlen", so Flasbarth.
Den anhaltenden Widerstand aus den Reihen der Agrarlobby gegen das Bundesnaturschutzgesetz bewertete Flasbarth als anachronistisches Rückzugsgefecht. Der NABU-Präsident forderte darüber hinaus für das neue Bundesnaturschutzgesetz die Ausweisung von Meeresschutzgebieten: "Verantwortungsvoller Naturschutz darf nicht am Strand halt machen."
Insgesamt habe Bundesumweltminister Jürgen Trittin jetzt die große Chance, nach über 20 Jahren des Stillstandes einen echten Meilenstein für die rechtliche Ausgestaltung des Naturschutzes in Deutschland zu setzen. "So kurz vor dem Ziel sollten alle Beteiligten über ihren Schatten springen und ihrer Verantwortung für die Sicherung der biologischen Vielfalt in Deutschland gerecht werden", forderte Flasbarth.
Quelle/Text: NABU
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Montag, 24. September 2001 "Atomanlagen gegen Terrorangriffe kaum zu schützen" (CS) "Deutsche Atomkraftwerke sind gegen derartige Terrorangriffe nicht ausgelegt." Dies ist das vorläufige Fazit von Bundesumweltminister Jürgen Trittin zur Frage der Sicherheit von Atomanlagen bei Anschlägen, "die in ihrer Qualität kriegerischen Angriffen gleichkommen." Trittin nahm damit Stellung zu den Befürchtungen des Präsidenten des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Hubert Weinzierl, dass Atomkraftwerke wie Atommüll-Lager "zu bevorzugten Zielen von Terroranschlägen werden" könnten. Die völlige Veränderung der Sicherheitslage betreffe "insbesondere auch die ,friedliche' Nutzung der Atomkraft", so DNR-Präsident Weinzierl. Er warnte deshalb vor allem davor, "in der Frage der Atommüll-Lagerung zur Tagesordnung überzugehen." Weinzierl forderte Trittin auf, die derzeit laufenden Genehmigungsverfahren zur Errichtung von Standortzwischenlagern zu unterbrechen und entsprechend der veränderten Ausgangslage "völlig neu zu beginnen". In seiner umfangreichen Antwort teilte Trittin jetzt mit, dass er schon unmittelbar nach den Terrorakten die zuständigen Stellen und Aufsichtsbehörden auf Bundes- und Landesebene auf die Lage hingewiesen und zu einer erhöhten Aufmerksamkeit angehalten habe. Zusätzlich seien Untersuchungen über die "Konsequenzen aus den hier sichtbar gewordenen Risiken" veranlasst worden. Außerdem prüft der Bundesumweltminister, ob einstweilige Stilllegungen von Atomkraftwerken "bei Vorliegen konkreter Gefährdungslagen" möglich sind. Auch der Schutz von Atommüll-Lagern sei "unter Berücksichtigung der jüngsten Ereignisse" neu zu überdenken. Für die geplanten Zwischenlager will Trittin erreichen, dass "die technischen Möglichkeiten eines verbesserten Schutzes gegen Flugzeugabstürze auch realisiert werden."
dnr
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Montag, 24. September 2001 CDU/CSU; Anhörung Bundesnaturschutzgesetz - Zweifel bleiben bestehen (CS) Aus Anlass der heutigen Anhörung zur Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes erklären der umweltpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Peter Paziorek MdB und der Berichterstatter zum Bundesnaturschutzgesetz im Umweltausschuss des Deutschen Bundestages, Cajus Julius Caesar MdB: Nach der heutigen Anhörung zum Bundesnaturschutzgesetz bleiben Zweifel übrig. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes bleibt hinter den Erwartungen zurück. Die Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes greift tief in die Kompetenz der Länder ein. Der Naturschutz als Angelegenheit der Länder wird durch die geplante Novellierung ausgehöhlt. Ein Blick auf die geplanten Neuregelungen zeigt, dass der Gesetzentwurf unausgewogen ist. Ein Beispiel: Biotopverbund. Mit dem neuen Begriff des Biotopverbundes wird nunmehr eine Verbesserung des Naturschutzes angestrebt. Dieser zunächst für kleinere Naturreste entwickelte fachliche Begriff wird im Entwurf auf die nationale Rechtsebene angehoben. Unklar ist dabei, was, wie und in welchem Zeitrahmen verbunden werden soll. Dazu werden keine qualitativen Vorgaben gemacht. Zweckmäßiger wäre es für den Naturschutz, die aus fachlicher Sicht erhaltenswerten Biotoptypen und die zu schützenden Tier- und Pflanzenarten entsprechend der FFH-Richtlinie zu konkretisieren. Auch die quantitative Vorgabe von 10% der Landesfläche bleibt vage, solange nicht klargestellt wird, wie und zu welchem Zweck bestimmte Flächen miteinander vernetzt werden sollen und solange keine generelle Verpflichtung zur Ausweisung bestimmter hochwertiger Fläche besteht, so wie es die FFH-Richtlinie für prioritäre Biotoptypen und Arten vorgeschrieben hat. Der gesetzliche Biotopschutz kann diese Aufgabe nicht übernehmen. Auf der Strecke bleibt im Gesetzentwurf der Vertragsnaturschutz. Der Vorschlag der CDU/CSU-Fraktion, durch ein Patenschaftsprogramm den Naturschutzverbänden und -vereinen die Möglichkeit der Besitzübernahme oder beim öffentlichen Besitz die Pflege im Einzelfall zu übertragen, hat keine Berücksichtigung gefunden. Eine Verankerung der Umweltbildung lässt der Gesetzentwurf ebenfalls vermissen. Dies verdeutlicht: Der Mensch wird als Faktor aus dem Naturschutz ausgeklammert.
Fazit: Den versprochenen großen Wurf stellt der Gesetzentwurf nicht dar. Es bleiben zu viel Zweifel übrig.
Quelle/Text: CDU/CSU
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Montag, 24. September 2001 KfW unterstützt Entstehung des größten afrikanischen Naturparks Verbindung von Kruger Nationalpark (Südafrika) und Schutzgebiet Coutada 16 (Mosambik) (CS) Die KfW wird die Verbindung des südafrikanischen Kruger Nationalparks mit dem Naturschutzgebiet Coutada 16 in Mosambik unterstützen. Insgesamt sechs Mio Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt die Bank für dieses Vorhaben zur Verfügung. Die Summe soll vor allem in den Aufbau einer touristischen Basisinfrastruktur im mosambikanischen Teil des Parks und in die Ausbildung 5 von Park Rangern fließen. Die einzelnen Projektaktivitäten werden voraussichtlich Anfang 2002 starten.
Zwischen Südafrika, Mosambik und Simbabwe entsteht in den nächsten Jahren der größte Naturpark Afrikas. Das transnationale Naturschutzgebiet wird insgesamt mehr als 100.000 Quadratkilometer umfassen, dies entspricht in etwa der Fläche von Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Für die "Transfrontier Conservation Area" engagieren sich neben der KfW und den Regierungen der beteiligten afrikanischen Länder auch private Organisationen, u.a. der World Wildlife Fund und die Peace Parks Foundation. Die Zusammenführung des Kruger Nationalparks mit dem Gebiet Coutada 16 ist die erste Ausbaustufe des 15 Gesamtprojekts.
Die KfW will mit der Unterstützung des Vorhabens einen Beitrag zum Ressourcen- und Umweltschutz im südlichen Afrika leisten und zugleich die wirtschaftliche Entwicklung der Region fördern. In Mosambik wird die Bank deshalb den Bau von Wegen im bisher wenig 20 erschlossenen Wildreservat Coutada 16 finanzieren, Parkeingänge sowie Unterkünfte für künftige Mitarbeiter des grenzübergreifenden Naturschutzgebietes errichten. Durch die zusätzliche Ausbildung von Parkpersonal sollen effizientes Parkmanagement auch auf mosambikanischer Seite aufgebaut und Arbeitsplätze in einer der ärmsten Regionen des Landes geschaffen werden. Die mit Hilfe der KfW geschaffene Infrastruktur soll zugleich dem Privatsektor umfangreiche Möglichkeiten bieten, in die touristische Entwicklung des Gebietes zu investieren.
Das entstehende weltweit größte "Königreich der Tiere" wird Mosambik und Südafrika nicht nur als Tourismusattraktion wichtige wirtschaftliche Entwicklungsimpulse bieten. Die Verbindung beider Parks unterstützt zudem den Artenschutz in der Region: Zurzeit leben im umzäunten südafrikanischen Kruger-Nationalpark Tausende Elefanten mehr, als die vorhandene Vegetation ernähren kann. Der Nationalpark ist überweidet, die Tiere finden nicht ausreichend Nahrung. In der Region Coutada 16 gibt es hingegen eine ökologisch intakte Flora, besonders Großsäuger wurden während des Bürgerkriegs in Mosambik jedoch weitgehend 35 ausgerottet. Im Zuge der Zusammenführung beider Gebiete wird die Peace Parks Foundation rund 1000 Elefanten aus Südafrika nach Mosambik umsiedeln.
Quelle/Text: KfW
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Montag, 24. September 2001 ÖKO-TEST Federbetten: Frohes Erwachen (CS) Rund die Hälfte aller Deutschen bevorzugt Betten mit natürlicher Füllung. Bei vielen Produkten trifft man tatsächlich eine gute Wahl: Bis auf eine Zudecke schnitten alle 17 untersuchten Marken bei einem Öko-Test mit „sehr gut oder „gut“ ab. Zu diesem erfreulichen Ergebnis kommt das Frankfurter Verbrauchermagazin in seiner aktuellen Oktober-Ausgabe, die es seit heute am Kiosk gibt.
Die mit Daunen und Federn gefüllten Decken erwiesen sich auch im Hinblick auf Schadstoffe als echte Leichtgewichte. Nur zwei Produkte enthielten Rückstände von Chemikalien, die unter anderem aus der Chlorbleiche stammen.
Quelle/Text: Öko-Test
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Montag, 24. September 2001 ÖKO-TEST Funktionswäsche für Sportler: Eine schweißtreibende Angelegenheit (CS) Profis ebenso wie Freizeitsportler tragen vor allem Polyester-Shirts. Die atmungsaktiven Kunstfasern bieten einen hohen Tragekomfort. Eine aktuelle Untersuchung des Frankfurter Verbrauchermagazins ÖKO-TEST zeigt allerdings: Einige Hemden sind mit gesundheitlich bedenklichen antibakteriellen Substanzen ausgerüstet. Die genauen Testergebnisse sind in der Oktober-Ausgabe veröffentlicht, die es seit heute am Kiosk gibt.
Durch Wärme und Schwitzen können sich die Bakterienstopper aus den Shirts lösen. „Die Folge können Allergien, Entzündungen und Infektionen sein“, warnt Professor Hans-Günther Sonntag, Direktor des Hygiene Instituts der Universität Heidelberg. In zwei Hemden fanden die von ÖKO-TEST beauftragten Labors sogar Triclosan – ein gefährlicher Stoff, der die Leberfunktion beeinträchtigen kann und oft mit Dioxinen verunreinigt ist.
Quelle/Text: Öko-Test
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Montag, 24. September 2001 ÖKO-TEST Gesichtscremes: Das ist ja reizend! (CS) Wer schön sein will, muss leiden. Das trifft für Verwenderinnen von Gesichtscremes für trockene und empfindliche Haut im doppelten Sinne zu: Ihre ohnehin schon problematische Haut wird durch viele Cremes noch zusätzlich gereizt. Einige Inhaltsstoffe können sogar Krebs erregen, berichtet das ÖKO-TEST Magazin nach einer Untersuchung. Die vollständigen Ergebnisse sind in der Oktober-Ausgabe nachzulesen, die es seit heute am Kiosk gibt.
Hormonell wirksame Lichtschutz-Filter, gesundheitsschädliche Konservierungsstoffe, bedenkliche Emulgatoren – die Liste der Beanstandungen ist lang. Nur 16 von 33 untersuchten Gesichtscremes bekamen das Prädikat „sehr gut“ oder „gut“. Mehr als die Hälfte der Produkte hatte deutliche Mängel.
Der Preis ist - wie so oft – kein Indiz für Qualität. So bekommt man für 11,25 Mark pro 50 Milliliter schon eine ordentliche Creme, eine schlechte aber auch für 36,16 Mark.
Quelle/Text: Öko-Test
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Sonntag, 23. September 2001 WDR-Magazin "markt": Vor Anschlägen sichere Atomkraftwerke nicht finanzierbar (CS) Die meisten deutschen Atomkraftwerke sind auch nachträglich gegen Terroranschläge faktisch nicht abzusichern. Dies erklärte der Leiter der von Bundesumweltminister Trittin eingesetzten Reaktor-Sicherheitskommission, Lothar Hahn, gegenüber dem Westdeutschen Rundfunk. Hahn schloss entsprechende Baumaßnahmen für ältere Atommeiler schon aus statischen Gründen aus, bei allen Kraftwerken scheitere eine Nachrüstung ohnehin an der Kostenfrage. "Ich halte es für illusorisch, Kernkraftwerke so sicher machen zu können, dass Terrorangriffe nicht möglich sind", so der Leiter der Reaktor-Kommission wörtlich. Über die immensen Kosten einer Nachrüstung von Atomkraftwerken berichtet das WDR-Fernsehen am Montag in seinem Wirtschaftsmagazin "markt" (21.05 -21.45Uhr). Die Reaktor-Sicherheitskommission soll Umweltminister Trittin bis Mitte Oktober zu der neuen Bedrohung einen Bericht vorlegen. Gegenüber dem WDR erklärte ihr Leiter Hahn vorab, die 19 deutschen Atommeiler seien nicht nur durch Angriffe aus der Luft gefährdet. Ein Anschlag mit schwereren tragbaren Waffen auf zum Teil oberirdisch verlegte Kühlleitungen könnte genügen, um den Reaktorkern zum Überhitzen zu bringen. Die Folge wäre eine aus der Katastrophe von Tschernobyl bekannte Kernschmelze. Die Kosten einer umfassenden Absicherung eines einzigen Kraftwerks bezifferte Hahn auf rund zwei Milliarden Mark. Setze man diesen Betrag in Relation zu den normalen Baukosten für ein Kraftwerk von fünf Milliarden Mark, könne "man sich vorstellen, dass sich das nicht mehr lohnt." Zur Frage, ob diese Erkenntnisse einen schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomenergie erfordern, wollte sich Bundesumweltminister Trittin gegenüber dem WDR nicht äußern. Aus dem renommierten Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie hieß es, Überkapazitäten bei der Stromproduktion sowie leicht umsetzbare Energiesparmaßnahmen würden es erlauben, die Hälfte aller Kraftwerke sofort vom Netz zu nehmen. Der früher bei Siemens mit Entwicklung und Bau von Kernkraftwerken beauftragte Nuklear-Experte Klaus Traube verwies auf die Möglichkeit, ältere Kohle- und Gaskraftwerke zu reaktivieren: "Wenn man es will, kann man die Kernkraftwerke innerhalb von wenigen Wochen abschalten." Um die Klima-Belastung wieder zu reduzieren, müssten dann laut Traube, der heute u.a. den Bund Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) berät, innerhalb von fünf Jahren an Stelle der alten Kraftwerke solche auf Basis von Kraft-Wärme-Kopplung sowie regenerative Energiequellen treten. Der Strompreis würde sich dadurch um einen Pfennig pro Kilowattstunde erhöhen.
Quelle/Text: WDR
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Freitag, 21. September 2001 Thalheim fordert Honorierung tiergerechter Legehennenhaltung (CS) "Volierenhaltung ist eine artgerechte Haltungsform, die auch in größeren Beständen effektiv betrieben werden kann", erklärte Dr. Gerald Thalheim, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, am Donnerstag anlässlich der Siegerehrung beim sächsischen Landeswettbewerb "Tiergerechte Haltung". Im Porschützer Geflügelhof gratulierte der Agrarpolitiker dem von Staatsminister Steffen Flath ausgezeichneten Betrieb und diskutierte mit Geflügelhaltern über die Konsequenzen, die sich aus der vorgesehenen Neuregelung der Hennenhaltung ergeben.
"Ich habe aber kein Verständnis dafür, dass der Handel die zusätzlichen Aufwendungen für den Tierschutz nicht entsprechend honoriert", so der Staatssekretär. "Alternative Haltungsformen werden nur dann entsprechende Verbreitung finden, wenn sich die Investitionen zur Umrüstung auch für die Geflügelhalter lohnen." Wenn die Verbraucher Eier aus tiergerechten Haltungsformen mehr als bisher bevorzugen, dann müsse der Handel auch beim Wareneinkauf entsprechend höhere Preise gewähren. Es bestehe sonst die Gefahr, dass die hiesigen Geflügelhalter dem Preisdruck unterliegen und die Produktion aufgeben müssten. Dies führe unweigerlich dazu, dass künftig Eier aus Drittländern verstärkt angeboten werden, die nach geringeren Tierschutzanforderungen erzeugt werden.
Quelle/Text: BMVEL
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Freitag, 21. September 2001 Trinkwasserqualität auf hohem Niveau - Bundesregierung will Belastung der Gewässer mit Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln weiter reduzieren 50. Jahresbericht veröffentlicht (CS) "Wir haben heute eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Wasserversorgung in Deutschland, die nicht selbstverständlich ist. Doch es gibt noch viel zu tun. Die Verbesserung der Qualität der Gewässer und der Schutz vor Hochwasser bleiben Dauerthemen. Obwohl unsere Schutzmaßnahmen Erfolge zeigen, besteht hier noch erheblicher Handlungsbedarf." Dies erklärte Dr. Gerald Thalheim, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, heute anlässlich der Veröffentlichung des 50. Jahresberichtes der Wasserwirtschaft. "Die Bundesregierung verfolgt mit großem Nachdruck das Ziel, mit einer breiten Palette von Maßnahmen den Austrag von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren, um die Gewässerqualität weiter zu verbessern."
"Alles in allem hat sich die Wasserqualität der Bäche und Flüsse wesentlich verbessert. Dies kommt der Umwelt insgesamt zu gute," betonte Simone Probst, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium. Sie hob die heutige Qualität der Wasserwirtschaft in den neuen Ländern hervor. Maßgebend für die Verbesserung der Gewässergüte waren der Bau von leistungsfähigen Kläranlagen in den letzten zehn Jahren, die Umstellungen im produzierenden Gewerbe und die Stilllegung von Industriebetrieben. Frau Probst: "Trotz der Erfolge besteht weiterhin Handlungsbedarf, um die Qualität der Oberflächengewässer und des Grundwassers zu verbessern, damit wir flächendeckend eine gute Gewässerqualität erreichen, wie es die Wasserrahmenrichtlinie der EU vorsieht."
Der Jahresbericht der Wasserwirtschaft erscheint zum 50. Mal in Folge in der Zeitschrift "Wasser & Boden". Seit 1951 haben in dem Bericht die für die Wasserwirtschaft zuständigen Bundes- und Länderministerien über staatliche Maßnahmen im Bereich der Wasserwirtschaft berichtet sowie Erfahrungen und Anregungen ausgetauscht. Heute sind 99% aller Haushalte an öffentliche Wasserversorgungsanlagen angeschlossen, 95% haben eine Kanalisation und 93% sind an Kläranlagen angeschlossen. Bundesweit reinigen 10.400 Kläranlagen die Abwässer, und ein 450.000 km langes Kanalnetz durchzieht Deutschland. 6.600 Wasserversorgungsunternehmen betreiben 8.600 Wasserwerke mit 17.800 Wassergewinnungsanlagen. Für die Investitionsmaßnahmen der Wasserwirtschaft wurden in den letzten fünf Jahrzehnten rund 276 Mrd. Mark und für den Küstenschutz 10 Mrd. durch die öffentlichen Hand Mark ausgegeben . Bund und Länder haben davon insgesamt Zuschüsse in Höhe von 155 Mrd. Mark bereit gestellt.
Im Jahr 2000 wurden von Bund, Ländern und Gemeinden in die Wasserwirtschaft sowie den Küstenschutz insgesamt über 8 Mrd. Mark investiert. Die Aufwendungen zur Verbesserung der Gewässergüte (Kanalisationen und Kläranlagen) bildeten dabei den Ausgabenschwerpunkt mit über 5,1 Mrd. Mark. Im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" hat der Bund Zuschüsse von rund 395 Mio. Mark bewilligt.
Der Wasserverbrauch in Deutschland ist seit 1990 kontinuierlich gesunken. Im Jahr 2000 wurden insgesamt 4,8 Mrd. m3 Wasser an Haushalte, Kleingewerbe und Industrie abgegeben. Die Wasserpreise sind nur geringfügig um etwa 1,5 Prozent gestiegen. Pro Kubikmeter Trinkwasser mussten die Bundesbürger durchschnittlich 3,31 Mark bezahlen, mit anderen Worten: jeder Bürger hat letztes Jahr etwa 150 Mark für Trinkwasser ausgegeben. Auch die Abwasserkosten haben sich nur leicht erhöht, im Bundesdurchschnitt um 0,3 Prozent. Eine Studie der Abwassertechnischen Vereinigung hat ergeben, dass die jährlichen Abwasserkosten für 56 Prozent der Bevölkerung auf dem Niveau des Vorjahres geblieben, für 19 Prozent gestiegen und für 25 Prozent sogar niedriger sind als im Vorjahr.
Quelle/Text: BMVEL
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Freitag, 21. September 2001 Umweltbundesamt als erste Bundesbehörde mit EG-Umweltaudit (CS) Das goldene Schild mit dem blau-grünen Logo zeigt es öffentlich: Als erste Bundesbehörde nimmt das Umweltbundesamt (UBA) am EG-Umweltaudit teil. Der Präsident des Umweltbundesamtes, Prof. Dr. Andreas Troge, enthüllte heute das Schild am Hauptsitz des Amtes am Berliner Bismarckplatz. Der Umweltgutachter Dr. Johann Josef Hanel vom TÜV Nord bestätigte dem Umweltbundesamt ein funktionierendes Umweltmanagementsystem gemäß der EG-Umweltaudit-Verordnung (EMAS) und der ISO 14001-Norm. Volkmar Strauch, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin, überreichte dem UBA-Präsidenten die Registrierungs-Urkunde der IHK.
"Wir sind stolz, dass wir das EMAS-Logo tragen dürfen. Es war ein langer, zum Teil schwieriger Prozess auf allen Ebenen, bis wir unsere betriebsbezogenen Umweltaktivitäten transparent zusammengestellt hatten. Manchmal waren wir verblüfft, wo überall noch Verbesserungen möglich sind. Wir feilen weiter an unserem Umweltmanagement und wollen es auch an den anderen Standorten des Amtes einführen. Die Teilnahme an EMAS ist für uns eine Selbstverpflichtung, ständig besser zu werden", sagte UBA-Präsident Troge zu den Gratulanten, darunter Herbert Achinger von der Europäischen Kommission, Dr. Hermann Hüwels vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sowie der Vorsitzende des Umweltgutachterausschusses (UGA), Dr. Wolfgang Ewer.
Voraussetzung der Teilnahme des UBA am EG-Umweltaudit war die Novellierung des EMAS-Verordnung. Bislang galt sie Verordnung nur für das produzierende Gewerbe. Jetzt können auch Bundes- und Landesbehörden sowie Unternehmen aus bisher nicht berücksichtigten Branchen teilnehmen, wie etwa der Land- und Bauwirtschaft.
Vor zwei Jahren hatte das UBA begonnen, ein konsequentes Umweltmanagement einzuführen. Der Energieverbrauch, das Abfallaufkommen, Papierverbrauch und alle interne Abläufen wurden erfasst und auf den Umweltprüfstand gestellt. Nach der "Umwelt-Inventur" setzte sich das Amt betriebsbezogene Umweltziele. So soll der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid und von Schwefeldioxid bis zum Jahr 2003 um zehn Prozent im Vergleich zu 1999 verringert und der Papierverbrauch bis 2003 wieder auf das Niveau von 1999 gesenkt werden. Werden diese Ziele erreicht, wird das auch den Haushalt des UBA spürbar entlasten - ein weiterer positiver Aspekt.
"Die Teilnahme am EG-Umweltaudit ist gut für die Umwelt und in wirtschaftlicher Hinsicht vernünftig. Im Grunde sollte in Zeiten knapper öffentlicher Kassen die Teilnahme am EG-Umweltaudit für jede Behörde ein Muss sein. Alles in allem ließe sich jährlich eine erhebliche Summe an Steuergeldern durch ein konsequentes Umweltmanagement der öffentlichen Hand sparen. Ich hoffe, dass viele andere Behörden jetzt auch aktiv werden", sagte der Präsident des Umweltbundesamtes, Prof. Dr. Andreas Troge.
Bislang ist es damit aber nicht weit her, wie eine derzeit laufende Umfrage des Umweltbundesamtes zu den Aktivitäten zum betrieblichen Umweltmanagement in den Bundesbehörden zeigt. Nur ein sehr kleiner Teil der Bundesbehörden hat ein Umweltmanagement- oder Umweltcontrollingsystem eingerichtet.
Dabei gibt es viele gute Gründe für eine stärkere Beteiligung öffentlicher Einrichtungen an EMAS. Die Potenziale, um die Umwelt zu entlasten und Kosten zu sparen, sind im Bereich der öffentlichen Hand beachtlich. In Deutschland gehen fünf bis sechs Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs auf das Konto von öffentlichen Einrichtungen. Die Energiekosten bei Ländern und Kommunen werden auf 6,5 Milliarden Mark pro Jahr geschätzt. In öffentlichen Gebäuden- Verwaltungsgebäuden, Sportstätten, Bibliotheken ud vielen anderen Einrichtungen - können 25 bis 60 % der Heizenergie und mindestens zehn Prozent des Stromverbrauchs eingespart werden. Ähnliche Potenziale gibt es auch im Wasser- und Abfallbereich. Vieles ist nur eine Frage einer veränderten Organisation oder von geringen Investitionen, etwa in Energiesparlampen. Hilfestellung für ein Umweltcontrolling in Behörden bietet das kürzlich vom Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt herausgegebene und im Vahlen-Verlag erschienene "Handbuch Umweltcontrolling für die öffentliche Hand".
Quelle/Text: Umweltbundesamt
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Freitag, 21. September 2001 Greenpeace: Keine Steuergelder für die Abholzung der Urwälder (CS) Greenpeace fordert Gesetze für den Urwaldschutz: Agrarminister sollen handeln
Anlässlich der Agrarministerkonferenz in Prenzlau/Brandenburg überreicht die Umweltschutzorganisation Greenpeace heute eine auf Kirschholz gedruckte Petition an Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast und ihre Länderkollegen. Greenpeace fordert von der Europäischen Union, der Bundesrepublik Deutschland und den Bundesländern, in Zukunft keine Steuergelder mehr für Produkte auszugeben, für deren Herstellung Urwald zerstört wurde. Künftig sollten ausschließlich "urwaldfreundliche" Waren wie Recyclingpapier und Holz unbedenklicher Herkunft verwendet werden. In öffentlichen Ausschreibungen sollte dies zwingend vorgeschrieben sein. Damit würde eine der Hauptursachen für den weltweiten dramatischen Urwaldverlust beseitigt. "Die Urwälder auf der ganzen Welt verschwinden schneller als man gucken kann", sagt Martin Kaiser, Waldexperte bei Greenpeace. "die Politiker müssen jetzt handeln. Denn weder für die Bundes- noch für die Landesministerien gibt es Gesetze und Kontrollmöglichkeiten, die eine urwaldfreundliche Verwendung unserer Steuergelder sicher stellen würden". Im Juli 2001 hat die Bundesregierung im "Gesamtwaldbericht der öffentlichen Hand" den Einkauf urwaldfreundlicher Produkte angemahnt. Zeitgleich haben die reichen Industrieländer der G8 zur Bekämpfung der illegalen Abholzungen in Urwäldern eine entsprechende Einkaufspolitik angeregt. Diese würde die Verwendung von Holz mit Ökosiegel vorschreiben.
Der Text der Greenpeace-Petition ist beispielsweise auf Furnier aus Kirschholz gedruckt, dass das international anerkannte Ökosiegel des FSC (Forest Stewardship Council) trägt. Die Siegel von FSC oder Naturland garantieren eine umweltfreundliche und sozial gerechte Waldnutzung und die Kontrolle des Handelsweges vom Wald bis zum Endprodukt. Die neue EU-Beschaffungsrichtlinie sieht derartige Verpflichtungen nicht vor. Diese hätte Auswirkungen auf alle Bundes-, Länder- und Kommunal-Behörden. Dabei reicht der Verzicht auf Tropenholz allein nicht aus. Die letzten großen Urwaldgebiete befinden sich nicht nur in den tropischen Breiten des Amazonas, des Kongobeckens und Süd-Ost-Asiens, sondern auch in den nördlichen Wäldern Kanadas, im europäischen Teil Russlands und Sibiriens. Großbritannien und Dänemark haben sich zu einer urwaldfreundlichen Beschaffung bereits verpflichtet. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, es diesen Ländern gleich zu tun.
Quelle/Text: Greenpeace
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Freitag, 21. September 2001 CDU/CSU: Neue Lösungen anstelle des Pflichtpfandes (CS) Anlässlich der andauernden Diskussion bezüglich des Pflichtpfandes auf Einwegverpackungen erklärt der umweltpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Peter Paziorek MdB:
Am 13. Juli 2001 hat der Bundesrat das Zwangspfandmodell von Umweltminister Trittin gestoppt.
Am 7. September 2001 untersagt das Oberverwaltungsgericht Berlin dem BMU, die Ergebnisse der Nacherhebung über die Anteile der in Mehrwegverpackungen abgefüllten Getränke, Bier und Mineralwasser, im Bundesanzeiger zu veröffentlichen.
Diese Entscheidungen sollten dem Umweltminister Anlass sein, über neue Lösungen zugunsten ökologisch vorteilhafter Getränkeverpackungen und zum Schutz bestehender Mehrwegregelungen nachzudenken.
Neue Technologien und geändertes Verbraucherverhalten auf dem Verpackungsmarkt verlangen nach zeitgemäßen Mitteln zur Lösung.
Die CDU/CSU fordert Trittin auf, den Vorstoß aus Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern zugunsten einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung auf zwei Jahre zu erproben, aufzugreifen und endlich im Einklang mit den Bundesländern ein Mehrwegsicherungskonzept zu erarbeiten, das nachhaltigen, ökologischen und ökonomischen Lösungen entspricht.
Quelle/Text: CDU/CSU
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Freitag, 21. September 2001 Nachtschicht im Urwald: Nachts sind völlig andere Tiere aktiv (CS) NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND-Fotograf Tim Laman belauschte die Fauna im nächtlichen Regenwald
Ein Spaziergang im nächtlichen Urwald birgt Überraschungen. Zu sehen und vor allem zu hören sind deutlich andere Tierarten als am Tage. NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND-Fotograf Tim Laman beobachtete scheue Tiere in den Regenwald-Inseln in Thailand, im malaysischen und indonesischen Teil Borneos sowie im indonesischen Sulawesi. Mit Scheinwerfern, Blitzlicht, Infrarot-Kamera und Nachtsichtgerät gelangen ihm faszinierende Fotos, die in der aktuellen Ausgabe von NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND (Heft Nr. 10/2001, EVT. 24. September) zu sehen sind. Auf den Reisen in den asiatischen Dschungel, der zurzeit noch stärker von Abholzung bedroht ist als der südamerikanische Regenwald, beobachtete Laman für NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND zahlreiche nachtaktive Tiere, die erst wenige Menschen zu Gesicht bekommen haben. Tiere, die nachts unterwegs sind, müssen besondere Fähigkeiten haben. Koboldmakis, kaum handgroß und vom Aussehen eindeutig Vorbilder für die Filmfigur Gremlins, verfügen über ein extrem scharfes Gehör und im Verhältnis zu ihrer Größe über riesige und sehr lichtempfindliche Augen. Die Zibetkatze orientiert sich mit ihrem exzellenten Gehör, während Fledermäuse ihren Weg im Dunkeln per Echolot finden. Auch andere Lebewesen haben sich auf die Nacht spezialisiert. Falter, die sich tagsüber als Blatt tarnen, suchen im Dunkeln nach Nahrung und Partnern. Tim Laman fotografierte für NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND Orchideen-Blüten, die sich ausschließlich nachts öffnen, um solche Insekten für die Bestäubung zu nutzen. Und sogar spärliche Lichtquellen gibt es im nächtlichen Urwald: leuchtende Pilze oder Leuchtkäfer-Larven. Geräusche dagegen sind reichlich vorhanden. Der Urwald kann nachts so laut sein, dass nur noch Ohropax hilft.
Quelle/Text: National Geographic
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Freitag, 21. September 2001 ÖKO-TEST Leichtlaufreifen: Die Öko-Steuer einfach ausbremsen (CS) Unverständlich, dass viele Autofahrer noch immer nicht auf Leichtlaufreifen umgestiegen sind: Mit den Modellen kann man bis zu acht Prozent Sprit sparen – und damit locker die nächste Öko-Steuer-Stufe im Januar 2002 ausbremsen. Zu diesem Ergebnis kommt das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST nach einer Untersuchung von 13 am weitesten verbreiteten Sommer- und Winter-Leichtlaufreifen. Die genauen Ergebnisse stehen in der Oktober-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins, die es ab Montag am Kiosk gibt.
Zum drastisch reduzierten Spritverbrauch und damit geringerer Abgasbelastung kommt noch ein weiterer Vorteil: Die Leichtlaufreifen machen auch um die Hälfte weniger Lärm als normale Reifen. Dennoch will Verkehrsminister Bodewig die Reifen nicht gesetzlich vorschreiben. Das müsse europaweit durch die EU geregelt werden.
Quelle/Text: Öko-Test
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Freitag, 21. September 2001 ÖKO-TEST Multivitaminpräparate: Zu viel drin, zu wenig dran (CS) Gerade im Herbst und Winter sind Multivitaminpräparate ein Verkaufsschlager. Doch Vorsicht: Viele Kapseln und Tabletten sind zum Teil drastisch überdosiert und können der Gesundheit schaden, warnt das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST nach einer Untersuchung von 22 Mitteln. Der vollständige Test ist im ÖKO-TEST Ratgeber Gesundheit und Fitness nachzulesen, den es jetzt am Kiosk gibt.
Besonders gefährlich sind zu hohe Mengen Betacarotin. Studien ergaben, dass dieses so genannte Provitamin A bei Rauchern häufiger zu Lungenkrebs und Herz-Kreislauferkrankungen führt.
Auch zu viel Vitamin D schadet, es kann schwere Vergiftungen hervorrufen. Eine aktuelle Studie aus England zeigte zudem: Wer täglich auch nur einen halben Apfel oder eine Möhre isst, lebt länger. Vitaminpillen hatten dagegen keinen Einfluss.
Quelle/Text: Öko-Test
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Freitag, 21. September 2001 ÖKO-TEST Aknemittel: Die Pickel sprießen (CS) Keiner will sie, jeder kriegt sie: Pickel gehören zum Erwachsenwerden. Deshalb verkaufen sich Aknepräparate prächtig. Doch viele Bestandteile solcher Mittel fördern sogar die Pickelbildung, fand das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST bei einer Untersuchung von kosmetischen und medizinischen Aknemitteln heraus. Der vollständige Test ist im ÖKO-TEST-Ratgeber Gesundheit und Fitness veröffentlicht, den es jetzt am Kiosk gibt.
Mit manchem Produkt schaden junge Leute ihrer Gesundheit. So fanden die von ÖKO-TEST beauftragten Labors hochgiftige und leberschädigende Bakterienkiller, nervengiftige Desinfektionsmittel und weitere Substanzen, die den Hautzustand verschlechtern können.
Auf Grund der vielen Beanstandungen erhielten nur ein Arzneimittel und vier Kosmetikprodukte die Note „sehr gut“. 26 Präparate schnitten dagegen deutlich schlechter ab.
Quelle/Text: Öko-Test
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Donnerstag, 20. September 2001 Transportgenehmigungen für abgebrannte: Brennelemente aus Forschungsreaktoren erteilt (CS) Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat heute der Firma Nuclear Cargo+Service GmbH (NCS) zwei Genehmigungen zur Beförderung von abgebrannten Brennelementen aus Forschungsreaktoren erteilt. Das Unternehmen darf demnach 66 abgebrannte Brennelemente aus dem Forschungsreaktor Geesthacht in zwei Behältern vom Typ GNS 16 abtransportieren. Die zweite Genehmigung betrifft einen Transit-Transport aus schwedischen Forschungseinrichtungen. Dieser umfasst 112 bestrahlte Brennelemente in Transportbehältern des Typs TN7-2.
Die Transporte erfolgen im Rahmen der üblichen vertraglich vereinbarten Rücknahme abgebrannter Brennelemente aus Forschungsreaktoren in die USA. Die erforderlichen Nachweise zur Erfüllung der Genehmigungsvoraussetzungen nach § 4 des Atomgesetzes wurden gegenüber dem BfS erbracht.
Durch Auflagen in den Genehmigungen wird sicher gestellt, dass die international festgelegten Grenzwerte für radioaktive Verunreinigungen an der Oberfläche der Transportbehälter eingehalten werden.
Quelle/Text: BfS
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Donnerstag, 20. September 2001 Über 1.800 Nutztier-Rassen weltweit vom Aussterben bedroht (CS) NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND: Genetische Vielfalt akut gefährdet
Weltweit ist nach den Schätzungen der FAO, der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, etwa ein Drittel der 5.500 registrierten NutztierRassen vom Aussterben bedroht. In Deutschland gelten allein 90 Rassen als schutzwürdig, so die GEH, die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustier-Rassen, gegenüber NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND (Heft Nr. 10/2001, EVT. 24. September). Für 2002 hat die GEH in Deutschland das Angler Rind als bedrohte Rasse des Jahres benannt. Die moderne Landwirtschaft verwendet wenige besonders leistungsstarke Nutztier-Rassen. So verteilen sich beispielsweise 99 Prozent aller in Deutschland gehaltenen Schweine auf nur vier Rassen. Bei Rindern sieht es nicht besser aus: 96 Prozent gehören ebenfalls zu lediglich vier Rassen und das, obwohl es in Europa 100 unterschiedliche Rinder-Rassen gibt. Eine Folge der industriellen Landwirtschaft ist die massive Reduzierung der genetischen Vielfalt. Mit zum Teil schweren Folgen: Die hochgezüchteten Tiere sind meist viel anfälliger für Krankheiten und Stress. Antibiotika in großen Mengen sollen sie fit halten; die Medikamente gefährden allerdings die Gesundheit des Menschen, weil Krankheitskeime immer schneller resistent werden. Der Erhalt der alten Rassen, so NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND, ist daher keineswegs reine Liebhaberei. Ihre Gene enthalten Eigenschaften, deren Einkreuzung die Hochleistungsrassen wieder robuster machen können. Die alten Rassen sind überdies perfekt an spezifische Lebensräume angepasst und können in Gegenden überleben, in denen Turbo-Tiere keine Chance haben. Das sibirische Jakut-Rind beispielsweise kann Temperaturen bis minus 60°C ertragen, eine interessante Eigenschaft angesichts des letzten Rekordwinters in der Mongolei, bei dem tausende von Tieren erfroren sind. Darüber hinaus pflegen und erhalten die alten Rassen heimische Naturlandschaften wie Salzwiesen oder Almhänge. In Deutschland haben sich die so genannten Arche-Höfe, ein Projekt der GEH, der Erhaltung dieser Rassen angenommen. Inzwischen gibt es 76 Arche-Höfe, 30 stehen kurz vor der Anerkennung. Zusammen halten sie 65 Nutztierrassen. Deren akute Bedrohung veranschaulicht die Stückzahl: Vom Angler-Sattelschwein gab es im Sommer 2001 noch 50 Exemplare bundesweit, von den Schleswiger Kaltblütern existieren 200 und von den Walachenschafen 123 Stück. Und ganze drei Züchter halten noch Bergische Landhühner. Die alten robusten Arten und ihren Genpool zu erhalten, könnte in Zukunft aber erheblich an Bedeutung gewinnen, berichtet NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND, da beispielsweise der Klimawandel einen weltweiten Austausch von Nutztier-Genen mit Eigenschaften wie Wärme- oder Kältetoleranz erforderlich machen könnte. Die Rückzüchtung bereits ausgestorbener Rassen ist allerdings unmöglich. Wohl lässt sich durch Kreuzungen ein ähnliches Aussehen erzielen, die Gene jedoch sind ein für alle Mal verloren.
Quelle/Text: National Geographic
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Donnerstag, 20. September 2001 Europaweiter Aktionstag "In die Stadt - ohne mein Auto" am 22.09.2001: Mobil mit und ohne Auto (CS) Neue Broschüre des Umweltbundesamtes räumt mit Vorurteilen über das Verhältnis von Auto und Umwelt auf
Die einen halten das Auto für den Inbegriff von Freiheit und Flexibilität. Für die anderen ist es ein umweltbelastendes Ärgernis. Eine neue Broschüre des Umweltbundesamtes, die zum europaweiten Aktionstag "In die Stadt ? ohne mein Auto" am 22. September 2001 erscheint, bietet Gelegenheit, über die Rolle des Autos für Mobilität und Lebensqualität nachzudenken - und zu diskutieren. Die Broschüre bewertet gängige Meinungen zum Verhältnis von Auto und Umwelt. Fazit: Fahrrad, Bus und Bahn können das Auto nicht überall ersetzen - aber doch stärker als viele glauben. Immerhin sind die Hälfte der Pkw-Fahrten kürzer als fünf Kilometer, knapp ein Drittel sogar kürzer als drei Kilometer. Am 22. September finden in vielen Städten Aktionen statt, mit denen für eine Mobilität ohne Auto geworben wird.
In den Diskussionen für und wider das Auto wird bisweilen mit widersprüchlichen Argumenten und gegensätzlichen Behauptungen gestritten. Dem Ruf nach mehr Straßen und billigem Kraftstoff steht scheinbar unüberbrückbar die Forderung nach mehr Verkehrsbeschränkungen und weniger Autos gegenüber. Das Umweltbundesamt hat typische Vorurteile dieser Auseinandersetzung unter die Lupe genommen. Das Ergebnis liegt nun in einer einfach verständlichen Broschüre vor. Darin wird das Klischee vom luftverpestenden Auto ebenso widerlegt wie die pauschale Behauptung, hohe Spritpreise seien unsozial. Jenseits von Stammtischniveau und wissenschaftlicher Datenflut setzt sich das Umweltbundesamt mit markigen Sprüchen vieler Autofahrer auseinander:
· "Moderne Autos belasten die Umwelt nicht mehr!" · "Autofahrer sind die Melkkühe der Nation!" · "Pendler sind die Verlierer der Ökosteuer!" · "Es gibt keine zumutbaren Alternativen zum Auto!" · "Nur mehr Straßen helfen aus dem Stau!" · "Tempolimits sind Unsinn!"
Auf diese und weitere Behauptungen geht die Broschüre ausführlich ein und bietet hierzu Informationen, Fakten und Argumente. Damit soll sie eine differenzierte, aufgeklärte Sichtweise fördern, die nicht einseitig gegen das Auto wettert, sondern sich für eine umweltverträgliche Mobilität mit weniger Auto einsetzt.
Die Broschüre "Auto und/oder Umwelt?" ist kostenlos erhältlich beim Umweltbundesamt, Zentraler Antwortdienst, Postfach 33 00 22, 14191 Berlin, Fax 030/89 03-2912, Sie steht auch im Internet unter http://www.umweltbundesamt.de, Stichwort "Daten und Fakten" zur Verfügung.
Quelle/Text: Umweltbundesamt
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Mittwoch, 19. September 2001 NABU stellt Konzept "Naturschutz in Deutschland" vor (CS) Der Naturschutzbund NABU hat in Berlin sein Konzept "Naturschutz in Deutschland" vorgestellt. Zu den Kernanliegen des Naturschutzes hierzulande gehöre laut NABU der Schutz solcher Ökosysteme und Arten, für deren Erhalt Deutschland eine internationale Verantwortung trage. Dies treffe vor allem auf das Wattenmeer und die Buchenwälder zu, die ihren weltweiten Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland haben. "Wir können nicht nur vom Regenwald schwärmen und dabei die Wildnis vor der eigenen Haustür vernachlässigen", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen. In einem bundesweiten Biotopverbundsystem sollten die wichtigsten Vorkommen dieser Ökosysteme sowie besonders seltene Lebensräume enthalten sein. Hierfür müsse der Anteil der Naturschutzfläche Deutschlands von derzeit unter 5 % auf 15 % erhöht werden. "Wenn wir für Weißstorch oder Fischotter eine Heimat sein wollen, müssen wir diesen Tieren auch den Lebensraum zur Verfügung stellen", so Billen. Ein Biotopverbund auf nur 10 % der Fläche, wie es der Regierungsentwurf zum Bundesnaturschutzgesetz vorsehe, reiche keinesfalls aus. Auf einem erheblichen Anteil der vom NABU geforderten Schutzgebietsfläche sollte Natur besonders konsequent, nämlich ganz ohne menschliche Einwirkungen und Nutzungen gesichert werden. Da es aber beim überwiegenden Flächenanteil darauf ankäme, Land- und Forstwirtschaft naturverträglich auszugestalten, begrüßte der NABU die im Regierungentwurf zum Bundesnaturschutzgesetz erstmals vorgelegten Regeln zur guten fachlichen Praxis einer naturverträglichen Land- und Forstwirtschaft. Eine naturverträgliche Landnutzung und neue Schutzgebiete ließen sich nur umsetzen, wenn in der Naturschutzpolitik neue Wege beschritten würden. Ausgleichszahlungen für Naturschutzmaßnahmen und die personelle Betreuung von Schutzgebieten durch die Bundesländer seien überwiegend mangelhaft, so Billen: "Mit rostigen Verbotsschildern können wir niemandem die Bedeutung von Naturschutzgebieten erklären." Der NABU forderte Bund und Länder dazu auf, durch eine Kommunikationsoffensive und eine deutlich verbesserte personelle Betreuung der Schutzgebiete deren Akzeptanz zu steigern. Zur Lösung der Konflikte mit Landnutzern schlug der NABU die Ausweitung von Programmen zum Ankauf von Naturschutzflächen vor.
Quelle/Text: NABU
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Mittwoch, 19. September 2001 Deutscher Umweltpreis an Dr. Franz Ehrnsperger, Dr. Wolfgang Feist und Prof. Dr. Hermann Auernhammer (CS) DBU würdigt konsequentes Ökomanagement, Entwicklung der Passivhaustechnik und Engagement für umweltschonende Landwirtschaft Die neuen Träger des Deutschen Umweltpreises "stehen": Aus der Hand von Bundespräsident Johannes Rau werden am 21. Oktober in Freiburg der Öko-Unternehmer Dr. Franz Ehrnsperger (55, Neumarkt) sowie die Wissenschaftler Dr. Wolfgang Feist (47, Darmstadt) und Professor Dr. Hermann Auernhammer (60, Freising) den mit einer Million Mark höchstdotierten Umweltpreis Europas der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Empfang nehmen. Die größte Umweltstiftung Europas würdigt damit die Leistungen, die Ehrnsperger für den Aufbau eines ganzheitlichen ökologischen Unternehmenskonzeptes, Feist als Pionier der Passivhausentwicklung und Auernhammer als Wegbereiter einer umweltschonenden Landwirtschaft durch die Nutzung moderner Informationstechnologien erbracht haben, wie DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde heute in Berlin betonte. Vor Journalisten würdigte Brickwedde Prof. Dr. Auernhammer, Fachgebiet Technik im Pflanzenbau des Department für Biogene Rohstoffe und Technologie der Landnutzung der Technische Universität München, als Begründer einer umweltschonenden Landwirtschaft, in der mithilfe moderner Technologie eine auf kleinste Standorte zugeschnittene Unkrautregulation und Düngung möglich geworden sei. Äcker könnten so gezielt und differenziert bewirtschaftet werden, dass Überdüngungen und Nährstoffüberhänge praktisch ausgeschlossen werden könnten. Diese "Präzisions-Landwirtschaft" sei nicht nur wesentliche Grundlage für einen deutlich verbesserten Schutz des Grundwassers. Sie verringere auch die Gefahren für die Artenvielfalt und trage so erheblich zur Umweltentlastung bei. Brickwedde: "Wenn die Landwirtschaft mess- und überprüfbar geworden ist, Standards geschaffen und in die Praxis umgesetzt werden konnten, dann ist das wesentlich Professor Auernhammers Verdienst." Bahnbrechend seien auch die Leistungen von Dr. Franz Ehrnsperger, dem Chef der Neumarkter Lammsbräu in Bayern. Er sei einer der bedeutendsten Pioniere des betrieblichen Umweltmanagements, ein "Musterunternehmer für die Verbindung von Ökonomie und Ökologie", so Brickwedde. Gegen die breite Skepsis zahlreicher Kritiker habe er Ende der 70er Jahre den Ökologiegedanken entwickelt und an ihm festgehalten, ohne sich kurzfristigen Trends oder konventionellem Marktdruck zu beugen. Dabei habe er erst funktionierende Strukturen schaffen müssen, um sein Motto "Das Reinheitsgebot des Bieres beginnt auf dem Acker" umsetzen zu können. Er habe die Bauern in der Region überzeugen müssen, auf den ökologischen Landbau umzusatteln, weil es im ganzen Landkreis Neumarkt zunächst keinen einzigen Öko-Landwirt gegeben habe. Schließlich habe er Arbeitsplätze geschaffen und zur Strukturverbesserung eines ganzen Landkreises beigetragen. Doch nicht nur die ökologische Produktion von Bier- und Softdrinks sei Ehrnspergers Leistung. Kompromisslos habe er im eigenen Betrieb auch alle anderen Umweltschwachstellen beseitigt.
Ob eine Solaranlage für die Mälzerei, umweltfreundliche Kälteanlagen, Wiederverwendung entstehender Abwärme, konsequente Regenwassernutzung, Rückführung der Abfälle aus Hopfen und Malz in die Landwirtschaft, Umstellung des eigenen Fuhrparks auf Pflanzenölbetrieb, Entwicklung eines abfallfreien Bierklärfiltrationsverfahrens oder Verzicht auf überflüssige Reinigungs- und Desinfektionsmittel - dies alles stehe für eine konsequente Selbstverpflichtung auf den Umweltschutz. Aktuelles Projekt sei ein Bierwürzekochverfahren, das gegenüber herkömmlicher Würzekochung 70 Prozent Energie einspare. Damit würden jährlich 50.000 Liter Heizöl eingespart und 150.000 Kilogramm Kohlendioxid-Emission vermieden. Brickwedde: "Der Lammsbräu-Weg ist für die Gesellschaft unumgänglich und beweist, dass Ökologie Langzeitökonomie ist."
Meilensteine gesetzt im Umweltschutz in Deutschland habe auch Dr. Wolfgang Feist, Chef des von ihm selbst gegründeten Passivhaus-Instituts (PHI) in Darmstadt. Passivhäuser sind hoch gedämmte Gebäude mit einem jährlichen Heizenergieverbrauch von weniger als 15 Kilowattstunden je Quadratmeter, bei denen auf Heizkörper und das sonst notwendige Wärmeverteilnetz verzichtet werden kann. Feist sei es in über zwanzigjähriger Pionierarbeit gelungen, auf der Basis hervorragender wissenschaftlicher Leistungen die Fachwelt von den ökologischen, ökonomischen, gesundheitsrelevanten und architektonischen Vorteilen der Passivhaustechnik zu überzeugen und dieses Konzept auch am Markt einzuführen. Brickwedde: "Dadurch wurde ein Quantensprung in der Entwicklung energiesparender Gebäude möglich." Das werde um so deutlicher, wenn man wisse, dass in Deutschland die privaten Haushalte 28 Prozent der Gesamtenergie verbrauchten und davon die Raumwärme mit 76 Prozent den Löwenanteil ausmache. Während der Kohlendioxidausstoß in Deutschland seit 1990 insgesamt um 15,5 Prozent habe verringert werden können, sei er bei den privaten Haushalten um sechs Prozent gestiegen. Wenn es Feist dann mit der Passivhaustechnik gelungen sei, den jährlichen Heizenergiebedarf auf weniger als 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter zu drücken - was etwa dem Verbrauch von eineinhalb Litern Heizöl entspreche - werde die Leistung noch deutlicher. Gebäude verbrauchten im Mittel mehr als 200 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, Niedrigenergiehäuser immer noch 30 bis 70. Dass sein Konzept aufgehe und Häuser ohne herkömmliche Heizung auskommen, habe Feist in einem Passivhaus in Darmstadt-Kranichstein, in Passivhaussiedlungen in Wiesbaden und am Kronsberg in Hannover unter Beweis gestellt. Brickwedde: "Nach den Erfahrungen von über 1.000 gebauten Passivhäusern steht fest, dass das Konzept funktioniert und akzeptiert wird. Es ist kein Bautyp, sondern ein Baustandard, der auf praktisch jeden Gebäudetyp anwendbar ist. Der Passivhaus-Standard hat gute Aussichten, der Neubau-Standard der Zukunft zu werden."
Quelle/Text: DBU
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Dienstag, 18. September 2001 Baxter legt Nachhaltigkeitsbericht vor: Konzern spart 45 Millionen Mark durch Recycling (CS) Baxter hat im vergangenen Jahr weltweit 31 Millionen Mark für Umweltprogramme ausgegeben, und mit diesen Programmen zugleich 25 Millionen Mark an Kosten eingespart. Das erklärte Dr. Ulrich Pelzer, Verantwortlicher für Umweltfragen bei Baxter in Deutschland, anlässlich der Vorstellung des "Baxter Sustainability Report 2000". Baxter ist ein weltweit führender Hersteller von Arzneimitteln und medizintechnischen Produkten mit Sitz in Deerfield. Der "Nachhaltigkeitsbericht" von Baxter ist einer der ersten Berichte, in denen im Einklang mit der Global Reporting Initiative (GRI) der Vereinten Nationen ökonomische, ökologische und soziale Bereiche miteinander verknüpft werden. Baxter nimmt an einem Pilotprogramm der GRI zur Standardisierung der Berichterstattung über die Bestrebungen in Richtung Nachhaltigkeit teil. "Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht zeigt auch", so Dr. Pelzer, "dass Baxter über einen Zeitraum von vier Jahren mehr als 14 Millionen Mark dadurch eingespart hat, dass Verpackungen besser und leichter gemacht wurden". Insgesamt habe das Unternehmen durch verschiedene Recyclingprojekte mehr als 45,5 Millionen Mark eingespart, die wieder in neue Umweltprojekte reinvestiert wurden. "Wir als weltweit präsentes Unternehmen müssen selbst die Initiative ergreifen und über unsere Rolle in der Gesellschaft nachdenken und darüber, wie wir die Welt um uns beeinflussen wollen. Wir sehen unsere systematische Arbeit an der Verbesserung der Umwelt und unser sozial verantwortliches Verhalten als unerlässliche Vorbedingungen für unser eigenes Überleben an. Der Einsatz für das Erzielen von Nachhaltigkeit ist für Baxter wichtig, weil er uns hilft, wichtige globale Trends, die bedeutende Konsequenzen für uns und unsere Welt haben können, vorherzusagen und damit umzugehen. Der Nachhaltigkeitsbericht ist ein wesentliches Instrument, um zu überwachen, wie wir unsere Umgebung beinflussen", so Pelzer weiter. Kreativität der Mitarbeiter eingebunden
"Die Arbeit an Umwelt betreffenden Fragen durchdringt unsere gesamte Organisation. Wir setzen bei unseren Bestrebungen zur Verbesserung unserer Leistungen im Umweltbereich auch auf die Kreativität unserer Mitarbeiter. So führten wir z.B. im Frühjahr dieses Jahres ein Quiz durch, an dem alle 11.300 Baxtermitarbeiter europaweit teilnehmen konnten. Ziel dieses Wettbewerbs war es, neue Ideen zu sammeln, wie wir unsere Arbeit in Hinblick auf Umweltbelange noch verbessern können. Über 4.000 Mitarbeiter nahmen an diesem Quiz teil und übersandten uns ihre Ideen. Viele dieser Ideen konnten von uns bereits jetzt in die Praxis umgesetzt werden." Baxter wird als Vorreiter für systematische Bestrebungen zum Erreichen von Nachhaltigkeit angesehen und ist als ein führendes Unternehmen der Pharmaindustrie im Dow Jones Sustainability Group Index aufgelistet. Dieser Index verzeichnet die 200 Unternehmen weltweit, die die oberen zehn Prozent der Unternehmen darstellen, die sich für das Erreichen von Nachhaltigkeit einsetzen.
Quelle/Text: Baxter
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Montag, 17. September 2001 Bundesumweltminister Trittin eröffnet KfW-Konferenz "Handelbare Zertifikate im Klimaschutz" (CS) 250 Experten, Entscheidungsträger und Praktiker diskutieren in Berlin neue umweltpolitische Instrumente zum Schutz des Weltklimas Am Montag eröffnete der Bundesumweltminister Jürgen Trittin in Berlin die KfW-Konferenz "Handelbare Zertifikate im Klimaschutz: Internationale Erfahrungen und Projekte". Trittin begrüßte die Initiative der KfW: Mit der Konferenz werde der Dialog über neue Wege im Klimaschutz gefördert. An der Konferenz nahmen am 17. September in Berlin 250 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden, Wissenschaft und Umweltorganisationen teil, sowie Klimaschutzexperten aus den USA, Dänemark, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, Japan, Deutschland und von der EU-Kommission. Detlef Leinberger, für Umwelt zuständiges Vorstandsmitglied der KfW, begründete die Motivation des Veranstalters, dieser Thematik ein Forum zu schaffen: Die traditionellen umwelt- und förderpolitischen Instrumente alleine reichten nicht mehr aus, um dem globalen Klimawandel entgegentreten zu können. Hieraus erklärten sich die Bemühungen auf internationaler Ebene zu einer Umsetzung der Kyoto-Mechanismen zu kommen. Bereits jetzt hätten zahlreiche Länder begonnen, Systeme handelbarer Emissionsrechte, marktfähiger Emissionsgutschriften oder grüner Zertifikate für Strom aus erneuerbaren Energien aufzubauen. Hinzu kämen freiwillige Initiativen privater Unternehmen.
Laut KfW-Vorstand Detlef Leinberger bietet das Instrument handelbarer Zertifikate große Chancen für den Klimaschutz und auch wirtschaftliche Möglichkeiten für Deutschland, Europa und die Entwicklungsländer. Die KfW will sich deshalb stärker mit handelbaren Zertifikaten im Klimaschutz befassen und in diesem Rahmen spezielle Dienstleistungen, Finanzierungsinstrumente und Finanzmarktprodukte entwickeln.
Für den Einsatz neuer Instrumente im Klimaschutz führte Leinberger ein Beispiel an: Die KfW plant, das Instrument der Emissionsminderungsgutschriften aufzugreifen und marktfähig zu machen. Zu diesem Zweck können Klimaschutzfonds eingerichtet werden. Damit würden am Finanzmarkt Mittel eingesammelt, um Klimaschutzmaßnahmen zu finanzieren. Die mit den Projekten erzielten Emissionsminderungen würden zertifiziert und von den Investoren im Gegenzug zur günstigen Finanzierung an den Fonds abgetreten. Der Fonds könnte die Zertifikate vermarkten und die Verkaufserlöse an seine Anteilseigner ausschütten. Um dies zu realisieren, denkt die KfW auch über spezielle Finanzmarktprodukte zur Refinanzierung eines Klimaschutzfonds nach. Die KfW wird auch wie bisher Klimaschutzmaßnahmen im In- und Ausland mit dem bewährten Instrument des Förderkredits vorantreiben. "Wir streben an, unser Engagement auf diesem Gebiet weiter kräftig auszubauen", so Leinberger. Mit KfW-Mitteln wurden seit 1990 CO2-mindernde Maßnahmen in 1,3 Mio. Wohnungen mitfinanziert. Dadurch wird der jährliche CO2-Ausstoß im Wohnungssektor um 7 Mio. Tonnen pro Jahr reduziert. - Zum Vergleich: Um das 25 Prozent-Reduktionsziel der Bundesregierung im Haushaltssektor zu erreichen, müsste der jährliche CO2-Ausstoß dort um 32 Mio. Tonnen verringert werden. Die von der KfW bisher geförderten Investitionen bewirken somit mehr als 20 Prozent der notwendigen Reduktionen. - Alleine im laufenden Jahr hat die KfW bislang für Energiesparmaßnahmen im Wohnungsbestand eine knappe Milliarde Euro an Krediten zugesagt. Die KfW legt besonders Gewicht auf die Förderung erneuerbarer Energien. In den letzten zwei Jahren wurden durch das 100.000 Dächer-Solarstrom-Programm der KfW bereits Photovoltaikanlagen auf weit mehr als 20.000 Dächern gefördert.
Quelle/Text: KfW
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Samstag, 15. September 2001 Einleitende Worte bzgl. den Terroranschlägen in den USA (CS) Liebe Besucher,
die Schreckensnachrichten der letzten Tage haben mich zutiefst schockiert und tiefe Trauer und Mitleid mit den zahlreichen Opfern und deren Hinterbliebenen ausgelöst. Zahlreiche Sondersendungen wurden von Millionen Zuschauern rund um die Uhr verfolgt, so wie auch ich es tat. Wenn man diese schrecklichen Bilder vom World Trade Center (WTC) in New York oder auch vom Pentagon in Washington sieht, rückt die tägliche Umweltarbeit in den Hintergrund und erscheint nicht mehr als wichtig.
Denn was ist, wenn President Bush wirklich zu einem solchen großen militärischen "Vergeltungsschlag" ausholt? Ich persönlich jedenfalls verabscheue jegliche Gewalt. Denn macht sie den Hass nicht sogar noch größer? Ohne Zweifel, die Terroristen und Hintermänner gehören hart bestraft. Doch denke ich, man sollte ein bisschen mehr zur Mäßigung aufrufen. Gestern haben große deutsche Zeitungen mit Schlagzeilen, wie "Zieht Deutschland in den Krieg?" getitelt. Ich hoffe, dass es nicht wirklich zu einem solchen großen Krieg kommt, der dann wieder tausenden Menschen das Leben kosten wird.
Auch denke ich, dass man das Problem auch an der Wurzel anpacken muss. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass man den Terroristen, wie dem viel genannten Osama bin Laden, den Zulauf evtl. dadurch nehmen könnte, wenn man sich für menschenwürdigere Verhältnise (Essen...) in diesen Ländern einsetzt. Jedenfalls denke ich, dass man nicht übereilt handeln sollte. Erst Recht nicht, so lange noch nicht zu 100 Prozent fest steht, wer hinter den Anschlägen steckt. Und Titel, wie der oben genannte, verbreiten nur riesige Angst und informieren nicht umfassend. Vielleicht ist es ja auch ein Fehler der Medien, dass, genauso wie beim Umweltschutz, das Thema Menschenrechte und die Probleme in fremden Ländern (Hunger, Elend, Armut) totgeschwiegen werden?!
Was meinen Sie ?
Lassen Sie uns gemeinsam in den UmweltForen (http://www.umweltforen.de) über dieses bewegende Thema diskutieren!
Es grüßt Sie herzlich
Ihr
Christoph Schneider Chefredakteur
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Freitag, 14. September 2001 Stellungnahme von GERMANWATCH e.V.: Gegen Terror und Eskalation der Gewalt (CS) Einen so brutalen Einsatz von Gewalt gegenüber Unschuldigen wie am 1. September hatte niemand für möglich gehalten. Die Instrumente, darauf zu reagieren, sollten an den Möglichkeiten des Völkerrechts und der Charter der Vereinten Nationen anknüpfen. Die Bilder des Schreckens, die um den Globus liefen, zeigen, dass es auch eine Globalisierung des Schreckens geben kann. Grenzenlose Trauer und Mitgefühl suchen mühsam nach Ausdruck.
Unser Entsetzen gilt dem blinden Hass, der auf menschenverachtende Weise jenseits aller Vorstellungskraft Zerstörung in die Zentren ökonomischer, militärischer und politischer Macht in den USA trug. Kein politisches Ziel kann einen derart menschenverachtenden Anschlag auf unschuldige Menschen rechtfertigen. Der Hass hat das Potential, Teufelsspiralen in Gang zu setzen, in denen stets neuer Hass – oft auf vermeintliche Gegner - gesät wird.
Der Anschlag auf das World Trade Center riss nicht nur Tausende von Menschen in den Tod, sondern er zerstörte auch die Vorstellung von Sicherheit der reichsten und mächtigsten Staaten. Kein Zweifel: Wir sind in der globalen Risikogesellschaft angekommen. Die Staaten dieser Welt stehen nun vor Entscheidungen, die maßgeblich die Formen des Zusammenlebens in der künftigen Weltgesellschaft beeinflussen.
- Der terroristische Anschlag vom 11. September 2001 darf für die Täter und ihre Hintermänner nicht folgenlos bleiben. Sobald sie eindeutig identifiziert sind, müssen sie in angemessener Weise bestraft werden.
- Blinde Rache und Vergeltung, die auch viele Unschuldige treffen, dürfen nicht zur Leitschnur des Handelns werden. Das Völkerrecht wurde entwickelt, damit nicht Teufels-Spiralen der gegenseitigen Zerstörung in Gang gesetzt werden, die letztlich das zerstören, was es zu verteidigen gilt: Freiheit, Menschenrechte, Sicherheit.
- Sicherheit ist heute weniger denn je militärisch, sondern vor allem sozial, kulturell, ökonomisch und politisch begreifbar. Eine sich ständig vergrößernde Kluft zwischen arm und reich sowie fehlende politische Freiheiten sind wichtige Nährböden für nationale und religiöse Fundamentalismen, für Kriege und Terrorismus. Es liegt deshalb im gemeinsamen Interesse der Menschheit, diesen Grundlagen des Terrorismus entschieden entgegenzutreten. Dem Engagement für eine Globalisierung von sozialer Gerechtigkeit, Demokratie und Menschenrechten kommt deshalb eine noch größere Bedeutung zu als je zuvor.
- Jetzt müssen in globaler Kooperation zwischen allen Staaten in Ost und West, in Nord und Süd Strategien gegen den Terrorismus und seine Ursachen entwickelt und umgesetzt werden.
- Es gilt weltweit gemeinsame Strategien zu entwickeln, um die Risiken einer globalisierten Welt zu Chancen zu machen. Es ist zu hoffen, dass jetzt gerade auch in den USA die Notwendigkeit zu weltweit abgestimmtem Verhalten deutlich gesehen wird. Die UN ist der legitimierte und geeignete Ort für eine solche Koordinierung. Der Terrorismus ist ein zentrales Beispiel für Risiken globaler Tragweite – die Risiken der Finanzmärkte und die Gefahren des globalen Klimawandels sind andere Beispiele. Alle Staaten, gerade auch die USA, müssen sich – in gemeinsamer aber differenzierter Verantwortung – an den Gestaltungsmöglichkeiten zur Eindämmung dieser Risiken mit globalem Ausmaß beteiligen.
- Der Konflikt zwischen Israel und Palästinensern muss im Interesse dieser beiden Völker und im Interesse des Weltfriedens beendet werden. Alle Staaten und Regierungen sind aufgerufen, ihren Beitrag zu einer Lösung dieses Konfliktes zu leisten.
In- und Ausländer in allen Staaten müssen sich versichern: "Wir wollen zusammen ohne Hass und Angst leben. Wir alle, ob Christen, Muslime, Juden oder anders- bzw. ungläubige Menschen verabscheuen und verurteilen diese Terroranschläge. Gemeinsam wollen wir alles dafür tun, dass zwischen uns kein Platz für Hass und Gewalt bleibt."
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Freitag, 14. September 2001 DNR: Atomkraftwerke können zu bevorzugten Zielen von Terroranschlägen werden (CS) Der DNR-Präsident Hubert Weinzierl hat sich heute in einem Offenen Brief an Bundeskanzler Gerhard Schröder und Bundesumweltminister Jürgen Trittin mit folgendem Brief gewandt. Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sehr geehrter Herr Bundesumweltminister, nach den Terroranschlägen in den USA hat sich auch in Deutschland die Sicherheitslage von Grund auf verändert. Nach Auffassung des DNR betrifft dies insbesondere auch die "friedliche" Nutzung der Atomkraft. Ich erinnere an Prof. Carl Friedrich Weizsäcker, der bereits 1988 einräumte, dass ein Staat mit Atomreaktoren im Krieg oder Terrorfall praktisch nicht verteidigbar ist. Der DNR teilt diese Auffassung und warnt davor, in der Frage der Atommülllagerung zur Tagesordnung überzugehen. Atomkraftwerke wie Atommüll-Lager könnten zu bevorzugten Zielen von Terroranschlägen werden. Ganz aktuell fordern wir Sie daher auf, die derzeit laufenden Genehmigungsverfahren zur Errichtung von Standortzwischenlagern zu unterbrechen, die nächsten Termine abzusagen und mit erneuerten Unterlagen, (in denen der Flugzeugabsturz nicht als "Restrisiko" abgetan wird) völlig neu zu beginnen. Mit freundlichen Grüßen
Hubert Weinzierl
Quelle/Text: DNR
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Mittwoch, 12. September 2001 Greenpeace sagt alle geplanten Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen ab (CS) Aufgrund der unglaublichen Tragödie in den Vereinigten Staaten hat die internationale Umweltorganisation Greenpeace alle Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen bis auf weiteres abgesagt. Die für Samstag in New York geplante Geburtstagsfeier entfällt. Das Greenpeace-Flagschiff "Rainbow Warrior", welches heute im Hafen von New York ankommen sollte, ist bereits wieder auf dem Weg nach Europa.
Quelle/Text: Greenpeace
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Dienstag, 11. September 2001 NABU und BUND begrüßen Urteil des Europäischen Gerichtshofes (CS) Der Naturschutzbund NABU und der BUND begrüßen das heutige Urteil des Europäischen Gerichtshofes gegen Deutschland. Darin werden Deutschland, Frankreich und Irland wegen mangelhafter Schutzgebietsmeldungen nach der Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) Richtlinie verurteilt. Deutschland hat bislang lediglich 6,2 Prozent seiner Fläche nach Brüssel gemeldet. NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen bezeichnete das Urteil als schallende Ohrfeige für die Naturschutzbremser: "Die Bundesländer sollten dies als letzte Warnung begreifen und endlich ihre Hausaufgaben machen."
In der 1992 in Kraft getretenen FFH-Richtlinie haben sich die Mitgliedstaaten der EU verpflichtet, bis zum Jahr 1995 nach klar definierten Kriterien Schutzgebiete für das europäische Schutzgebietsnetz "Natura 2000" vorzuschlagen. Zu diesem Netz sollen auch die Schutzgebiete nach der bereits 1979 in Kraft getretenen EG-Vogelschutzrichtlinie gehören. Nach Analysen von NABU, BUND und anderen Naturschutzverbänden haben die Bundesländer aber bisher nur ca. die Hälfte der fachlich infrage kommenden Gebiete nach Brüssel gemeldet. Die Europäische Kommission hatte daher bereits im Februar 1999 Klage gegen Deutschland beim EuGH eingereicht und mit der Nichtauszahlung von EU-Fördergeldern für Infrastrukturmaßnahmen und die Landwirtschaft gedroht.
Viele Bundesländer hätten auch die bis zum 31. März 2001 eingeräumte "Schonfrist" zur Nachmeldung aller erforderlichen Gebiete ungenutzt verstreichen lassen, so die BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt: "Die Ausweisungen durch manche Bundesländer sind weder fachlich ausreichend noch rechtlich korrekt." Laut Zahrnt habe Baden-Württemberg früher gemeldete Schutzgebiete als angebliche "Fehlmeldung" zurückgezogen, Hessen und Sachsen erst jetzt wegen des angedrohten Urteils weitere Gebietsmeldungen angekündigt. Nordrhein-Westfalen habe zwar Nachmeldungen vorgenommen, ist aber mit nur 5,3 Prozent der Fläche weit hinter den bereits im Frühjahr 1998 vorgelegten Vorschlägen der Naturschutzverbände zurückgeblieben."
Nach Auffassung des NABU-Bundesgeschäftsführers hätten einige Länder die konsequente Rechtssprechung des EuGH immer noch nicht verstanden und bei der Abgrenzung mancher Schutzgebiete aus politischen Erwägungen bewusst getrickst. "Wertvolle Gebietsteile sind wegen geplanter Straßen ausgeklammert oder gar nachträglich wieder aus der Gebietsliste gestrichen worden", so Billen.
BUND und NABU forderten die Länder zur umgehenden Meldung aller fachlich geeigneten Gebiete auf. Die Verbände hätten eine Riesenarbeit geleistet und gute Vorschläge erarbeitet, die jetzt endlich durch die Länder offiziell bestätigt werden sollten. "Wenn die Bundesländer die Naturschutzflächen nicht endlich ausweisen, drohen Deutschland ein zweites Verfahren sowie rückwirkend saftige Strafen von bis zu 1,5 Mio. DM täglich. So leichtfertig sollten Steuergelder nicht verschwendet werden", sagte BUND-Chefin Zahrnt.
Quelle/Text: NABU
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Montag, 10. September 2001 Shell Studie: Mehr Autos - aber Kraftstoffverbrauch und Emissionen sinken (CS) Eine Sättigung des Pkw-Marktes in den nächsten 20 Jahren ist nicht in Sicht: Der Bestand der Fahrzeuge in Deutschland wird bis zum Jahr 2020 weiter steigen, von heute 43,8 auf dann 48 bis 52 Millionen Pkw. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Pkw-Markt-Studie der Deutschen Shell, die auf zwei Szenarien beruht. Die Gründe für den Anstieg der Motorisierung: Der Anteil der weiblichen und älteren Autofahrer nimmt kräftig zu. Im Jahr 2020 werden allein die Frauen bis zu 19,6 Millionen Autos besitzen, knapp 60 Prozent mehr als heutzutage. Besonders überraschend: Trotz des Auto-Booms geht es mit dem Kraftstoffverbrauch (minus 30 bis 40 Prozent) und den Schadstoffemissionen abwärts. Sparsame Neufahrzeuge mit einem Praxisverbrauch von durchschnittlich weniger als vier Liter je 100 km, abnehmende Fahrleistungen und neue Antriebskonzepte sorgen bis zum Jahr 2020 dafür, dass Ressourcen und Umwelt deutlich weniger beansprucht werden. Eines der Shell Szenarien geht gar von einem Rückgang der Gesamtfahrleistungen aller in Deutschland zugelassenen Pkw aus - von heute 528 auf 494 Milliarden Kilometer in 2020. "Mehr Autos führen nicht zwangsläufig zu mehr Verkehr. Diese neue Perspektive sollte Anlass für eine differenzierte Betrachtung der individuellen Mobilität sein", erklärte Pieter Berkhout, Chef der Deutschen Shell, Hamburg, anlässlich der Vorstellung der Studie am 10. September in Berlin. Shell zufolge entfallen auf den maximalen Bestandszuwachs von 8,5 auf 52,3 Millionen Autos 7,1 Millionen Fahrzeuge auf Frauen. Die Gruppe der Senioren mit Pkw, also der über 60jährigen Frauen und Männer, wächst ähnlich stark um 6,8 auf 15,2 Millionen Menschen. Die Folge: 2020 ist jeder dritte Autofahrer älter als 60 Jahre.
Diesel-Pkw gewinnen weiter an Bedeutung, denn der geringe Kraftstoffverbrauch, die Preisvorteile und der wachsende Fahrkomfort erhöhen die Nachfrage. Laut Shell Szenarien klettert der Dieselanteil am Fahrzeugbestand von heute rund 15 auf 30 bis 40 Prozent im Jahre 2020. Die Zukunft der alternativen Antriebsformen sieht Shell gemischt. Sie werden sich einen Anteil von drei bis zehn Prozent erobern. Das sind bis zu fünf Millionen Fahrzeuge. Ganz oben steht die Brennstoffzellen-Technik. Doch die Brennstoffzelle wird den Verbrennungsmotor zunächst nur ergänzen. Otto- und Dieselmotoren, die noch erhebliche Optimierungspotentiale bieten, bleiben also für lange Zeit die Nr. 1 im Straßenverkehr.
Verbrauch, Fahrleistung und Emissionen im Sinkflug Prägend ist der Trend zu sparsameren Pkw. Der Verbrauch von Neufahrzeugen liegt in 20 Jahren je nach Szenario im Durchschnitt zwischen 3,7 und 4,3 Liter, gegenüber 7,7 Liter im Jahre 2000. Die sparsamen Techniken wirken sich aber erst zeitlich verzögert auf den Gesamtverbrauch des Pkw-Bestandes aus, da die alten Fahrzeuge rund zwölf Jahre gefahren werden, bevor sie in der Schrottpresse landen. Die Shell Studie erwartet für das Jahr 2020 - je nach Szenario - einen durchschnittlichen Verbrauch der gesamten Flotte von 5,5 bis 5,8 Liter, gegenüber 8,5 Liter im Jahr 2000.
Abnehmen wird auch die Fahrleistung. Legten Pkw in den 60er Jahren über 16.000 km pro Jahr zurück, sind es heute nur noch 12.300 km. Der Abwärtstrend wird anhalten und sich auf 10.300 bis 11.300 km einpendeln. Ursache dafür ist die Motorisierung der Frauen und Senioren, die ihre Autos weniger nutzen; ferner nimmt der Anteil langer geschäftlicher Fahrten ab, die Nutzung des Pkw in der Freizeit aber zu. Darüber hinaus spielen Zweit- und Dritt-Pkw zukünftig eine größere Rolle - auch dies reduziert die Fahrleistung. Mehr Autos bedeuten nicht mehr Emissionen. Auch zukünftig wird die Fahrzeugtechnologie voranschreiten und einen weiteren Rückgang der Schadstoffemissionen bewirken. Der Gipfel der Abgasemissionen (Benzol, Kohlenwasserstoffe, Kohlenmonoxid, Stickoxide sowie Dieselpartikel) wurde bereits Ende der 80er Jahre erreicht. Seitdem ist der Ausstoß um über 60 Prozent gefallen. In 20 Jahren dürfte der Schadstoffgipfel um rund 90 Prozent unterschritten sein. Auch die durch die Verbrennung von Benzin und Diesel entstehenden Kohlendioxidemissionen werden zurückgehen. Shell zufolge fällt der Benzin- und Dieselkonsum im Individualverkehr um 30 bis 40 Prozent: Der sinkende Kraftstoffverbrauch und neue Antriebstechniken überkompensieren den Anstieg des Autobestandes.
Quelle/Text: Deutsche Shell
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Montag, 10. September 2001 Greenpeace: Mehr Küstenschutz für die Ostsee (CS) Greenpeace hat heute auf der Kopenhagener "Konferenz zur Verbesserung der Schiffssicherheit in der Ostsee" schnelle Maßnahmen für den Schutz des Meeres und der Küste gefordert. Vor dem Eingang des Konferenzgebäudes entrollten Aktivisten ein Transparent mit der Aufschrift "Save the Baltic Sea" (Schützt die Ostsee). An die Konferenzteilnehmer verteilen die Umweltschützer einen Greenpeace-Bericht über die Schiffssicherheit in der Kadetrinne, der meist befahrenen Wasserstraße der Ostsee. Dänemark hat heute Regierungsvertreter aller Anrainerländer zu der Konferenz nach Kopenhagen eingeladen, um über die Verbesserung der Schiffsverkehrssicherheit zu beraten. "Die Erfahrung der Vergangenheit zeigt, dass jeder Schiffsunfall schnell zu einer riesigen Ölpest werden kann", sagt Dr. Christian Bussau, Schifffahrts-Experte von Greenpeace. "Die Küste der Ostsee ist besonders gefährdet. Um die Bewohner wirksam zu schützen, müssen alle Ostseeanrainer-Staaten an einem Strang ziehen." Der Greenpeace-Bericht dokumentiert die Ergebnisse eines Projektes, bei dem die Umweltorganisation im Frühjahr 2001 vier Wochen lang die Schiffsbewegungen in der Kadetrinne beobachtet hat. Über 200 Regelverstöße wurden dabei registriert: Zahlreiche Schiffe fuhren entgegen der allgemeinen Verkehrsrichtung (Geisterfahrer), befuhren den Mittelstreifen und die Seitenstreifen des Verkehrstrennungsgebietes, Schiffe liefen nicht regelgerecht in das Verkehrstrennungsgebiet ein oder querten es falsch. Während der Beobachtung, am 12.05.2001, lief der Zement-Frachter "Nikolaos P" auf Grund. Für die Kadetrinne fordert Greenpeace eine Lotsenannahmepflicht, das heißt, große Schiffe werden dazu verpflichtet, bei der Durchfahrt einen Lotsen an Bord zu nehmen. Darüber hinaus kann kurzfristig nur eine schwimmende Verkehrsleitzentrale und ein in der Ostsee stationiertes Sicherheitsschiff die Gefahr von Schiffsunfällen deutlich senken. Die Ostsee ist eines der meist befahrenen Meeresgebiete der Welt. Pro Jahr finden dort rund 230.000 Schiffsbewegungen statt, darunter circa 21.000 Tanker. Statistisch gesehen kommt es in der Ostsee zu 23 Zwischenfällen pro Jahr. Allein in der Kadetrinne und in dem umgebenden Meeresgebiet hat es in den letzten zehn Jahren 22 Unfälle gegeben. Erst im Frühjahr letzten Jahres wurde der Tanker "Baltic Carrier" von dem Frachter "Tern" gerammt, nachdem die Ruderanlage des Tankers ausgefallen war. 2700 Tonnen Öl verschmutzten Teile der dänischen Ostseeküste. Bussau: "Die bislang durchgeführten Sicherungsmaßnahmen im Bereich der Kadetrinne reichen nicht aus, um die Küste vor Schiffsunfällen und Ölverschmutzungen zu schützen. So chaotisch wie Öltanker und Frachter durch die Kadetrinne fahren, kann sich ein großer Schiffsunfall wie die Havarie des Öltankers ,Baltic Carrier' jederzeit wiederholen."
Quelle/Text: Greenpeace
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Montag, 10. September 2001 NABU warnt vor weiterem Ausbau von Elbe und Donau (CS) Der Naturschutzbund NABU hat sich auf dem Elbestatusseminar des Verkehrsministeriums in Berlin vehement gegen einen weiteren Ausbau der Elbe als Wasserstraße ausgesprochen. In den vergangenen fünf Jahren hätten zahlreiche Baumaßnahmen Deutschlands naturnähesten Fluss sichtbar geschädigt. "Auch wenn das Ministerium nur von Unterhaltung des Flusses spricht, handelt es sich doch eigentlich um den Ausbau zu einem Kanal", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen. Die rot-grüne Bundesregierung verstöße deutlich gegen die Erklärung zum Schutz der Elbe.
Die so genannte Elbe-Erklärung wurde 1996 zwischen dem damaligen Verkehrsminister Wissmann und den deutschen Umweltverbänden abgeschlossen. In der Erklärung sicherte das Ministerium zu, den Schiffsverkehr überwiegend über den Elbeseitenkanal fließen zu lassen und die Elbe als naturnahen Fluss zu erhalten. "Obwohl sich auch die rot-grüne Bundesregierung zu dieser Vereinbarung bekannt hatte, wurde der Ausbau der Elbe bisher nicht gestoppt"; so Billen.
Der NABU forderte das Verkehrministerium auf, alle Planungen zum Ausbau der Reststrecke an der Elbe endgültig zu den Akten zu legen. Billen: "Es lohnt sich die Visionen der Elbe-Erklärung als Zeugnis guter politischer Kultur in Erinnerung zu rufen." Auch wäre es dem Steuerzahler kaum zu vermitteln, warum nach Fertigstellung des Elbe-Seitenkanals zwei parallel verlaufende Wasserstraßen auf seinen Taschen lasten sollten. Allein die Unterhaltung würde jedes Jahr viele Millionen Euro Steuergelder kosten. Ähnliche Probleme sieht der NABU bei den jüngsten Querelen um den Ausbau der Donau. Auch hier würden Milliardenbeträge in verkehrspolitisch überflüssige Maßnahmen gepumpt.
Quelle/Text: NABU
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Samstag, 8. September 2001 Lungenkrebs durch Dieselruß: Greenpeace stellt Strafanzeige gegen Autoindustrie (CS) Um die Menschen künftig mehr vor dem Lungenkrebsrisiko durch Dieselabgase zu schützen, hat Greenpeace heute juristische Schritte gegen die Autoindustrie und das Kraftfahrtbundesamt (KBA) eingeleitet. Wie die Umweltorganisation heute in Hamburg erklärte, wurden beim Verwaltungsgericht Schleswig eine Untätigkeitsklage gegen das Kraftfahrtbundesamt eingereicht sowie bei der Staatsanwaltschaft des Landgerichts Hamburg Strafanzeige gegen die führenden deutschen Automobilkonzerne gestellt. Greenpeace will damit erreichen, dass das KBA künftig nur noch solchen Diesel-Fahrzeugen eine allgemeine Betriebserlaubnis erteilt, deren Abgase durch eine wirksame Technik gereinigt werden. Darüber hinaus sollte für alle anderen Dieselautos eine Frist gelten, in der die Fahrzeuge nachgerüstet werden. Greenpeace erwägt, die Klage in Zukunft auch auf LKW auszudehnen. Jährlich sterben allein in Deutschland rund 8.000 Menschen (Institut für Technikfolgenabschätzung) an solchen Formen des Lungenkrebs, der überwiegend durch die Partikel von Dieselabgasen ausgelöst wurde. In den europäischen Ballungszentren sterben insgesamt 80.000 Menschen pro Jahr an den Folgen der mit durch Dieselabgase hervorgerufenen Lungenkrebserkrankung. "Dass die Automobil-Industrie ihre Dieselfahrzeuge trotzdem nicht mit einer längst vorhandenen Technik ausrüstet, die die Abgase reinigt, ist kriminell," sagt Greenpeace-Sprecher Wolfgang Lohbeck. "Die Vorstände und Ingenieure wissen um die tödlichen Auswirkungen ihrer Produkte ebenso wie um die technischen Möglichkeiten, dies zu verhindern." Neben den Krebserregern können Dieselabgase auch zu weiteren gesundheitlichen Schäden führen. Das Einatmen der feinen Rußpartikel kann Entzündungen der Atemwege, Verschlimmerung von Asthma, Husten und Abnahme der Lungenfunktion zur Folge haben. Die größte Gefahr der Dieselabgase sind die sehr kleinen Rußteilchen, die tief in die Atemwege vordringen, sich dort festsetzen und Tumore auslösen können. Je kleiner die Partikel, desto gefährlicher. Zwar wurde bei Dieselmotoren neuerer Bauart die Masse der großen, schweren Rußteilchen reduziert. Die Gesundheitsgefahren sind dadurch aber nicht geringer geworden, weil durch neue Zerstäubungs- und Einspritztechniken (Common Rail) die feineren Rußteilchen möglicherweise sogar mehr geworden sind. Greenpeace prüft auch die Möglichkeit einer Sammelklage auf der Basis amerikanischen Rechts gegen die Gesellschaften General Motors, Ford und Daimler-Chrysler. Lohbeck: "Für weitere Klagen brauchen wir Unterstützung. Wir rufen daher Menschen auf, die an Lungenkrebs erkrankt sind, oder deren Angehörige, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Bedingung ist, dass sie nicht rauchen oder geraucht haben und an stark befahrenen Straßen leben oder gelebt haben."
Quelle/Text: Greenpeace
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Freitag, 7. September 2001 Tierschutz-Hundeverordnung trat am 1. September in Kraft (CS) Am 1. September trat die Tierschutz-Hundeverordnung in Kraft. Sie regelt die Anforderungen an die Haltung aller Hunde, unabhängig davon, wo sie gehalten werden. Die Befriedigung wesentlicher Grundbedürfnisse, wie Bewegungs- und Gemeinschaftsbedürfnis, muss Hunden auch in der Zwinger- und Anbindehaltung möglich sein. Deshalb schreibt die Verordnung vor, dass allen Hunden ausreichend Auslauf und Umgang mit der Betreuungsperson gewährt werden muss.
Die Tierschutz-Hundeverordnung verbietet die Zucht mit Pitbull-Terriern, Bullterriern, Staffordshire-Bullterriern und American-Staffordshire-Terriern sowie Kreuzungen mit diesen Tieren, und zwar aus Tierschutz-Gründen. Bei diesen Hunden tritt besonders ausgeprägt ein erblich bedingt übersteigertes Aggressionsverhalten auf. Solche Hunde leiden darunter, dass sie anderen Hunden gegenüber kein artgemäßes Sozialverhalten zeigen können. Sie gefährden darüber hinaus Leben und Gesundheit von Hunden, die auf das übersteigert aggressive Verhalten artgemäß durch Unterwerfungsgesten reagieren.
Bei großen Hundezuchten wird die Zahl der Hunde, die von einer Person betreut werden dürfen, auf zehn begrenzt. Zusätzlich müssen diese Betreuungspersonen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten nachweisen, da es hier schnell zu tierschutzwidrigen Zuständen kommen kann. Für bestehende, tierschutzrechtlich genehmigte Hundezuchten gilt dies ab dem 1. September kommenden Jahres.
Die Vorschriften über die Mindestgrößen von Zwingern sind nun nach der Größe der Hunde gestaffelt. Bestehende Zwingeranlagen, die nicht den neuen Vorschriften entsprechen, dürfen nur noch bis zum 31. August 2004 betrieben werden. Für die Haltung von Hunden in Räumen gelten diese Mindestflächen analog.
Die Erfahrungen nach der Einführung des gesetzlichen Kupierverbotes 1998 haben gezeigt, dass Hunde zum Erreichen bestimmter Rassemerkmale ins Ausland gebracht und dort kupiert werden oder kupierte Hunde aus dem Ausland eingeführt werden. Um diesen "Kupiertourismus" zu bekämpfen, werden Ausstellungen mit solchen Hunden ab dem 2. Mai 2002 verboten.
bml
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Freitag, 7. September 2001 BUND und Tierschutzbund: Käfighaltung von Legehennen muss verboten werden! (CS) Der Deutsche Tierschutzbund und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben einer Reihe von Bundesländern eine Missachtung des Tierschutzes vorgeworfen. Das von Agrarministerin Künast geplante Verbot der Käfighaltung von Legehennen werde derzeit durch die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Thüringen blockiert. Die Tierschützer forderten die Bundesratsvertreter dieser Länder auf, am 19. Oktober im Bundesrat der neuen Verordnung zur Legehennenhaltung zuzustimmen.
Der BUND und der Deutsche Tierschutzbund bezeichnen das Verbot der Hühnerhaltung in Legebatterien als einen der entscheidenden Prüfsteine der angekündigten Agrarwende. Derzeit werden noch rund 90 Prozent der 42 Millionen in Deutschland gehaltenen Legehennen in Käfigen und Legebatterien gehalten. Selbstverstümmelungen der Tiere, Kannibalismus und Krankheiten sind die Folge. Große Mengen von Kot, Krankheitskeimen und Abgasen belasten die Umwelt. Der Einsatz von Antibiotika und anderen Medikamenten gefährdet die menschliche Gesundheit.
Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes: "Wir fordern die Länderchefs Teufel, Stoiber, Koch, Ringsdorff, Gabriel, Scherf, Höppner, Stolpe, Biedenkopf und Vogel dringend dazu auf, dem Tierschutz in ihren Bundesländern mehr Geltung zu verschaffen. Sollten diese Länder eine neue Legehennenverordnung im Bundesrat blockieren, werden wir die Verbraucher über die tierschutzfeindliche Haltung ihrer Regierungschefs informieren und deutlich machen, wer für diese von der Bevölkerung abgelehnte Tierquälerei die Verantwortung trägt. Durch das Bundesverfassungsgerichtsurteil vom 6. Juli 1999 steht fest, dass die qualvolle Käfighaltung nicht mehr zulässig ist und schnellstens beendet werden muss."
Hubert Weiger, Agrarexperte des BUND: "Alle nicht artgerechten Tierhaltungsformen gehören abgeschafft. Wer mehr Tierschutz blockiert und die heutige Massentierproduktion beibehalten will, ist verantwortlich für Umwelt- und Verbraucherschutzskandale und das Quälen von Millionen von Hühnern."
Neben der Verabschiedung der neuen Hennenhaltungsverordnung im Bundesrat fordern der BUND und der Deutsche Tierschutzbund die schnelle Einführung einer verbindlichen Kennzeichnung der Eier. Haltungsform und Herkunftsland müssten noch vor der 2004 kommenden EU-Regelung auf allen Verpackungen erscheinen. Die Bundesregierung solle zudem eine Verbraucherkampagne für Eier aus artgerechter Tierhaltung starten und den Umstieg auf solche Tierhaltungsformen stärker finanziell fördern.
Quelle/Text: BUND e.V.
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Donnerstag, 6. September 2001 NABU-Wildhütergruppe in Kirgisistan offiziell geehrt (CS) Der Naturschutzbund NABU hat heute für sein Schneeleopardenprojekt in Kirgisistan eine offizielle Auszeichnung durch die kirgisische Regierung und das Bundesumweltministerium erhalten. Die Auszeichnung erfolgte in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek durch den kirgisischen Umweltminister Ratbek Eschmambetow und die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Gila Altmann. Altmann dankte dem NABU für seine Bemühungen zur Erhaltung der Schneeleoparden und würdigte die erreichten Erfolge.
Unmittelbar vor der Auszeichnung hatte die NABU-Wildhütergruppe "Bars" erneut zwei Schneeleopardenfelle konfisziert. Die NABU-Wildhütereinheit hat seit ihrer Gründung vor zwei Jahren bis heute über 160 Wilderern und Händlern in Kirgisistan das Handwerk gelegt. Dabei wurden über 400 Fallen und Waffen beschlagnahmt. "Ohne das mutige Auftreten der Wildhüter und ihre Bereitschaft, Gefahren für das eigene Leben auf sich zu nehmen, wären viele Hunderte Schneeleoparden, die unmittelbar vom Aussterben bedroht sind, in die Hände der Wilderer gefallen", lobte Leif Miller, Leiter der NABU-Bundesvertretung in Berlin, die Anstrengungen der Gruppe.
Die NABU-Wildhütergruppe Bars wird ihre Arbeit für weitere 10 Jahre fortsetzen können. Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde heute von Leif Miller und dem kirgisischen Umweltminister Ratbek Eschmambetow unterzeichnet. "Der NABU wird seine Aktivitäten in Kirgisistan deutlich ausweiten", betonte Miller. Dazu gehören die Einrichtung einer Wildforschungsstation in den Bergen nördlich des Biosphärenreservats Issyk-Köl sowie der Aufbau eines Informationszentrums. "Außerdem wird der NABU dem kirgisischen Umweltministerium in den Bereichen Umweltbildung und Öko-Tourismus zur Seite stehen", so Miller weiter. Eine Partnerschaft zwischen dem Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, dem NABU-Informationszentrum Blumberger Mühle und dem Biosphärenreservat Issyk-Köl solle diese Kooperation begleiten.
Quelle/Text: NABU
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Mittwoch, 5. September 2001 CDU/CSU: Mit Rot-Grün rückwärts in die Zukunft (Atomgesetz) (CS) Zum heutigen Beschluss des Bundeskabinetts zur Novelle des Atomgesetzes erklärt der umweltpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Dr. Christian Ruck: Die fatale Ausstiegspolitik der Bundesregierung macht die Welt unsicherer, lässt Deutschland die Klimaschutzziele verfehlen und bürdet die Lasten für die Entsorgung kommenden Generationen auf. Mit der heute vom Bundeskabinett beschlossenen Novelle des Atomgesetzes sollen die sicheren deutschen Kernkraftwerke abgeschaltet werden. Energie wird dann aus dem Ausland importiert werden müssen, zum Teil auch aus Anlagen, die deutschen Sicherheitsstandards nicht genügen. Wertvolles deutsches Know-how in der Sicherheitstechnik wird vernichtet. Tausende von Arbeitsplätzen drohen, verloren zu gehen. Die Abschaffung eines C0 2- freien Energieträgers bedeutet einen herben Rückschlag im Klimaschutz. Die entstehende Lücke in der deutschen Stromversorgung wird nur durch den Ausbau fossiler Kraftwerke und durch Stromimporte aus dem Ausland geschlossen werden können. Immerhin sind weltweit über 430 Kernkraftwerke in Betrieb und 90 weitere werden geplant. Die vorgesehene Änderung des Atomgesetzes ist ein Rückschritt in der Energiepolitik in Deutschland. Gefragt ist nämlich ein gesunder Energiemix, zu dem ohne Frage die Kernenergie gehört. Entschieden abzulehnen sind zudem die Pläne der rot-grünen Bundesregierung, Zwischenlager auf der grünen Wiese zu errichten und damit die Bürger zu verunsichern. Am bestehenden Entsorgungskonzept von 1979 ist vielmehr festzuhalten. Die Bundesregierung verschiebt mit ihrer Absicht, nur ein Endlager vorzusehen, das erst im Jahr 2030 betriebsbereit sein soll, die endgültige Lösung des Entsorgungsproblems bewusst auf künftige Generationen. Die zentralen Zwischenlager, auf die die Bundesregierung ihr Entsorgungskonstrukt maßgeblich stützt, sind aber überflüssig, weil die zentralen Zwischenlager Gorleben und Ahaus noch mindestens 15 Jahre reichen und Transporte sicher durchführbar sind.
Quelle/Text: CDU/CSU
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Mittwoch, 5. September 2001 BUND: Der Atomgesetznovelle nicht zustimmen! (CS) Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bundestagsabgeordneten heute in einem offenen Brief aufgefordert, die im Kabinett verabschiedete Novelle des Atomgesetzes abzulehnen. Bei der anstehenden Beratung des Gesetzes, das vor der Behandlung durch das Parlament lediglich zwischen Atomindustrie und Bundesregierung unter Ausschluss der Umweltverbände verhandelt wurde, sollten sich die Abgeordneten keine Zustimmung vorgeben lassen, sondern nach eigener Verantwortung entscheiden. Das in der Koalitionsvereinbarung gegebene Versprechen der rot-grünen Bundesregierung, wegen der Gefahren und der Folgen der Nutzung der Atomkraft den schnellstmöglichen unumkehrbaren Atomausstieg zu realisieren, werde durch die Gesetzesnovelle nicht eingelöst.
Angelika Zahrnt, Vorsitzende des BUND: "Wir lehnen den Entwurf der Atomgesetznovelle strikt ab. Die Gefahren der Atomenergie und das tägliche Anwachsen des Strahlenmülls sprechen gegen diese Energieform. Wir erwarten daher von den Abgeordneten des Bundestages, dass sie das vorgelegte Gesetz ablehnen und sich statt dessen für einen sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie einsetzen."
Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND-Bundesvorstandes: "Die Atomkraft ist und bleibt eine unbeherrschbare Energiequelle, die die grundgesetzlich verankerten Rechte des Menschen auf Leben und körperliche Unversehrtheit sowie das Recht künftiger Generationen auf den Schutz ihrer Lebensgrundlagen verletzt. Das belegen immer wieder auftretende Atomunfälle und -skandale sowie die unlösbare Frage einer sicheren Entsorgung des hochradioaktiven Atommülls. Es darf deshalb nur eine Option geben: den sofortigen Atomausstieg."
Der BUND kritisiert zudem die weitere Bevorteilung der Atomstromerzeugung gegenüber anderen Energiequellen. So sei die in der Novelle vorgesehene Haftpflichtversicherungssumme von 5 Milliarden Mark angesichts potenzieller Schäden von 10 000 Milliarden Mark weiterhin lächerlich gering. Zudem werde der Brennstoff für Atomkraftwerke im Gegensatz zu den Brennstoffen für Erdgas- und Erdöl-Kraftwerke nicht besteuert, so dass diese gegenüber der Atomkraft massiv benachteiligt seien. Wenn die Atomstromerzeugung ihre realen Kosten tragen würde, läge der Preis für eine Kilowattstunde Atomstrom laut BUND weit über einer Mark und wäre damit wirtschaftlich völlig uninteressant.
Quelle/Text: BUND e.V.
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Mittwoch, 5. September 2001 Das neue Bio-Siegel soll Öko-Produkte aus der Nische holen (CS) Verbraucherschutzministerin Künast: Wichtiges Signal der Agrarwende
Das neue, von Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast initiierte und von einer großen Allianz aus Handel, Verbänden und Politik letzten Mai vereinbarte Bio-Siegel für Produkte des ökologischen Landbaus ist da. Marken-rechtlich bereits abgesichert, kann es sofort von allen Erzeugern, Verarbeitern und dem Handel zur Kennzeichnung von Lebensmitteln genutzt werden, die nach den streng kontrollierten Standards der EG-Öko-Verordnung produziert werden.
Künast präsentierte das neue Bio-Siegel heute vor der Presse in Berlin und bezeichnete es als "ein wichtiges Signal der Agrarwende", das einen wesentlichen Beitrag dazu leisten könne, die angestrebte Ausweitung des ökologischen Landbaus auf rund 20 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche bis zum Jahr 2010 zu erreichen. Denn das Zeichen schaffe Transparenz und Sicherheit beim Kauf von Öko-Ware und "ist damit ein herausragendes Angebot an die Verbraucherinnen und Verbraucher, die Bio-Lebensmittel schnell und eindeutig von anderen unterscheiden wollen", so die Verbraucherschutzministerin.
Zugleich hob Künast die Chancen für die Marktteilnehmer auf der Erzeuger- und Handelsseite hervor. Das Bio-Siegel kann auf freiwilliger Basis von allen genutzt werden, ohne dass die Anbieter auf eigene Produktnamen verzichten müssen, greife also nicht in den Wettbewerb der Bio-Marken ein. Künast appellierte in diesem Zusammenhang vor allem an den traditionellen Lebensmitteleinzelhandel, das Bio-Siegel so schnell als möglich in den Regalen sichtbar zu machen. Und auch die Landwirte ermunterte Künast, diesen Neuanfang im Bio-Markt zu nutzen, um auf ökologischen Landbau umzustellen.
Die Ministerin kündigte zudem an, dass der Prozess der Verbraucher-information und -beratung mit erheblichen Mitteln in Millionenhöhe unterstützt werde, um möglichst schnell möglichst viele Menschen zu erreichen. Mit der heutigen Vorstellung des Bio-Siegels wurden zum Beispiel die ersten Informationen auf der eigens konzipierten Internetseite (http://www.bio-siegel.de) eingestellt. Außerdem startete Künast heute symbolisch eine Informationstour durch Deutschland, die ab Anfang Oktober in 12 bis 16 Städten Station machen wird. Für 2002 ist dann eine breit angelegte Informationskampagne geplant.
Die gesetzliche Absicherung des neuen Bio-Siegels ist heute mit der Verabschiedung im Bundeskabinett einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Bis Ende des Jahres wird das weitere Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen sein. Die notwendige Durchführungsverordnung wird ebenfalls zügig auf den Weg gebracht. Für die interessierten Marktteilnehmer hat Künast die Informationsstelle Bio-Siegel bei der Öko-Prüfzeichen GmbH, Rochusstraße 2, 53123 Bonn, einrichten lassen. Sie soll dafür sorgen, dass die Markteinführung des Bio-Siegels schnell und unbürokratisch organisiert werden kann.
Quelle/Text: BMVEL
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Mittwoch, 5. September 2001 Robin Wood: Kabinettsbeschluss bringt uns dem Atomausstieg keinen Schritt näher (CS) Das Bundeskabinett hat heute den Entwurf von Umweltminister Jürgen Trittin zur Novellierung des Atomgesetzes gebilligt. Die Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD lehnt diesen Entwurf ab. "Die Gesetzesnovelle ist das Ergebnis einer geschickten erhandlungsführung der Stromkonzerne und einer politischen Bankrotterklärung der Bundesregierung. Das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel, den Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie unumkehrbar zu regeln, wurde verfehlt", kommentiert Bettina Dannheim, Energiereferentin von ROBIN WOOD. Die Novelle erlaubt der Atomlobby, Atomkraftwerke bis ans Ende ihrer technischen Funktionsfähigkeit zu betreiben. "Durch den vorliegenden Gesetzentwurf werden die Gefahren der Atomenergie in den nächsten Jahren nicht verringert. Außerdem gefährdet die Bundesregierung damit ihre bisherigen Erfolge einer umweltfreundlichen Energiepolitik", so Dannheim. ROBIN WOOD versteht unter dem Wort "Atomausstieg", dass die Reaktoren deutlich vor ihrem technischen Aus abgeschaltet werden. Angesichts der unvertretbaren Gefahren der Atomenergie ist allein der Sofortausstieg verantwortbar. Die Atomgesetznovelle erlaubt, dass die Plutoniumfabriken weiter wirtschaften und die Umwelt radioaktiv verseuchen dürfen. Auch nach dem 1. Juli 2005 darf der gesamte nach Frankreich und England gelieferte Atommüll "wiederaufgearbeitet" werden. Das heißt: 15 weitere Jahre radioaktive Verseuchung von Mensch und Umwelt. Das in der Wiederaufarbeitung abgetrennte Plutonium muss - laut Gesetzesnovelle - in Form von MOX-Brennelementen weiterverwendet werden. Die Bundesregierung ignoriert die Risiken, die mit der Herstellung, dem Einsatz und der Entsorgung von MOX-Brennelementen verbundenen sind. Schlimmer noch: Tritt das Atomgesetz wie vorliegend in Kraft, ist die rot-grüne Bundesregierung mitverantwortlich für die Stabilisierung der internationalen Plutoniumwirtschaft und den Weiterbetrieb der skandalträchtigen MOX-Brennelemente-Fabrik in Sellafield.
Der Gesetzentwurf verpflichtet die AKW-Betreiber, standortnahe Atommüll-Lager zu errichten. Die jetzt bereits beantragten Zwischenlager sind so dimensioniert, dass sie weit mehr Atommüll aufnehmen können, als bei der Produktion der gesetzlich geregelten Strommenge entstehen wird. "Für welchen Zeitraum und wie viel Atommüll in den Hallen gelagert werden wird, ist zurzeit nicht absehbar", erläutert Dannheim. "Die AKW-Betreiber haben angekündigt, unter anderen politischen Bedingungen eine erneute Änderung des Atomgesetzes anzuregen und zur unbefristeten Betriebsgenehmigung der Atomanlagen zurückzukehren. Der Platz für den anfallenden Atommüll wäre dann bereits vorhanden.
Quelle/Text: Robin Wood e.V.
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Mittwoch, 5. September 2001 BUND: Ökosiegel für Lebensmittel muss Agrarwende fördern (CS) Eine Ausweitung der Kriterien für die Vergabe des Ökosiegels für Agrarprodukte hat der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) gefordert. Das heute vorgestellte Siegel der Landwirtschaftsministerin Künast zur Kennzeichnung von Ökoprodukten sei noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Es fehle die klare Zielstellung einer Anhebung der Standards für den Ökolandbau auch auf europäischer Ebene.
Das neue Ökosiegel, das nach den geltenden EU-Standards vergeben werden soll, berge für Deutschland die Gefahr der Minderung der Qualität von Ökoprodukten, sagte BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm. 80 Prozent der hierzulande als Öko-Lebensmittel gekennzeichneten Produkte würden bisher schärferen Kriterien genügen als sie das neue Siegel vorschreiben würde. Agrarministerin Künast müsse ihre Ankündigungen umsetzen und auf europäischer Ebene für die Anhebung der Ökolandbau-Standards entsprechend den Vorgaben der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL) eintreten.
BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm: "Hauptziel der Einführung des Ökosiegels muss die Ausweitung des Anbaus und des Verkaufs von umweltgerecht produzierten Agrarprodukten sein. Das darf jedoch nicht mit dem Absenken bestehender hoher Umweltstandards erkauft werden. Maßstab für den Ökolandbau müssen die jeweils besten Kriterien des Tier-, Landschafts- und Umweltschutzes sein."
Der BUND bemängelt außerdem, dass das neue Ökokennnzeichen keine Auskunft über das Ursprungsland des jeweiligen Produktes gebe. Wichtig sei außerdem ein vorgeschriebenes Monitoring der Auswirkungen des neuen Siegels. Es sei notwendig, die exakten Wechselwirkungen zwischen der Siegel-Einführung und den Steigerungsraten beim Verkauf und beim Anbau von Ökoprodukten zu analysieren. Auch die Anteile von inländisch produzierten und importierten Öko-Lebensmitteln sollten getrennt erfasst werden.
Den Handel fordert der BUND dazu auf, verstärkt Ökoprodukte anzubieten und besser dafür zu werben. Erst im Juni hatte der Umweltverband eine Studie veröffentlicht, nach der die großen Handelsketten lediglich rund zwei Prozent ihres Umsatzes in Deutschland mit Öko-Lebensmitteln erwirtschaften. "Solche Lebensmittel müssen zukünftig gut sichtbar im Supermarkt an jeder Ecke zu kaufen sein," sagte Timm. "Es ist blauäugig, auf irgendeine Agrarwende zu hoffen, solange die Verbraucheraufklärung nicht massiv ausgeweitet wird," so der BUND-Bundesgeschäftsführer.
Quelle/Text: BUND e.V.
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Mittwoch, 5. September 2001 Bioland und Demeter: "Künast-Siegel" - ein bedeutender Schritt für die Ausweitung des Biolandbaus (CS) Bioland und Demeter: Staatliches Bio-Prüfsiegel unterstützt vorhandene Marken und Warenzeichen Als bedeutenden Schritt für die Ausweitung des Bio-Marktes und damit des Biolandbaus in Deutschland bezeichnen Bioland-Vorstand Thomas Dosch und Demeter-Geschäftsführer Dr. Peter Schaumberger das neue staatliche Bio-Prüfsiegel. Das Siegel ist heute von Bundesministerin Renate Künast in Berlin erstmals der Öffentlichkeit präsentiert worden.
Nach Auffassung von Bioland und Demeter stellt das gesetzliche Prüf-Siegel eine ideale Unterstützung zu bereits vorhandenen Marken und Warenzeichen dar. So vermittelt das "Künast-Siegel", dass es sich bei dem ausgezeichneten Produkt um ein staatlich geprüftes Bio-Lebensmittel handelt, das die hohen gesetzlichen Mindestanforderungen der EU-Ökoverordnung erfüllt. Warenzeichen wie die von Bioland und Demeter sowie spezielle Handels- oder Herstellermarken können darüber hinaus ihren Zusatznutzen für Kundinnen und Kunden kommunizieren. So steht das Demeter-Zeichen für Bio-Produkte, die nach den Grundsätzen der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise erzeugt worden sind. Bioland verspricht mit seinem Zeichen Bio-Produkte, die nach besonderen Qualitätsmaßstäben erzeugt und verarbeitet wurden. Beide Verbände vertreten den konsequenten Biolandbau und die stete Weiterentwicklung ihrer qualitätssichernden Richtlinien. Zusammen mit dem neuen Bio-Prüfsiegel und den bereits am Markt eingeführten Warenzeichen hat auch der traditionelle Lebensmitteleinzelhandel die Möglichkeit, in seinen Filialen ein breites Sortiment an Bio-Lebensmitteln deutlich erkennbar und glaubwürdig anzubieten. Naturkostfachgeschäfte können zeigen, dass in ihren Regalen nur Bio-Lebensmittel angeboten werden. So entsteht die Möglichkeit, zukünftig verstärkt Gelegenheitskäufer zu Bio-Produkten zu lenken.
Um der Sorge von bereits erfolgreich wirtschaftenden Biobetrieben vorzubeugen, dass nun verstärkt Bio-Erzeugnisse europäischer Nachbarländer in den Regalen der Geschäfte zu finden sein könnten, fordern Bioland und Demeter die rasche Umsetzung des geplanten Bundesprogrammes Ökolandbau. Das staatliche Bio-Prüfsiegel ist ein wichtiger Baustein, dem weitere folgen müssen." Wir müssen dafür sorgen, dass landwirtschaftliche Betriebe in unseren Regionen vom Marktwachstum in Deutschland einen Nutzen haben. So wird es gelingen, dass zukünftig immer mehr Bauernhöfe ökologisch bewirtschaftet werden. Nur ein regionaler Biolandbau sorgt für eine gesunde Umwelt in der Region, in der wir leben", betonen Dosch und Schaumberger.
Quelle/Text: Bioland
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Dienstag, 4. September 2001 BUND und IÖW-Gutachten zu Elbeausbau: Bundesverkehrsminister versenkt Steuermillionen (CS) Die vom Bundesverkehrsministerium vorgesehenen Strombaumassnahmen an der Elbe kommen nach einem vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) heute veröffentlichten Gutachten einer gigantischen Geldvernichtung gleich und würden die endgültige Zerstörung von natürlichen Lebensräumen bedeuten. Das neue Elbe-Gutachten des Berliner Institutes für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) bewertet dabei ökonomische und ökologische Kriterien der Elbeausbau-Pläne. Es kommt zu dem Schluss, dass die Planungsprognosen für die Flussschifffahrt vom Anfang der 90er Jahre ebenso überholt sind wie die damaligen Kosten-Nutzen-Analysen des Elbe-Ausbaus.
"Mit vielen Millionen Mark Steuergeldern soll auf Kosten des internationalen Schutzgebietes im Biosphärenreservat der Flusslandschaft Elbe eine unbedeutende Wasserstraße in völlig überzogener Weise ausgebaut werden", sagt Dr. Gerhard Timm, Bundesgeschäftsführer des BUND: "Deshalb verlangen wir von Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig ein sofortiges Aussetzen der konzeptionslosen Baumaßnahmen sowie die buchstabengetreue Umsetzung der Elbe-Erklärung zum Schutz dieses einmaligen Ökosystems."
Am 5. September 1996 war vom damaligen Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann die Elbe-Erklärung unterzeichnet worden. Darin stimmte er mit den Umweltverbänden überein, den Elbe-Seitenkanal als bessere Alternative zur Elbe für den Schiffsverkehr zu ertüchtigen. Außerdem sollte das ökologische Potenzial der Elbe erhalten und ein entsprechendes Gesamtkonzept erstellt werden.
Die Bilanz nach 5 Jahren ist jedoch ernüchternd. Obwohl am Elbe-Seitenkanal für mehrere Hundert Mio DM zwei entscheidende Engpässe der Schifffahrt beseitigt werden, wird zugleich an der Elbe ohne Einschränkungen weitergebaut - zumeist auf der Grundlage von Bauplänen aus den 30er Jahren, bis heute ohne jede Prüfung auf Umweltverträglichkeit. Ein schlüssiges Gesamtkonzept des Bundesverkehrsministers für die Elbe ist nicht in Sicht.
Für insgesamt 500 Mio DM wird der Fluss gegenwärtig um 20 cm auf 1,60 vertieft. Eine wirtschaftliche Schifffahrt, so das vorliegende IÖW-Gutachten, ist jedoch erst ab einer Fahrrinnentiefe von ganzjährig 2,30 m möglich. "Selbst nach Vollendung dieser Strombaumassnahmen wird die Elbe im größten Teil des Jahres keine wirtschaftlichen Fahrwasserbedingungen bieten können. Es macht auch keinen Sinn, einen Fluss auszubauen für Schiffe, die nicht mehr lange fahren werden", so Dr. Ernst Paul Dörfler vom BUND-Elbeprojekt.
Die Frachtschiffe auf der Elbe zwischen Magdeburg und Tschechien fahren zu über 90 % unter tschechischer Flagge und stehen unter enormem wirtschaftlichen Druck. Trotz niedriger Löhne hatte kürzlich die einzige tschechische Reederei Konkurs anmelden müssen.
Friedrich Schorlemmer, Sprecher der Bürgerinitiative "Pro Elbe": "Wir haben auch festgestellt, dass rund drei Viertel der Bevölkerung diesen Elbausbau nicht wollen. Die Austrocknung der Elbauen ist bereits Besorgnis erregend. Es scheinen weitere Bagger- und Baustellen-Besetzungen stattfinden zu müssen, damit Bundesverkehrsminister Bodewig endlich den Unsinn stoppt, gegen den Willen der Bürgerinnen und Bürger und gegen jede wirtschaftliche und ökologische Vernunft jährlich 100 000 Tonnen Schottersteine in den Fluss kippen zu lassen."
Quelle/Text: BUND e.V.
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Montag, 3. September 2001 Hoffnung für die Hungrigen: Erfolgsgeschichten nachhaltiger Landwirtschaft (CS) Hunger und Armut in Entwicklungsländern lassen sich durch nachhaltige Landwirtschaft effektiv bekämpfen. Dies ist das Ergebnis einer Studie der britischen Universität Essex im Auftrag von Greenpeace und "Brot für die Welt". Beide Organisationen präsentieren diese Studie heute anlässlich der Welternährungs-Konferenz des International Food Policy Research Institute (IFPRI) vom 4.-6. September in Bonn. Anhand von "208 Rezepten gegen den Hunger" belegt die Studie, dass landwirtschaftliche Erträge gesteigert werden können, ohne Mensch und Umwelt durch den Einsatz von Chemie oder Gentechnik zu gefährden. "Wer Hunger und Armut mit Gentechnik besiegen will, macht sich Illusionen", sagt Dr. Lorenz Petersen, Welternährungs-Experte von Greenpeace. "Die Regierungen müssen Projekte der nachhaltigen Landwirtschaft ausbauen und stärker fördern, statt den Interessen der Agrar-Konzerne in die Hände zu spielen." Beispiel Bangladesch: Farida Akhter, Geschäftsführerin von "Ubinig" ("Politikforschung für Entwicklungsalternativen") und Mitglied der bengalischen Bewegung "Nayakrishi Andolon" ("Neue Landwirtschaft"), zeigt, wie es anders geht. 65.000 Bauernfamilien bestellen ihre Felder ohne jeglichen Einsatz von Chemie. Während die Felder früher von Monokulturen geprägt waren, werden jetzt viele Früchte im Wechsel angebaut: Zwiebeln, Knoblauch, Rettich, Linsen, Kartoffeln, Kürbisse, Zuckerrohr und Süßkartoffeln. Statt Kunstdünger sorgen organische Stoffe wie stickstoffhaltige Hülsenfrüchte oder Wasserhyazinthen für einen nährstoffreichen und gesunden Boden. Die Farmer erwirtschaften sogar Überschüsse, die sie verkaufen können. "Die Agrar- und Gentech-Konzerne zerstören die genetische Vielfalt unseres Saatguts. Wir werden uns weiterhin dagegen zur Wehr setzen", so Farida Akhter. Im "Nayakrishi Saatgut-Netzwerk" wird das traditionelle Wissen über tausend Reissorten gesammelt und in wissenschaftlichen Versuchsreihen weiter entwickelt. "Öko-Landbau ist kein Luxus, sondern die einzige Überlebenschance", sagt Dr. Tewolde Egziabher, Leiter der Umweltbehörde in Äthiopien. Den Versprechungen der Gen-Industrie, mit neuen Pflanzen den Hunger zu besiegen, glaubt der Alternative Nobelpreisträger nicht: "Gentechnik produziert keine Lösungen, sondern Risiken. Wer arme Bauern Gebühren für Saatgut bezahlen lässt, löst das Problem nicht. Wir werden zu Geiseln der Gentech-Industrie."
Die Erforschung des Ackers als ökologisches System, das ohne Chemie und Gentechnik produktiv ist, liegt nicht im Interesse der Industrie. Deshalb fordern Greenpeace und "Brot für die Welt", die öffentliche Forschung auf diesem Gebiet dringend auszubauen. "Die Bauern haben ein enormes traditionelles Wissen über naturnahe Landwirtschaft. Es gilt, dieses Wissen zu nutzen und zusammen mit unabhängigen Wissenschaftlern weiter zu entwickeln. Die Agrar-Industrie beherrscht die Debatte um Hunger und Armut. Es ist höchste Zeit, über andere Ansätze zur Lösung des Problems zu diskutieren", sagt Lorenz Petersen.
Quelle/Text: Greenpeace
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