DNR: Konjunkturprogramm für Einstieg in Energieeffizienzwirtschaft nutzen

07.01.2009 - Quelle/Text: Deutscher Naturschutzring

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) hat heute in Berlin die bisherigen Pläne von SPD, CDU und CSU für ein Konjunkturprogramm als hilf- und sinnlose Verschleuderung von Steuergeldern bezeichnet. Der DNR forderte stattdessen die Bundesregierung auf, die Probleme der Wirtschafts- und Klimakrise gemeinsam und gezielt zu bekämpfen.

„Die für das Konjunkturprogramm vorgesehenen 30 Mrd. Euro sollten ausschließlich in einen Energieeffizienzfonds fließen“, sagte DNR-Präsident Hubert Weinzierl. Die Finanzmittel könnten dann in Form von Zuschüssen zur Durchsetzung des Passivhausstandards im privaten und öffentlichen Sektor wie Schulen verwendet werden und zwar sowohl für Neubauten als auch für den Gebäudebestand.

Mehrkosten betragen nur 5 Prozent der Bau- oder Sanierungskosten

Wie erfolgreich der Einsatz solcher Finanzmittel sein kann, zeigen die Ergebnisse des finanziell bescheiden ausgestatteten CO2-Modernisierungsprogramms bei Gebäuden. Die Mehrkosten für Passivhäuser betragen ca. 5 Prozent der Bau- bzw. Sanierungskosten, so die Erfahrungen in Frankfurt, wo es gerechnet auf der Basis der Nutzfläche weltweit die meisten Passivhäuser gibt.

Passivhaeuser verbrauchen 13mal weniger Energie

Umgerechnet in Heizöl kommt das Passivhaus mit weniger als 1,5 Liter für jeden m² Wohnfläche im Jahr aus. Ein Durchschnittsgebäude verbraucht 20 Liter, also etwa 13-mal mehr! Eine sehr gut gedämmte Gebäudehülle mit Dämmstärken von 30 bis 40 Zentimetern und Fenster mit Dreifach-Wärmeschutz-Verglasung bewirken, dass die Wärme im Haus bleibt. Für Frischluft sorgt eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung. Der DNR erinnerte daran, dass die Heiz- und Warmwasserkosten an den gesamten Mietnebenkosten von 40 Prozent einen immer größeren Anteil aufweisen.

Zuschuesse fuer dezentrale Blockheizkraftwerke und Caritas-Energiesparservice

Aus dem Energieeffizienzfonds sollten auch Investitionszuschüsse für dezentrale Blockheizkraftwerke und erneuerbare Energieanlagen der Kommunen bereit stehen. Der Einstieg in die Energieeffizienzwirtschaft schafft nach Auffassung des DNR zahlreiche neue Arbeitsplätze auch in der Fläche.

Zur Unterstützung der Verbraucher sollte aus dem Fonds die bundesweite Verbreitung des „Caritas-Energiesparservice“ in Frankfurt gefördert werden. Dieses Erfolgsmodell besteht aus der gezielten Beratung und der kostenlosen Bereitstellung von Energieeinspartechniken für einkommensschwache Bevölkerungsschichten.

Informationen ueber energetische Sanierungen:
DBU-Kampagne "Haus sanieren - profitieren"
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