Erleichterung über klare Aussagen im Bericht des UN-Weltklimarates

19.11.2007 - Quelle/Text: World Wide Fund for Nature

Der Weltklimarat der Vereinten Nationen (IPCC) hat sich nach zähen Diskussionen auf einen „Synthese-Bericht“ zum Stand der Klimaforschung geeinigt. Dieser fasst die wesentlichen Ergebnisse der drei im Frühjar veröffentlichten und mehrere tausend Seiten starken Berichte zusammen.

Weckruf an die weltweite Politik

Luftaufnahme der Erde
Der Klimaschutz muss künftig verstärkt werden.

„Der Report ist ein lauter Weckruf an die Politik, endlich die Verringerung der Treibhausgase anzupacken“, urteilt der WWF. Die Regierungen werden in die Pflicht genommen, auf der UN Konferenz in Bali in zwei Wochen über tiefe Einschnitte zur Reduzierung der Treibhausgase zu verhandeln.

Der WWF erkennt an, dass sich die Wissenschaftler dem enormen Druck einiger Regierungen widersetzt haben und in dem Synthese-Bericht alle Schlüsselfaktoren und wesentlichen Vorhersagen zum Klimawandel zusammen getragen haben.

„Die Zeit der Ausreden ist endgültig vorbei“, so Eberhard Brandes, Geschäftsführer des WWF Deutschland. Die Botschaft des Weltklimarates sei klar und dürfe nicht verwässert werden. „Es ist eindeutig: Wir selbst verursachen den Klimawandel, aber noch haben wir auch die Chance, ihn zu stoppen. Die Menschheit hat das Wissen, die Technologie und die Lösungen, und nichts darf uns aufhalten, die globale Erwärmung abzumildern“, appelliert Brandes.

Tiefgreifende Einschnitte beim CO2-Ausstoß sind notwendig

Ohne tiefgreifende Einschnitte beim Kohlenstoff-Ausstoß wird es zu unumkehrbaren Schäden kommen. Die Regierungen auf der bevorstehenden UN Klimakonferenz in Bali müssen sich ihrer Verantwortung stellen und entschlossen handeln.

Als ersten Schritt fordert der WWF von den reichen und industrialisierten Ländern, ihre Emissionen bis zum Jahr 2020 um mindestens 30 Prozent unter die Werte von 1990 zu drücken. Wir müssen sofort handeln und erheblich mehr Geld in saubere Technologien sowie in Anpassungsmaßnahmen in den Entwicklungsländern stecken.

Kritische Anmerkungen beklagen entschärfte Aussagen über die Dramatik des Klimawandels

Die Folgen des Klimawandels werden nach Einschätzung des Präsidenten des Umweltbundesamtes (UBA), Andreas Troge, teilweise dramatischer sein als die Erwartungen im neuen Bericht des Weltklimarates IPCC.

Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Troge, seit dem Redaktionsschluss für den Weltklimabericht vor zwei Jahren habe es „immer mehr Signale dafür gegeben, dass der Klimawandel schneller abläuft, als es der Weltklimarat in seinen Szenarien erwartete“.

Der Weltklimarat mache „sicher keine Panik, sondern liegt eher in der unteren Hälfte der Szenarien über die tatsächliche Entwicklung“, sagte Troge, „Manches wird noch schneller gehen“. Troge zeigte aber Verständnis: „Wenn Sie in einem Team von 3000 Wissenschaftlern zusammenarbeiten, müssen Sie irgendwann Redaktionsschluss machen“.

Ausstoß klimaschädliger Treibhausgase steigt noch stärker, als vom IPCC prognostiziert

Der weltweite Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase steigt einer Studie des australischen Climate Institute zufolge noch dramatischer als vom IPCC vorausgesagt. "Die Treibhausgasemissionen wachsen schneller als in den schlimmsten IPCC-Szenarios", hieß es in der Untersuchung. Der UN-Klimarat habe für seinen in diesem Jahr veröffentlichten vierten Sachstandsbericht bis Mitte 2006 veröffentlichte Forschungsergebnisse verwendet.

Seitdem seien aber viele wichtige neue Erkenntnisse zum Klimawandel gewonnen worden. Die Eisflächen im Arktischen Ozean würden demnach bereits drei Jahrzehnte früher abschmelzen als bislang angenommen, berichtete das Climate Institute. Der IPCC-Bericht sagte eine eisfreie Arktis frühestens ab 2050, möglicherweise auch erst 2100 voraus.

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