Es stinkt zum Himmel

09.04.2008 - Quelle/Text: Sonstiges/Eigenes Material

Jährlich fallen in Deutschland rund 25 Millionen Tonnen Müll an, welcher seit 2005 nicht mehr einfach auf Deponien gekippt werden darf. Die Technische Anleitung Siedlungsabfälle (TASi) bestimmt, dass Müll entweder in mechanisch biologischen Abfallanlagen sortiert und vorbehandelt oder verbrannt werden muss. Trotz Deponierungsverbots wachsen überall neue Müllberge in den Himmel, allein in Zwischenlagern türmen sich 1,5 Millionen Tonnen Hausmüll. Ein Kompetenznetzwerk der Entsorgungswirtschaft schätzt, dass jährlich etwa sieben Millionen Tonnen Abfälle illegal entsorgt werden.

Eine Initiative gegen illegale Abfallentsorgung steckt seine Nase hinein

KOPIE
Seit 2005 darf Müll nicht mehr einfach auf Deponien gekippt werden.

Wastecontrol, eine unabhängige kleine Gruppe von Menschen aus Umweltorganisationen und verschiedenen politischen Parteien, sammelt Informationen und schafft Öffentlichkeit für das 'anrüchige' Thema.

Bürger, Bürgerinitiativen und Organisationen können sich über Geschehnisse, Hintergründe und Akteure in diesem Bereich informieren und sind gleichzeitig die wichtigsten Unterstützer des Netzwerks, weil sie und Mitarbeiter betroffener Unternehmen Hinweise auf illegale Entsorgungen liefern.

Das Milliardengeschäft floriert – teilweise illegal

40 Milliarden Euro werden jährlich mit unseren Abfällen umgesetzt. Dieses Milliardengeschäft lockt zahlreiche dubiose Geschäftemacher an.

Die Kapazität der rund siebzig Müllverbrennungsanlage (MVA) im Land reicht angeblich nicht aus. Abfallexperten glauben allerdings zu wissen, dass so manche Abfallunternehmer ganz einfach die relativ hohen Kosten einer ordnungsgemäßen Entsorgung in MVAs oder mechanisch biologischen Abfallanlagen (MBA) scheuen.

Zu Dumpingpreisen aufgekaufter Müll wird zerkleinert, vermischt und dann illegal in ehemalige Gruben oder Tagebauen abgekippt. Manche dieser unter Bergaufsicht stehenden Gruben dürfen mit sogenannten mineralischen Abfällen, wie beispielsweise Bauschutt verfüllt werden. Doch hier landen auch Millionen Tonnen Haus- und Gewerbemüll.

Dieser wird von betrügerischen Abfallunternehmen mit Erde vermischt und dann zu mineralischem Abfall umdeklariert. So lassen sich mindestens drei Viertel der Kosten einer ordnungsgemäßen Abfallentsorgung einsparen.

Die Kosten dieser Betrügereien bezahlen wir alle

Das im Herbst 2007 in Kraft getretene Umweltschadensgesetz bestimmt, dass die Kosten für die Behebung von Umweltschäden der jeweilige Verursacher zu tragen hat.

Für bestimmte, im Gesetz aufgezählte Tätigkeiten kommt es nicht einmal auf ein Verschulden an: Solche potenziell gefährlichen Tätigkeiten sind beispielsweise der Betrieb eines Kraftwerks oder einer Abfalldeponie, der Transport von Gefahrgütern auf der Straße oder die Einleitung von Stoffen in Gewässer.

Durch die illegale Entsorgung entstehen beträchtliche Umweltschäden; die häufig in die Millionen gehenden Kosten für die Eindämmung der Schäden und die Sanierung der illegalen Deponien müssen am Ende meist vom Steuerzahler getragen werden, weil bei den Verursachern aus verschiedensten Gründen nichts mehr zu holen ist.

Zusätzlich wird durch die illegale Entsorgung den Müllverbrennungsanlagen der Brennstoff entzogen - die Abfallgebühren steigen an. So zahlen schließlich alle drauf, damit betrügerische Geschäftemacher hohe Profite einstreichen können.

Genau solche Machenschaften will wastecontrol aufdecken und ersucht deshalb um die aktive Mitarbeit aller BürgerInnen.

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