Alpenschutzkommission CIPRA will Energiepotential von Kühen nutzen

01.04.2008 - Quelle/Text: Sonstiges/Eigenes Material

Ende 2007 startete unter der Patronanz der Internationalen Alpenschutzkommission (CIPRA) ein neues Interreg-Projekt mit dem Namen CACCALPS. Sein Ziel ist, die Ausscheidungen von Kühen für Heizzwecke zu nutzen.

Kühe stecken voller Energie

KOPIE
CACCALPS will die Ausscheidungen von Kühen energetisch nutzen.

Das Energie-Potenzial einer Kuh beträgt im Idealfall bis zu 500kWh pro Jahr. Die Nutzung dreier Kühe würde ausreichen, um den Heizenergiebedarf eines durchschnittlichen Passivhaus-Einfamilienhauses zu decken.

Neben dem Kuhdung soll auch das Methan energetisch genutzt werden. Dieses Treibhausgas wird täglich in grossen Mengen von den Kühen ausgestossen und gilt als einer der Hauptverursacher des Klimawandels.

Erste Versuche haben gezeigt, dass sich das flüchtige Methangas in geschlossen Ställen relativ einfach fassen lässt und anschliessend in Kleinkraftwerken verbrannt werden kann, die auch den Kuhdung verarbeiten. Alte Öl-Öfen können verhältnismässig einfach zur Kuhfladen-Methan-Heizung umgerüstet werden.

Echte Cashcows - Kühe als Energieproduzenten

Um Bedenken von TierschützerInnen Rechnung zu tragen, soll auch eine Methan-Erfassung erprobt werden, welche die Freilandhaltung der Kühe oder gar eine Alpsömmerung erlaubt. Ballons, die am Hintern der Tieren angebracht werden, sollen das ausgestossene Methan aufnehmen.

Die High-Tech-Ballons müssten laut Empfehlung der ForscherInnen einmal pro Woche von den Bauern oder Älplerinnen geleert werden und das Methan, genauso wie Milch, mittels Tankwagen oder Rohrleitungssystemen in die Kraftwerks-zentralen befördert werden. KäserInnen bietet sich dadurch die Chance, Synergien zu nutzen und ihre Betriebe auch als regionale Energieerzeuger zu positionieren. Motto: Wir machen nicht nur Käse!

CACCALPS steht für Cows against Climate Change in the Alpine Space. Projektpartner sind Elf Aquitaine in Frankreich, der Metzgermeisterverband Sloweniens sowie das Energieministerium Liechtensteins. Bereits heute ist ein Folgeprojekt angedacht, bei welchem der Knowhow-Transfer im Zentrum stehen wird. Andere Gebirgsräume sollen von innovativen Ideen profitieren, Dung als Energieträger zu nutzen.

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