Obama plant Bahn-Hochleistungsnetz in den USA

04.05.2009 - Quelle/Text: pressetext.at

Mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von 120 km/h sind die schnellsten Züge derzeit in den USA unterwegs. Geht es nach den Plänen des neuen Präsidenten Barack Obama soll die Bahninfrastruktur massiv ausgebaut werden. Ziel ist ein effizientes Hochgeschwindigkeitsnetz, das die großen Metropolen mit Geschwindigkeiten von bis zu 240 km/h miteinander verbindet.

Effektives Transportsystem für das 21. Jahrhundert

Intercity Express (ICE) der Deutschen Bahn AG
Die Amerikaner hoffen auf ein Hochleistungsschienennetz nach europäischem Vorbild

"Unsere Autobahnen sind hoffnungslos verstopft. Die Produktivitätsverluste durch Staus kosten uns jährlich 80 Mrd. Dollar", meint der Präsident. "Unsere Flughäfen ersticken an den zunehmenden Lasten. Wir sind den fluktuierenden Treibstoffpreisen zu häufig ausgeliefert", zitiert BBC-Online den Präsidenten. Darüber hinaus pumpe man viel zu viele Treibhausgase in die Luft. Gebraucht werde ein effektives Transportsystem, das den Anforderungen des 21. Jahrhunderts entspreche. Ein Beispiel wolle man sich an den Hochleistungsbahnen in Deutschland, Frankreich, Spanien, Japan und China nehmen.

Acht Mrd. Dollar im Recovery Act eingeplant

Die USA könnten es sich nicht leisten auf den Ausbau der zehn wichtigsten Bahnverbindungen zu verzichten, meint Obama. Acht Mrd. Dollar sollen im Recovery Act dafür locker gemacht werden. Dazu wurde eine weitere Mrd. Dollar für fünf Jahre seitens des Präsidenten beantragt.

Sechs der zehn geplanten Routen sind bereits genehmigt. Dazu gehört der Kalifornien-Korridor, der von San Diego über Los Angeles, Sacramento nach San Francisco führt sowie der Pacific Northwest-Korridor, der die Städte Eugene, Portland, Tacoma, Seattle und Vancouver miteinander verbindet. Auch rund um die Millionen-Metropole Chicago soll ein Hochleistungsbahn-Netzwerk entstehen.

An der Ostküste werden gleich mehrere Korridore miteinander verbunden. Dazu gehört die Streckenführung zwischen Boston, Portland und Montreal sowie Philadelphia, Harrisburg und Pittsburgh. Zudem wird ein Hochgeschwindigkeitszug von Washington nach Atlanta sowie nach Savannah führen.

Staatliche Gesellschaft arbeitet unwirtschaftlich

Von 1930 bis 2002 hat sich das US-weite Eisenbahnnetz von der Gesamtstreckenlänge von 691.700 Kilometern Länge auf nur noch 228.000 Kilometer Länge verkürzt. Insgesamt gibt es mehr als 550 Eisenbahngesellschaften.

Die staatliche Gesellschaft Amtrak ist auf Zuschüsse in Millionenhöhe angewiesen und ist trotz Investitionen und Restrukturierungen nicht in der Lage, ihre Züge wirtschaftlich zu betreiben. Mehrfach haben konservative US-Präsidenten versucht, Amtrak komplett zu zerschlagen. Die einzigen Hochgeschwindigkeitszüge in den USA sind die 20 Garnituren des Amtrak-Acela Express. Die Zugsgarnituren auf Basis des französischen TGV verkehren seit 2000 auf der Strecke von Boston über New York nach Washington DC und erreichen Spitzengeschwindigkeiten von 240 km/h.

Kommentieren Sie diesen Eintrag!
HTML und sonstiger Code wird automatisch gelöscht - desweiteren wird der Text nach 4000 Zeichen abgeschnitten. Einfache Zeilenumbrüche werden dargestellt!
Um Beiträge zu schreiben, bitte hier anmelden!

© Umweltschutz-NEWS.de - Eine Seite des UmweltschutzWeb.de-Netzwerks

startseite