Umweltsieg: Sachalin II kann kein Geld von US- und UK-Exportkreditagenturen bekommen

05.03.2008 - Quelle/Text: Urgewald e.V.

Sakhalin Energy Investment Company, Ltd. (Sakhalin Energy) hat gestern Abend Dow Jones mitgeteilt, dass es seine Anträge über mehrere hundert Millionen Dollar bei der US Export Import Bank (Ex-Im Bank) und dem UK Export Credit Guarantee Department (ECGD) zurückgezogen hat.

Sakhalin Energy wollte dieses Geld für das Sachalin II Öl- und Gasprojekt im fernen russischen Osten nutzen. Seit Jahren kämpfen lokale Umweltorganisationen gemeinsam mit internationalen Partnern gegen die chronischen Umweltprobleme des Projektes. Zu diesen gehören die Bedrohung der Westlichen Grauwale, Schäden an den Laichgewässern der Lachspopulationen und die Bedrohung der Lebensweise der indigenen Einwohner Sachalins sowie der lokalen Fischer.

Umweltschützer in Feierlaune

Proteste Indigener gegen das Projekt Sachalin II
Proteste Indigener gegen das Projekt

“Wir feiern diesen großartigen Sieg," erklärt Dmitry Lisitsyn, Vorsitzender von Sakhalin Environment Watch. “Seit dem Beginn vor über zehn Jahren hat Sachalin II immer wieder die Umweltstandards dieser öffentlichen Banken verletzt, fast täglich zeigen sich neue Umweltprobleme, zuletzt in der Anivabucht, wo Sedimente des Projektes die lokale Muschelfischerei schädigen."

Seit fünf Jahren Probleme bei der Geldbeschaffung aufgrund der Umweltprobleme

Dow Jones berichtet, dass die Entscheidung von Sakhalin Energy mit Bedenken über mögliche Verzögerungen bei der Finanzierung zusammenhinge. Diese Erklärung verschweigt, dass Sakhalin Energy innerhalb von fünf Jahren nicht in der Lage war, die beantragten Gelder zu erhalten, weil das Unternehmen die permanenten Umweltprobleme nicht lösen konnte. Bereits 2007 hatte sich die Osteuropabank von dem Projekt zurückgezogen, unter anderem wegen der ungelösten Umweltprobleme.

Beobachtung der Reaktion möglicherer weiterer Finanzierer

Anivabucht
Blick auf die Anivabucht: durch Sachalin II bedroht

“Bereits in den letzten Wochen kursierten Gerüchte, dass auch Ex-Im Bank und ECGD das Projekt nicht finanzieren wollten," erklärt Regine Richter, Energieexpertin der Umweltorganisation urgewald. “Wenn Sakhalin Energy nun die Anträge zurückzieht, soll das vor allem einen Gesichtsverlust vermeiden. Nun wird es interessant, wie andere mögliche Finanzierer reagieren, vor allem die Royal Bank of Scotland als Privatbank, deren Risiko sich ohne die öffentliche Unterstützung enorm vergrößert."

“Die Probleme bei Sachalin II und die Schwierigkeit, die Finanzierung zusammen zu bekommen, sollten die Botschaft an Ölkonzerne schicken, die Finger von Ölförderung in verletzlichen arktischen Ökosystemen zu lassen," erklärt Doug Norlen, Policy Director von Pacific Environment.

Weitere Informationen:
Kampagnen-Internetseite (Englisch)
Weitere Informationen:
Pacific Environment (Engl.)
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