Grüne Alpen-Ostsee-Allianz will Dreckschleuder Lubmin verhindern

11.04.2008 - Quelle/Text: Sonstiges/Eigenes Material

Gegen den Bau des Steinkohlekraftwerks bei Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern haben sich verschiedene deutsche und österreichische GRÜN-Gruppen der betroffenen Städte und Regionen zum grenzüberschreitenden Widerstand formiert. "Das Investment der Salzburg AG in deutsche Steinkohlekraftwerke verträgt sich aus unserer Sicht nicht mit dem Klimaschutz. Die breite Allianz mit GRÜN-Gruppierungen, die das finanzielle Engagement ihrer jeweiligen Energieversorger ähnlich kritisch sehen, bringt uns einem Ausstieg aus diesem klimaschädlichen Projekt hoffentlich näher", begründet die Energiesprecherin der Salzburger GRÜNEN, Landtagsabgeordnete Dr. Heidi Reiter, den Grünen Schulterschluss.

Stein(zeit)kohlekraftwerke steigern Konzerngewinne

KOPIE
Stein(zeit)kohlekraftwerke steigern Gewinne der Energiekonzerne, erhöhen die Strompreise und belasten das Klima.

Steinkohlekraftwerke sind für Energiekonzerne auch deshalb so interessant, weil sie die von der Bundesregierung geschenkten Klima-Verschmutzungsrechte (Emissionszertifikate) über die erhöhten Strompreise als Kosten an ihre Stromkunden weiterverrechnen dürfen – obwohl sie selbst dafür nichts bezahlt haben. Möglichst viele dieser Dreckschleudern zu bauen steigert also direkt die Gewinne der Energiekonzerne.

Breiter Widerstand quer durch Bevölkerung und politische Parteien

Auf deutscher Seite versuchen Bündnis90 / DIE GRÜNEN von Greifswald, Ost Vorpommern, Bad Vilbel, Mühldorf, Traunstein, Viernheim, Schwabach und Vogelsbergkreis den Bau des Kraftwerks zu verhindern. Auf österreichischer Seite stützen die Innsbrucker und die Salzburger GRÜNEN das Bündnis.

Hintergrund: Es geht natürlich um Geld

Sieben Stadtwerke aus Deutschland und Österreich wollen sich an dem geplanten Steinkohlekraftwerk Lubmin beteiligen. Das hat für die Stadtwerke selbst meist ganz pragmatische Gründe. Sie versuchen ihre Existenz zu sichern und das meiste Geld lässt sich mit Strom in der Erzeugerstufe verdienen. Vielfach wird auch damit argumentiert, dass dieses gewinnträchtige Engagement helfen soll, den Strompreis niedrig zu halten.

Deutschland bezahlt Klima-Verschmutzungsrechte für in Österreich verbrauchten Strom

"Praktischer" Nebeneffekt solcher Investments in ausländische Steinkohlekraftwerke: Ihr CO2-Ausstoß wird nicht der heimischen CO2-Bilanz zugerechnet!

"Durch derartige Beteiligungen lässt sich die Klimabilanz der eigenen Heimat gut beschönigen. Wer kein Steinkohlekraftwerk vor der Haustür hat, muss auch nicht fürchten, dass seine Region als Klimakiller verschrien wird. Die internationale Zusammenarbeit der GRÜNEN soll unter anderem auch aufzeigen, dass die Verlagerung klimafeindlicher Anlagen das Gesamtproblem nicht verringert", betont Reiter.

Kommentieren Sie diesen Eintrag!
HTML und sonstiger Code wird automatisch gelöscht - desweiteren wird der Text nach 4000 Zeichen abgeschnitten. Einfache Zeilenumbrüche werden dargestellt!
Um Beiträge zu schreiben, bitte hier anmelden!

© Umweltschutz-NEWS.de - Eine Seite des UmweltschutzWeb.de-Netzwerks

startseite