Rettet Menschenleben in Kolumbien – rettet den Regenwald!

12.09.2007 - Quelle/Text: Rettet den Regenwald e.V.

Einen dramatischen Aufruf zum Schutz des Regenwaldes in Kolumbien veröffentlichte die Umweltorganisation „Rettet den Regenwald e.V.“: Mit Morden, Einschüchterungen und Vertreibungen von Kleinbauern sichern sich Palmöl-Konzerne neues Land.

Brutale Agrarsprit-Expansion in Kolumbien stoppen

In Kolumbien werden zur Zeit große Regenwaldflächen in Palmöl-Plantagen verwandelt, angeheizt durch den „Energiedurst“ in den Industriestaaten auf Agrardiesel. Der Boom hat katastrophale Konsequenzen für tausende kolumbianische Kleinbauern. Regenwaldzerstörung, schwere Menschenrechtsverletzungen und Morde sind an der Tagesordnung.

Mit Morden werden arme Kleinbauern eingeschüchtert, damit sie ihr Land „verkaufen“

Menschenrechtsgruppen haben bereits 113 Morde in den Regionen Curvaradó und Jiguamiandó dokumentiert. Verantwortlich sind paramilitärische Einheiten, die für die Palmöl-Konzerne Land “eintreiben”, das Afro-Kolumbianern gehört. Unterstützt werden sie von der 17. Kolumbianischen Armeebrigade.

„Paramilitärische Gruppen gehen auf der Suche nach Land für Palmöl mit brutaler Gewalt vor“, berichtet der britische Entwicklungshelfer Dominic Nutt, der kürzlich Kolumbien besucht hat. „Sie sagen dem Kleinbauern einfach: Wenn du nicht verkaufst, verhandeln wir morgen mit deiner Witwe.“

Mit Blut vermischte Bio-Treibstoffe

Auch das “World Rainforest Movement” (WRM) bestätigt die brutalen Methoden der Paramilitärs. “Es gibt nur wenige Plätze in der Welt, an denen die Ölpalmen mit soviel Blut getränkt sind, wie in Curvaradó und Jiguamindo”, so das WRM.

Die beiden Regionen sind Teil der Chocó-Wälder, die von internationalen Naturschutzorganisationen zu einem Biodiversitäts-Hot-Spot erklärt wurden. Die Artenvielfalt im Chocó ist einzigartig. 2000 endemische Pflanzenarten wurden bisher dort nachgewiesen, also Arten, die nirgendwo sonst auf der Welt wachsen. Zur atemberaubenden Vogelwelt gehören über hundert endemische Vogelarten.

Retten den Regenwald e.V. ruft dazu auf, bei der kolumbianischen Regierung gegen Gewalt und Regenwaldzerstörung als Folge des Agroenergie-Booms zu protestieren.

Unterstützt wird die Aktion von der “Kirchlichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden”, eine kolumbianische Nichtregierungsorganisation, die den Kommunen in Curvaradó und Jiguamindo hilft.

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