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Sonstiges
Hilferuf: Große geplante Alleenrodung im LK Barnim, Land Brandenburg
20.09.2006 13:51:37 von Andreas_Steiner

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liebe leute im forum,
ich möchte sie auf eine hochbrisante angelegenheit aus dem bereich „bevorstehende naturzerstörung im großen ausmaß“ aufmerksam machen. die medien berichteten bereits darüber, hier einige auszüge:

http://spdnet.sozi.info/brandenburg/barnim/finow/index.php?nr=4009&menu=1&__fin=7ce8d8212a8d481b3f1b7734c0261c42
http://www.rbb-online.de/_/brandenburgaktuell/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_mini_4706718.html
http://www.hauptstadtblog.de/article/2084/kann-man-die-allee-retten
http://www.der-ruednitzer.de/index.php/category/rettet-diese-allee/
http://spdnet.sozi.info/brandenburg/barnim/finow/index.php?nr=3814&menu=1
http://spdnet.sozi.info/brandenburg/barnim/finow/index.php?nr=3938&menu=1
http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/060831/allee.html
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/brandenburg/581963.html
http://www.moz.de/index.php/moz/article/category/bernau/id/147914

nun der sachverhalt in kürze:
das schicksal der über hundert jahre alten allee vor den toren berlins an der kreisstraße k6005 zwischen rüdnitz und danewitz und im anschluss (land brandenburg, lk barnim) hängt am seidenen faden. es handelt sich hier um eine der ältesten und schönsten, noch zusammenhängenden ahornalleen in brandenburg. nach dem willen der kreisverwaltung barnim soll sie im zuge von straßenerneuerungsarbeiten in kürze komplett gefällt werden. in wenigen tagen wird darüber in letzter instanz das landesumweltamt entscheiden. die allee umfasst nicht weniger als 726 bäume (spitzahorn, bergahorn, linden, robinien). ein vom landkreis in auftrag gegebenes gutachten des baumexperten prof. rudolph aus panketal teilt die bäume in vitalitätsstufen ein. obwohl nach seinem gutachten nur wenige bäume „sterbenskrank“ sind, empfiehlt er eine komplettfällung der allee. er beruft sich dabei auf einen sturm, der im sommer 2005 hier zu erheblichen astbrüchen und mehrwöchiger straßensperrung geführt hatte.
ich selbst bin vom fach und plädiere mit meinen mitstreiterinnen und mitstreitern für den erhalt der allee, weil sich die meisten bäume in einem ausreichend vitalen, standfesten und damit erhaltenswerten zustand befinden. das habe ich in einem interview der sendung brandenburg aktuell des rbb vom 31.08.06 bekräftigt. der besagte wütende sturm (windhose) war ein außergewöhnliches, örtlich begrenztes ereignis und hätte auch in jeder anderen allee starke schäden verursacht. nach unserer meinung sollten lediglich wenige bäume su[+++++]essive herausgenommen werden, die eine verkehrsgefährdung aufgrund ihrer brüchigkeit bzw. standunsicherheit darstellen.
ich möchte betonen, dass ich nicht an der fachlichen kompetenz des gutachters zweifele, jedoch kann ich mich des eindruckes nicht erwehren, dass es sich hierbei um ein gefälligkeitsgutachten für den landkreis handeln könnte. diese vermutung wird dadurch gestützt, dass mir noch kein fall bekannt ist, in dem prof. rudolph als baumgutachter für den erhalt einer allee votierte. auch darf ein gutachter keine empfehlung zur weiteren behandlung der allee geben, was er aber in seinem gutachten deutlich getan hat.
auf einer veranstaltung (24.08.06) zeigte sich, dass die kreisverwaltung unter der federführung des wirtschaftsdezernenten carsten bockhardt offensichtlich nicht an sinnvollen lösungskonzepten interessiert ist, die einen interessenausgleich zwischen dem straßenverkehr (notwendige erneuerung der fahrbahnoberfläche der straße) und dem naturschutz (erhalt der allee) anstreben. da die straße aufgrund ihrer geringen breite von 4,50 m nicht den norm einer kreisstraße entspricht, soll sie nach dem willen des landkreises auf etwa 5,50 m verbreitert werden. zentral geht es hier um eu-fördergelder, die dieses jahr noch schnell „verbraucht“ werden müssen und sonst verfallen würden. anfallende kosten des geplanten ausbaus: etwa 2,5 mio. eur (einschließlich neuanpflanzung) für 6 km strecke. aus dies

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Andreas_Steiner, 20.09.2006 14:11:42
Kommentar zum Artikel von: Andreas_Steiner, 20.09.2006 13:51:37
Mein Beitrag war zu lang. Hier der Rest:
... Aus diesen Gründen müssen
eben die Bäume weichen. Die Fördermittelpolitik des Landkreises Barnim kontrakariert die
Naturschutzpolitik des Landes Brandenburg. Nach dem Brandenburgischen Naturschutzgesetz (BbgNatSchG vom Juni 1992 wurden alle hiesigen Alleen unter Schutz gestellt. Sie dürfen als Ganzes nicht beseitigt, zerstört,
beschädigt oder sonst beeinträchtigt werden.

Mit besten Grüßen
Dr. Andreas Steiner Waldökologe
und Sachkundiger Einwohner im Umweltausschuss (A5) des Landkreises Barnim,
Altenhofer Straße 4, 16227 Eberswalde; Tel.: (03334) 29 97 46

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