Erster Freisetzungsversuch mit transgenen Pharma-Pflanzen in Deutschland geplant

02.03.2006 - Quelle/Text: Sonstiges/Eigenes Material

In diesem Jahr sollen erstmals in Deutschland gentechnisch veränderte Pharma-Pflanzen auf freiem Feld angebaut werden. Dies geht aus den Antragsunterlagen der Universität Rostock hervor, die dem Umweltinstitut München e.V vorliegen.

Gene aus Cholaera-Bakterium und aus einem Virus

Wissenschaftler der Universität Rostock haben Gene aus dem Cholera-Bakterium und aus einem Virus, das die hämorrhagische Kaninchenkrankheit (RHD) - eine meist tödlich verlaufende Erkrankung - hervorruft, in zwei verschiedene Kartoffellinien transferiert. Diese sollen im Rahmen eines Freisetzungsversuchs in Großlüsewitz in der Nähe von Rostock angebaut werden und der Produktion von Impfstoffen gegen Cholera und RHD dienen. Der Versuch ist von Mai 2006 bis Oktober 2008 beantragt.

Umweltinstitut München: Freilandanbau von Parma-Pflanzen programmiert Lebensmittelskandale vor

Dazu Harald Nestler vom Vorstand des Umweltinstitut München e.V.: "Niemand sollte Gene aus Pest oder Cholera, den Geißeln der Menschheit, in unsere Nahrungsmittel einbauen. Pharma-Pflanzen stellen eine gefährliche Ausweitung der Risikotechnologie Gentechnik dar. Wenn Medikamente in Nahrungspflanzen auf freiem Feld hergestellt werden, sind
die Lebensmittelskandale der Zukunft vorprogrammiert."

Freiland-Anbau soll Kosten senken

Kartoffel auf einem Feld
Kartoffeln werden als "Pharma"-Pflanzen genutzt

Pharma-Pflanzen sind durch gentechnische Methoden so verändert, dass sie pharmazeutisch wirksame Proteine, Antikörper, Impfstoffe oder Hormone produzieren. Die Hersteller versprechen sich von einem Anbau dieser transgenen Pflanzen im Freiland eine Senkung ihrer Produktionskosten.

In fast allen weltweit durchgeführten Freilandversuchen wurden die pharmazeutisch wirksamen Stoffe in Nahrungspflanzen wie Mais, Reis, Soja, Kartoffeln oder Gerste erzeugt. Dadurch entsteht ein hohes Risiko, dass zur Lebensmittelerzeugung genutzte Pflanzen und damit die Nahrungskette durch diese Konstrukte verunreinigt werden. Die meisten der in Pharma-Pflanzen eingebauten Gene stammen aus dem Menschen bzw. Tierarten wie Schweinen, Rindern oder Kaninchen.

Vollständige Kontrolle im Freiland nicht möglich - Ablehnung des Antrags gefordert

Nach Ansicht von Andreas Bauer, Agrarwissenschaftler und Gentechnikreferent beim Umweltinstitut München e.V. ist es ausgeschlossen, im Freiland die vollständige Kontrolle über gentechnisch veränderte Pflanzen zu behalten. "Eine Auskreuzung pharmazeutischer Wirkstoffe in Nahrungspflanzen könnte jedoch gravierende gesundheitliche Folgen für Menschen oder Tiere haben, die mit diesen Pflanzen in Berührung kommen. Kartoffelsalat mit Cholera Genen stellt ein unakzeptables und völlig unnötiges Risiko für die Lebensmittelsicherheit
dar", so Bauer.

Das Umweltinstitut München e.V. fordert vom zuständigen Bundesamt für
Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, den Antrag der Universität Rostock abzulehnen, und vom Bundesforschungsministerium, keine weiteren Mittel für die Pharma-Kartoffeln der Universität bereitzustellen.

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Erst-Kontakt23, 07.04.2008 12:17:14
Natürlich muss das aufhören aber ganz.!!
dieses Chemie denken hat eh null mit Wachstum gemein
Bäume sind uns näher als Ziegen oder Affen det will aber keiner hören .Das beweis mir mal... nee einen Scheiss werde ich tun such dir einen Baum der dir gefallt am besten nicht zu gross Frag ihn was du wissen willst und bleib mal 5-6 stunden sitzen bis er dir antwortet...
wer misst misst misst...fakt
wer weiss braucht nicht beweisen
wer liebt der wird geliebt
fertig

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