Anzahl der Versuchstiere leicht angestiegen

15.11.2005 - Quelle/Text: Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft

Im Jahr 2004 wurden in Deutschland 2 265 489 Tiere zu wissenschaftlichen und bestimmten anderen Zwecken verwendetet. Damit wurden gegenüber dem Vorjahr 153 148 Tieren mehr gemeldet.

Dieser Anstieg ist bei den Tierarten insbesondere auf den Anstieg bei Mäusen (+ 136 167) und bei Fischen (+ 29 555) zurückzuführen. Wie in den Jahren zuvor waren Mäuse und Ratten mit ca. 80 Prozent am häufigsten vertreten, gefolgt von Fischen mit 7,6 Prozent, Kaninchen mit 4,6 Prozent und Vögeln mit 3,6 Prozent.

Zahl von Hunden und Katzen geht zurück

Erfreulich ist, dass die Zahl der Hunde um 580 auf 4 306, die der Katzen um 25 auf 628 und die der Affen um 159 auf 1 608 reduziert wurde. Menschenaffen wurden, wie in den Vorjahren, nicht gemeldet.

Gegenüber 2003 ist der Rückgang bei toxikologischen Prüfungen um 17 247 auf 160 974 Tiere zu betonen. Bei Versuchen zu diagnostischen Zwecken war dagegen eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 23 866 auf 39 013 Tiere zu verzeichnen.

Über 50 Prozent der Tiere für Erforschung von menschlichen Erkrankungen

Für die Erforschung von Erkrankungen bei Menschen oder Tieren wurden 1 260 602 (55,6 %) Tiere eingesetzt. Hier sind insbesondere Infektionskrankheiten, Herz- und Kreislauferkrankungen, Krebserkrankungen sowie Störungen des menschlichen Nervensystems zu nennen.

Auf Grund gesetzlicher Vorschriften wurden insgesamt 15,4 Prozent der Tiere eingesetzt.

Bundesregierung will Anzahl der Tierversuche verringern

Tierversuche weiter zu verringern und durch Alternativmethoden zu ersetzen, um die Anzahl der Tierversuche auf das absolut unerlässliche Maß zu beschränken, ist ein wichtiges Ziel der Bundesregierung. Für diesen Zweck wurde von der Bundesregierung eine Expertengruppe gebildet, die an Hand der jährlich gemeldeten Versuchstierdaten Bereiche ausfindig machen soll, in denen Tierversuche reduziert oder durch andere Methoden ersetzt werden können. Diese Expertengruppe wird auch die neuen Daten aus 2004 bewerten.

Das BMVEL vergibt seit Jahren den Forschungspreis zur Förderung methodischer Arbeiten mit dem Ziel der Einschränkung und des Ersatzes von Tierversuchen. In diesem Jahr haben sich wiederum mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um diesen Forschungspreis des BMVEL beworben. Die Ausschreibung für den Forschungspreis des Jahres 2006 ist im Internet unter www.verbraucherministerium.de beim Punkt „Tierschutz“ einzusehen.

Änderung der Versuchtstiermeldeverordnung macht Vergleich schwierig

Durch die Änderung der Versuchstiermeldeverordnung kann man die Gesamtzahl der Versuchstiere bis zum Jahr 1999 nicht direkt mit denjenigen ab dem Jahr 2000 vergleichen, da seitdem alle wissenschaftlichen Versuchszwecke und somit auch mehr Versuchstiere erfasst werden.

Vergleicht man unter diesem Vorbehalt die verwendeten Tiere, so ist zu erkennen, dass die Anzahl jährlichen Schwankungen unterliegt.

Grundlage der aktuellen Statistik sind die Angaben nach der Versuchstiermeldeverordnung von 1999, nach der nun deutlich mehr Versuchszwecke erfasst werden als zuvor. Seit dem Jahr 2000 werden alle Tiere gezählt, die zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet werden. Damit sind nun auch die Tiere erfasst, die zu wissenschaftlichen Zwecken getötet, an denen Gewebe oder Organe entnommen, die zur Herstellung, Gewinnung, Aufbewahrung oder Vermehrung von Stoffen, Produkten oder Organismen verwendet werden oder die zur Aus-, Fort- oder Weiterbildung dienen.

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Chris, 18.11.2005 21:25:34
sicher ist erfreulich, dass ggfs. weniger hunde und katzen zu versuchszwecken verwendet worden sind. ich meine aber auch, dass ratten, mäuse und andere versuchstiere im vergleich nicht minderwertiger sind als andere versuchstiere. die ratte z.b. ist ein sehr intelligentes, hochentwickeltes und auch bewusstes tier. laut aussagen von tierärzten ist heute davon auszugehen, dass es keine rattenstämme mehr gibt, die nicht an mykoplasmose leiden, einer heimtückischen bakteriellen infektion der atemwegsorgane, die im laufe der zeit förmlich zersetzt werden und daher die tiere früher als normal einen grausamen erstickungstod erleiden müssen. die krankheit könnte heilbar sein, denn ich Österreich soll ein impfserum entwickelt worden sein, deren kosten für die serienmäßige produktion jedoch niemand übernehmen will. unter dem gesichtspunkt dieser heimtückischen krankheit dürften die ergebnisse aus dem tierversuchen sowieso mit vorsicht zu geniessen sein.

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