Ökodesign für Straßenbeleuchtung spart in der EU soviel Strom ein, wie ein ganzes Land derzeit verbraucht

07.10.2008 - Quelle/Text: Sonstiges/Eigenes Material

Nach den Ökodesign-Standards für Standby-Geräte hat der zuständige EU-Ausschuss Ende September auch Normen für die Beleuchtung von Straßen, Büros und Industriegebäuden sowie für Set-Top-Boxen angenommen. Alleine mit der Umsetzung der Richtlinie für die Beleuchtung soll bis 2020 soviel Strom eingespart werden, wie beispielsweise ganz Rumänien derzeit verbraucht.

Kommissionsvorschläge zur Senkung des Stromverbrauchs wurden von Mitgliedsstaaten genehmigt

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Energieffiziente Beleuchtung spart EU-weit soviel Strom ein, wie ganz Rumänien verbraucht

Die EU-Mitgliedstaaten stimmten in der Sitzung des Ökodesign-Regulierungsausschusses zwei Kommissionsvorschlägen für Verordnungen zur Senkung des Energieverbrauchs in Europa zu. Der erste Vorschlag umfasst Leuchtmittel für Büro- und Industriegebäude sowie zur Straßenbeleuchtung, der zweite Geräte zur Konvertierung digitaler Fernsehsignale in analoge Signale (so genannte „einfache Set-Top-Boxen“ für Fernsehgeräte).

Diese Maßnahmen sind konkrete Beiträge zur Verwirklichung der Energieeffizienzziele der EU. Sobald die entsprechenden Rechtsakte bestehen, werden sie den Energieverbrauch, die CO2-Emissionen und die Abhängigkeit von Energieeinfuhren in kosteneffizienter Weise senken“, erklärte der für Energie zuständige Kommissar Andris Piebalgs.

Die erste Maßnahme betrifft Leuchtmittel, die typischerweise zur Beleuchtung von Straßen, Büros und Industrieanlagen eingesetzt werden: Leuchtstofflampen, Entladungslampen sowie zugehörige Vorschaltgeräte und Leuchten.

Durch die Verordnung wird der Stromverbrauch dieser Anlagen in der EU, der nach Schätzungen bis 2020 auf 260 TWh pro Jahr ansteigen würde, um 15 % reduziert werden. Diese Einsparungen entsprechen 38 TWh - etwa dem jährlichen Stromverbrauch Rumäniens- und einer jährlichen Vermeidung von CO2-Emissionen in der Größenordung von 15 Mio. Tonnen.

Verbraucher profitieren direkt durch geringere Energiekosten für ihre Set-Top-Boxen

Mit der zweiten Maßnahme soll der Energieverbrauch einfacher Set-Top-Boxen gesenkt werden, die zur Konvertierung digitaler Fernsehsignale in analoge Signale für die in den EU-Haushalten üblichen Fernsehgeräte verwendet werden.

Wegen des derzeitigen Wechsels vom Analog- zum Digitalfernsehen in der EU werden diese Geräte in den kommenden Jahren in großer Zahl auf den Markt kommen und einen entsprechend hohen Energieverbrauch verursachen.

Wenn die Nutzung einfacher Set-Top-Boxen im Jahr 2014 ihren Höhepunkt erreicht, wird der entsprechende Energieverbrauch dank der in der Verordnung festgelegten Energieverbrauchsgrenzen von 14 TWh auf 5 TWh gesenkt werden können.

Bis zum Jahr 2020, wenn die herkömmlichen Fernsehgeräte durch neue, für Digitalfernsehen geeignete Geräte ersetzt worden sind, und einfache Set-Top-Boxen daher vom Markt verschwinden, dürften die Einsparungen 47 TWh betragen; das ist mehr als die gesamte jährliche Nuklearstromerzeugung Finnlands und der Slowakei zusammengenommen.

Diese Maßnahme nützt auch direkt den Verbrauchern, da sie die Lebensdauerkosten dieser Geräte um etwa 30 % senkt.

Die Verordnungen werden nun vom Europäischen Parlament geprüft. Sie sollen im Januar 2009 offiziell von der Kommission verabschiedet werden. Weitere Ökodesign-Maßnahmen für andere Produktgruppen, beispielsweise Haushaltsleuchten, werden in den nächsten Monaten folgen.

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Laura, 17.10.2008 10:35:36
Energieverbrauch zu senken, gehört natürlich zu den ganz wichtigen Aufgaben unserer Zeit. Die immense Energieverschwendung bei Leuchtreklamen, Skybeamern und oft unnötigen, grellen Beleuchtungen die ganze Nacht seien nur nebenbei erwähnt. Doch das Licht ist auch zur Geißel der Natur geworden. Daher vermisse ich in Zeiten des Artensterbens bei den erwähnten Richtlinien und Verordnungen den Begriff "Lichtverschmutzung". Unsere Nächte werden pro Jahr 2-3% heller - Tendenz steigend. Angezogen vom Licht sterben jährlich Abermillionen nachtaktive Insekten und auch Zugvögel einen sinnlosen Tod. Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung wäre: Kommunen könnten beispielsweise die herkömmlichen, stromfressenden Quecksilberdampfleuchten gegen umweltfreundliche, sparsame Natriumdampf-Niederdruckleuchten mit zusätzlicher Dimm-Möglichkeit austauschen. Doch da die öffentliche Beleuchtung meist in den Händen von Stromversorgern liegt, wollen diese weder Strom sparen noch Lampen auswechseln - sie wollen möglichst viel verdienen. Und so wird sich, zumindest für die Natur, nicht viel zum Positiven wenden - EU-Richtlinien hin oder her ...

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