Wie ökologisch ist Ökostrom?

08.10.2007 - Quelle/Text: Sonstiges/Eigenes Material

Beim Bezug von Ökostrom gibt es große Unterschiede im Nutzen für die Umwelt. Eine aktuelle Recherche des Umwelt-Infodienstes ergab, dass die Gewinne aus den Verkäufen des Ökostroms mehrerer größerer und kleinerer Energieversorger trotz Zertifizierung unüberschaubar verteilt werden. Ein Teil davon fließt oftmals den Gesamtunternehmen und damit auch der Atomkraft und der Energieerzeugung aus Kohle zu.

"Ökostrom" ist nicht gleich Ökostrom

Edertalsperre
Auch Wasserkraftwerke zählen zu den Erneuerbaren Energiequellen.

Häufig fehlen konkrete Angaben über tatsächlich bereits initiierte Energiewendeprojekte. Dem Vergleich zufolge hat den größten Nutzen für die Umwelt Ökostrom der folgenden Versorger: Elektrizitätswerke Schönau GmbH, Greenpeace Energy eG, LichtBlick GmbH und Naturstrom AG.

"Die Tatsache, dass die Kunden mit dem Bezug von Ökostrom vieler Anbieter beispielsweise auch Atomkraft finanzieren, wird den Kunden oftmals vorenthalten. Daher raten wir dazu, bei der Auswahl des Stromanbieters genau hinzuschauen, ob es Verflechtungen zu Atomstromversorgern gibt", kommentiert Jutta Rausch vom Umwelt-Infodienst in Kaiserslautern die Untersuchungsergebnisse.

Umwelt-Infodienst vergleicht Umweltnutzen von Stromanbietern

Die genannten Stromversorger, die ausschließlich Ökostrom verkaufen, antworteten auf die in den vergangenen Wochen verdeckt durchgeführten Anfragen eindeutig und für jedermann ohne detailliertes Fachwissen verständlich.

Die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) schlossen auch die geringste Verbindung mit der Atomindustrie aus. Durch Bezug des EWS-Stroms sei die Einsparung von 100 Prozent Atommüll und eine Reduzierung von 94,1 Prozent an Kohlendioxid zu bewerkstelligen.

Auch Greenpeace Energy antwortete klar und deutlich und schloss jegliche Verbindung zur Atomlobby aus. Den Angaben zufolge müsse spätestens fünf Jahre nach dem Wechsel eines Stromkunden zu Greenpeace Energy die verbrauchte Strommenge aus einem Kraftwerk eingespeist werden, das von Greenpeace energy initiiert wurde oder aus einer ökologisch arbeitenden Neuanlage bezogen werden.

Unter Neuanlagen seien dabei Kraftwerke zu verstehen, die nach dem 1. Juli 2000 also klar nach Gründung von Greenpeace energy gebaut wurden. Durch diesen Automatismus erhöhe die wachsende Kundenzahl ständig die Nachfrage nach neuen sauberen Kraftwerken.

LichtBlick als einer der ebenfalls ausschließlich umweltfreundlich produzierten Strom liefernden Anbieter nannte mehrere bedeutende regionale und weltweite Klimaschutzprojekte sowie Projekte zur Förderung der Energiewende, ähnlich äußerte sich die Naturstrom AG.

Ökostrom ist an manchen Orten sogar günstiger als herkömmlich produzierter

Dabei ist Strom der ausschließlich umweltfreundlich produzierenden Energieversorger oft nur unwesentlich teurer als der aus herkömmlicher Erzeugung. In manchen Regionen kann er sogar günstiger sein. Wie problemlos der Wechsel vonstatten geht, zeigt das Bündnis von Ökostromanbietern auf seiner Internetpräsenz.

Umfragen zufolge fordern über zwei Drittel der Bundesbürger den Ausstieg aus der Atomenergie. Auch ein bewusster Umgang mit Energie ist dringend notwendig.

Die permanent stromschluckende Stand-by-Stereoanlage kann zum Beispiel durch eine ausschaltbare Steckerleiste vollständig abgeschaltet werden.

Und auch die Energiesparlampe hat ihren Namen verdient. So besagt eine Schätzung aus Großbritannien: Wenn pro Haushalt nur eine normale Glühbirne gegen eine Energiesparlampe ausgetauscht würde, könnte dafür ein (Kohle-)Kraftwerk abgeschaltet werden.

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EcoShopper, 13.04.2008 21:25:28
Ökostrom sei mancherorts billiger als konventioneller, ist zwar noch immer nicht ganz verkehrt, aber inzwischen, nach den letzten Preiserhöhungen, leider die seltene Ausnahme. Die vier im Artikel genannten Anbieter gehören eher zu den teuersten Anbietern von Ökostrom. Eine breite Übersicht gibt es im Menü Ökostrom im Portal EcoShooper.de. Hier liefert verivox, das einzige von Ökotest gut bewertete Tarifportal, die Daten. Es ist noch immer so - auch ökologisch bewusste VerbraucherInnen müssen rechnen. Das Ökoinstitut / ecotopten hat jüngst eine Liste von Anbietern vorgelegt, die über das "Kleeblatt" der vier bekannteren hinausgeht.
Pete, 05.05.2008 14:51:09
Kommentar zum Artikel von: EcoShopper, 13.04.2008 21:25:28
Das ist nicht richtig. Die Seite Ecoshopper weißt z.B. Strom als Ökostrom aus, wenn er z.B. mit dem OkPower Label zertifiziert ist. Die Naturenergie hat z.B. dieses Zertifikat, obwohl sie eine Tochter der EnBW ist. Egal, wie die EnBW die Zahlungen für den angeblichen Ökostrom intern zuordnet, insgesamt wird sie jedenfalls durch diese Zahlungen gestärkt. Die EnBW will Milliarden in Neue Atomkraftwerke investieren. In Deutschland betreibt der Konzern bereits 3 Atomkraftwerke. Das ist aber noch nicht das größte Problem: An der EnBW hält der französische Energiekonzern EDF 45,01%. Dieser Atomstromgigant betreibt Weltweit 58 Kernkraftwerke.

Diese Zertifikate haben also überhaupt keine Bedeutung. Jedes dieser Labels kann ja seine eigene Definition von Öko aufstellen. Insofern Ecoshopper und Verivox sich an diesen Definitionen orientieren, sind ihre Informationen wertlos. Ich halte diese Definition von Ökostrom für die einzig brauchbare:
http://www.dreigliederung.de/essays/2007-10-001.html

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