Energiegipfel: Kampf um Klimaschutz und Kohle

04.07.2007 - Quelle/Text: Deutsche Umwelthilfe

Die Bundesregierung muss in Deutschland die Energie- und Klimapolitik durchsetzen, die Angela Merkel in Brüssel und Heiligendamm verabredet hat. Das kann jedoch nicht in Harmonie mit der traditionellen Energiewirtschaft gelingen.

Bundeskanzlerin will an Klimazielen festhalten

Kondensationskraftwerk
Die Klimaproblematik macht eine wirtschaftliche Neuorientierung notwendig.

Dieses Fazit zieht die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH), nachdem die Bundesregierung nach dem dritten Energiegipfel im Bundeskanzleramt Ankündigungen, aber keine Ergebnisse präsentiert hat.

"Die großen Stromkonzerne kämpfen weiter verbissen um ihre Investitionen in Kohle- und Atomkraft und für einen steigenden Stromabsatz. Das ist das genaue Gegenteil einer sicheren und klimaverträglichen Zukunftsstrategie", erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake im Anschluss an den Energiegipfel. Zu begrüßen sei die Versicherung der Bundeskanzlerin, dass sie an den international vereinbarten Klimazielen in jedem Fall festhalten werde und dies ein ´Weiter so´ in Deutschland definitiv ausschließe.

Unsicherer Atomausstieg verhindert Investitionen

"Angela Merkels fortgesetztes Wackeln beim Atomausstieg" stehe dagegen im eklatanten Gegensatz zur von der Kanzlerin gleichzeitig beschworenen Planungssicherheit für die Wirtschaft. Baake: "Solange potenzielle Investoren in eine umweltverträgliche und moderne Energiewirtschaft damit rechnen müssen, dass die verbliebenen 17 alten Atomkraftwerke doch noch am Netz bleiben, solange werden sie sich mit ihren Investitionen  zurückhalten."

Klimapolitik steht Konzerninteressen massiv entgegen

Nach Überzeugung der DUH war es von Anfang an unrealistisch zu glauben, die traditionellen Energiekonzerne durch die Kraft der Argumente von der Notwendigkeit einer Neuausrichtung ihrer Geschäfte überzeugen zu können.

Die unter den Bedingungen des Klimawandels notwendigen politischen Rahmenbedingungen würden zwangsläufig den rückwärtsgewandten Strategien der Konzerne entgegen laufen: Der Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten entwerte die Braunkohletagebaue, der Atomausstieg verkürze das goldene Ende abgeschriebener Atomkraftwerke und eine ernsthafte Effizienzstrategie und der Ausbau der Erneuerbaren Energien laufe auf einen kräftig abgeschmolzenen Stromabsatz hinaus.

Interessen zukünftiger Generationen müssen gewahrt bleiben

Diese Zukunftsaussichten hätten die Konzernchefs viel zu lange nicht zur Kenntnis nehmen wollen. Baake: "Solange die Stromunternehmen die Neuausrichtung ihrer Geschäfte verweigern, sind Konsensrunden wie die im Kanzleramt letztendlich verlorene Liebesmüh: Angela Merkel muss jetzt das tun, wofür sie vom Bundestag gewählt wurde - nämlich regieren und den energiepolitischen Rahmen so setzen, dass auch die Interessen künftige Generationen gewahrt bleiben".

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Chrimahl, 16.07.2007 16:38:24
Sinnvoll wäre eine separate E-Mail-Adresse, um komplexere Informationen abschicken zu können.
1.) Frage: Welche Energiemenge und welche Menge an CO2 würde eingespart, wenn alle häuslichen Brennstellen zur Raumlufterwärmung durch Fernwärme aus KWK-Systemen und BHKW-Systemen substituiert würden?
1.1) Welche Einsparungen- ergäben sich zusätzlich aus diesem System unter der Verwendung von Wärmepumpen aus Grundwasser-, Oberflächenwasser- und Erdwärmespeicherung oder auch z.B. Kristallisationsspeichern zur Aufbewahrung der Sommerwärme aus Solar-Kollektoren und der sommerlichen Kraftwerks-Abwärme? (Substitution von häuslichen Brennstellen in Gemeinden und Städten mit => 1000 Wohneinheiten)
2)Mit der Zunahme von KWK-Einheiten (50MW...150MW)und der Mengen-Zunahme von BHKW-Einheiten und Windrädern wird die Konstanthaltung der Netzfrequenz kritisch. Eine zentrale Steuerung über Funk (Langwellensender DCF77 Mainflingen und redundante Steuerung über Satellit)finde ich mindestens Diskussionsreif. Dazu gehöre die Vernetzung mittels Kabeln die mit Gleichstrom betrieben werden sollten (z.B. mit Spannungen im 1...3 MVolt-Bereich. Die Freileitungen, die große Landflächen erfordern und durch Wettereinflüsse relativ hohe Ableitstrom-Verluste haben, könnten damit entfallen. Lediglich bei felsigen Untergründen sollte´an sogenannte Luftkabel gedacht werden.
Zur Auskopplung kleinerer Energiemengen könnten rein elektrisch betriebene Antriebsmotoren genutzt werden, die dann entsprechende Generatoren treiben (nicht zu verwechseln mit elektromagnetischen Motoren, wie sie allgemein bekannt sind), alternativ zu teuren Halbleiter-Wechselrichtern.
3.)Baubranche: Generell sollte die Giebel-Ost-West-Stellung- oder die Stellung der größten Dachfläche mit 40° Neigung nach Süden gesetzlich vorgeschrieben werden
3.1) Die direkte Sonnenenergienutzung zur kalten Jahreszeit kommt bei den gegenwärtigen Bauten in der Regel zu kurz- hier sollten Bauvorschläge entwickelt werden!!
Jetzt langsts zum ersten mal Gruß Chrimahl


Chrimahl, 13.08.2007 16:29:20
Ein Tipp zum Thema "Energiesparen"
In Städten und Gemeinden brennen Straßenbeleuchtungen hauptsächlich in den späteren Nachtstunden ohne Sinn. Vielfach werden solche Beleuchtungen nachts auf Teilleistung geschaltet-aber nicht aus-. Prinzipiell ließen sich die Straßenbeleuchtungen mittels Näherungsschaltern und Magnetstreifen unter den Straßendecken steuern, nämlich inform von Lauflichtschaltungen derart, dass die Beleuchtungen sowohl personengerecht- und auch für den fließenden Verkehr, geschwindikeitsrecht und richtungsgerecht bei Bedarf geschaltet werden. Wird Ultraschallsteuerung angewandt, so sollte die Frequenz wesentlich über den Frequenzen der Fledermäuse liegen. Wir sind durch die moderne hochempfindliche Elektronik heute in der Lage, auf diese Weise Elektroenergie einzusparen, nach meinen Schätzungen - erhebliche Mengen.
Gruß Chrimahl
schmako, 12.01.2008 20:49:33
Kommentar zum Artikel von: Chrimahl, 13.08.2007 16:29:20
Hab heut meinen guten Tag...
Kein Konzernchef und Politiker will das, weil Gewinnverlust.
have fun

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