Media Saturn informiert über Stromverbrauch von TV-Geräten

11.02.2007 - Quelle/Text: Deutsche Energie-Agentur GmbH

Kunden, die sich beim Kauf eines Fernsehgerätes über dessen Stromverbrauch informieren wollen, haben es bei Media Markt und Saturn jetzt einfacher. Deutschlands größte Elektrofachhandelsunternehmen zeichnen ab sofort den Stromverbrauch aller TV-Geräte in Normalbetrieb und in Standby deutlich sichtbar auf den Preisschildern aus.

Damit folgen Media Markt und Saturn den Vorschlägen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Bei der Umsetzung wurden Media Markt und Saturn auch von der Deutschen Energie-Agentur (dena) beraten.

Verkaufsgespräch in einem Media Markt
Auf dem Preisschild und im Verkaufsgespräch sollte der Stromverbrauch eine Rolle spielen

"Indem wir die große Bandbreite des Energieverbrauchs von TV-Geräten deutlich machen, erleichtern wir unseren Kunden vielfach eine bewusste Kaufentscheidung", so Bernhard Taubenberger, Sprecher der Unternehmensgruppe, über die Beweggründe für die Initiative von Media Markt und Saturn.

Auf Stromverbrauch achten und sparen

Damit ist für den Geschäftsführer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Gerhard Timm, ein entscheidender Durchbruch bei der Verbreitung effizienterer Elektrogeräte gelungen: "Media Markt und Saturn gehen voran, die anderen müssen folgen. Die Käufer von Unterhaltungselektronik können an ihrer Stromrechnung erheblich sparen, wenn sie Klima schonende Geräte kaufen. Bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von zehn Jahren können bei Fernsehgeräten die addierten Stromkosten zwischen 150 und 1000 Euro schwanken. Es ist also nicht nur gut für die Umwelt, beim Kauf elektronischer Geräte auf den Stromverbrauch zu achten, es ist auch gut für den eigenen Geldbeutel."

BUND fordert EU-einheitliche Regelung

Der BUND fordert von der Europäischen Union weitere gesetzliche Regelungen zum Energiesparen. Dazu gehörten die EU-weit verbindliche Kennzeichnung des Stromverbrauchs von Fernsehgeräten und das Verbot von Standby-Schaltungen. Hochgerechnet ließen sich mit sparsamen Fernsehgeräten allein in Deutschland über drei Millionen Tonnen des Klimagases CO2 vermeiden. Dies entspreche dem jährlichen CO2-Ausstoß einer Großstadt wie Bonn mit 300.000 Einwohnern.

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Christoph, 19.02.2007 17:12:08
Die von den Elektrogeräte-Marktführern Saturn und Media Markt zum Wochenbeginn angekündigte freiwillige Kennzeichnung des Stromverbrauchs der in ihren Filialen angebotenen Fernsehgeräte erweist sich schon nach wenigen Tagen als weitgehend leeres Versprechen. Das hat die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) bei stichprobenartigen Testbesuchen in mehreren Regionen Deutschlands ermittelt. Die DUH bemüht sich seit über einem Jahr darum, die Elektromärkte der Metro-Gruppe zur Einhaltung der gesetzlichen Regelungen zur Energieverbrauchskennzeichnung bestimmter Haushaltsgroßgeräte (u.a. so genannte „weiße Ware“) zu veranlassen. Erst in der vergangenen Woche bestätigte das Landgericht Berlin Verstöße einer Media-Markt-Filiale in Berlin-Spandau gegen die vorgeschriebene Kennzeichnung von Raumklimageräten.

"Die Media-Saturn-Holding schert sich wenig um Verbraucherrechte und Klimaschutz und scheitert seit über einem Jahr daran, diese einfache Klima- und Verbraucherschutzregelung in allen ihren Märkten korrekt umzusetzen. Stattdessen versucht der "Geiz ist Geil"- Konzern jetzt mit einem billigen Ablenkungsmanöver von seinem Versagen im Klimaschutz abzulenken", so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH). Nach von der DUH in dieser Woche durchgeführten Recherchen erwies sich die angeblich kundenfreundliche Stromverbrauchs-Kennzeichnung aller TV-Geräte als „überwiegend nicht existent oder lückenhaft. An den wenigen Orten, wo die neue Kennzeichnung überhaupt umgesetzt wird, ist sie für den Verbraucher verwirrend und wenig hilfreich", so Resch.

Nach der Ankündigung der Media-Saturn-Unternehmensgruppe, ihren Kunden mit der Stromverbrauchskennzeichnung aller angebotenen TV-Geräte eine „bewusste Kaufentscheidung“ zu erleichtern, machte die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation die Probe aufs Exempel und besuchte stichprobenartig Media Markt- und Saturn-Dependancen in verschiedenen Regionen Deutschlands. Ergebnis: Nur in den beiden Media Markt- und Saturn-Filialen in Berlin-Neukölln und am Alexanderplatz waren alle Fernsehgeräte gekennzeichnet, jedoch mit kleiner Schrift, betont unauffällig platziert unter anderen technischen Geräte-Informationen und ohne jeden erkennbaren Hinweis auf den neuen Service. Ein peinliches Bild zeigten Testbesuche außerhalb der Hauptstadt:

Bei Media Markt in Stuttgart war nur etwa ein Drittel der rund 66 Fernsehgeräte gekennzeichnet
In der Konstanzer Media Markt-Filiale waren 10 von 130 ausgestellten TV-Geräten ausgezeichnet
Bei Media Markt in Singen fehlten die Angaben an ausnahmslos allen etwa 170 ausgestellten Geräten
ebenso Fehlanzeige bei Saturn in Hannover, keines der über 100 Geräte war gekennzeichnet.
„Die Ergebnisse der DUH-Testbesuche legen den Verdacht nahe, dass die Geschäftsführungen von Media Markt und Saturn bis heute den Klima- und Verbraucherschutz nicht ernst nehmen. Mit schlampig realisierten PR-Gags soll offensichtlich das "Geiz ist Geil"-Image aufgehübscht werden“, kritisierte Resch die Umsetzung der angeblich flächendeckenden Verbrauchskennzeichnung von TV-Geräten. Die Kritik gehe jedoch weiter. Denn "mit der reinen Angabe eines Stromverbrauchswertes kann der Verbraucher wenig anfangen. Bei einer seriösen freiwilligen Kennzeichnung müsste der Kunde mit einem Blick erkennen können, wie effizient der jeweilige Fernseher im Vergleich zu gleich großen anderen Geräten abschneidet", so Resch. Eine solche Regelung müsste sich an die gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung von Haushaltsgroßgeräten (Kühlgeräte, Geschirrspüler, Wäschetrockner etc.) anlehnen.

Während sich der zur Metro-Gruppe gehörende Elektrokonzern mit seiner freiwilligen Aktion das Image eines Vorreiters im Klimaschutz zulegen wolle, verstoße er in seinen Filialen immer wieder gegen die gesetzlichen Mindestanforderungen. Gegen solche Verstöße ging die DUH auch bei Media Markt in Berlin Spandau vor. Vor

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