Bundesregierung erhöht Gift-Grenzwerte in Obst und Gemüse

13.02.2007 - Quelle/Text: Greenpeace Deutschland

Hunderte Grenzwerte für Pestizide in Obst und Gemüse hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) zwischen den Jahren 2004 und 2006 angehoben. Das bedeutet für Obst und Gemüse, dass ganz legal mehr Gift auf den Teller kommt.

Anhebungen um über das 500fache

Nach einer neuen Untersuchung im Auftrag von Greenpeace sind die Steigerungen erheblich - im Schnitt haben die Beamten die Grenzwerte um das 33fache erhöht. Gerade bei bekannten Pestizid-Spitzenreitern mit den meisten Überschreitungen, wie Tafeltrauben, Salaten, Kräuter oder Beeren, hob das Ministerium die Grenzwerte am stärksten an, jeweils um über das 500fache.

404 Grenzwertänderungen zwischen 2004 und 2006

Apfel
Apfel

Das Bundesministerium hat zwischen 2004 und 2006 insgesamt 404 gesetzliche Pestizidgrenzwerte geändert: 293 Mal (73 Prozent) hat es die erlaubten Belastungsgrenzen erhöht. Nur in 111 Fällen (27 Prozent) hat es sie gesenkt. Im Schnitt waren dabei die Erhöhungen 1,5 Mal höher als die Absenkungen. Zudem wurden von Jahr zu Jahr mehr Grenzwerte angehoben.

Greenpeace fordert generellen Schwellenwert

"Es ist unglaublich. Die Verbraucherschützer aus dem Ministerium machen konsequent das Gegenteil von dem, was notwendig wäre, um die Gesundheit der Verbraucher und die Umwelt zu schützen", sagt Manfred Krautter, hemie-Experte von Greenpeace. "Minister Seehofer muss diese Praxis sofort stoppen. Wir brauchen keine Legalisierung von immer mehr Gift im Essen, sondern wirksame Kontrollen, damit belastete Lebensmittel vom Markt verschwinden."

Greenpeace fordert von Bundesminister Horst Seehofer (CSU) die Umkehr der Grenzwertpolitik: Für Pestizide in Lebensmitteln soll wie für Trinkwasser ein genereller Schutzwert gelten. Dieser sollte bei maximal 0,01 Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel liegen.

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michah, 15.02.2007 09:04:02
Ist doch prima! So wird Bio noch attraktiver und der Unterschied zu konventioneller Ware noch deutlicher. Soll sich keiner wundern, warum immer mehr Kinder Allergien bekommen.
DUGI e.V., 16.02.2007 20:05:29
Der menschliche Wahnsinn kennt viele Spielarten. Aber ein "Spiel" mit Schutzwerten ist ein Spiel mit dem Tod! Ganz besonders für kleine Kinder. Darüber berichten Wissenschaftler am Samstag den 17. März 2007 in Frankfurt a.M. (s. 11. Frankfurter Kolloquium "Umwelt und Gesundheit)
Da die Umweltprobleme wohl nicht mehr in den Griff zu bekommen sind, werden einfach die Schutzwerte erhöht, und schon kann fröhlich weiter gewirtschaftet werden. Die TITANIC läßt grüßen
Johann J. Fonfara, Erster u. geschäftsf. Vorsitzender
Deutsche Umwelt- u. Gesundheits-INITIATIVE (DUGI) e.V.
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