Kernkraft kommt ins Schwitzen

02.08.2006 - Quelle/Text: natur + kosmos

Der schöne Sommer macht Atom- und Kohlekraftwerken arg zu schaffen. Die Wasserkühlung muss zurück gefahren werden und somit sinkt die Stromproduktion. Die Folge: Der Preis für Strom aus konventionellen Kraftwerken ist innerhalb weniger Tage um 600 Prozent gestiegen.

Erneuerbare Energiequellen deutlich günstiger

Kernkraftwerk
Unsicherheitsfaktor Kernenergie - Stromkunden müssen die Rechnung tragen

Für den Strom aus Uran und Kohle müssen beispielsweise am heißesten Tag des Jahres an der Strombörse im Schnitt 30,2 Cent pro Kilowattstunde gezahlt werden. Während der Tagesstunden sind es sogar über 54 Cent. Der deutsche Mix aus Erneuerbaren Energien wie Wind, Biogas oder Solar wird den Verbrauchern aktuell mit etwa 11 Cent pro Kilowattstunde zur Verfügung gestellt.

Großkraftwerke werden unsichere Stromlieferanten - Erneuerbare Energien im Vorteil

Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) sei Solarstrom erstmals preiswerter als konventioneller Spitzenlaststrom. Solaranlagen würden genau dann auf Hochtouren arbeiten, wenn die herkömmliche Stromproduktion am teuersten ist.

Vertreter alternativer Energiequellen sehen in dem heißen Sommer einen Trend, der gegen Kohle- und Atomstrom spricht. "Klimaforscher prognostizieren uns für die nächsten Jahrzehnte immer häufigere Hitzewellen und Dürreperioden", sagt Milan Nitzschke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE). Konventionelle Großkraftwerke, die auf Kühlwasser angewiesen sind, seien dann extrem unsichere Stromlieferanten.

Kernkraft weder billig noch umweltschonend

Und Cornelia Ziehm, Leiterin Verbraucherschutz und Recht der Deutschen Umwelthilfe (DUH), fügt hinzu: "Dieser Sommer zeigt erneut: Atomstrom ist weder sicher noch unbegrenzt verfügbar, weder billig noch umweltschonend. Die nächsten Preiserhöhungen für die Verbraucher sind absehbar."

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Jualita, 08.08.2006 21:21:21
Ich finde gerade bei diesem Thema sehr wichtig, nicht durch falsche Zahlen die Tatsachen zu verfälschen. Zu welchem Preis der Erneuerbare-Energien-Mix "zur Verfügung gestellt" wird sagt ja nichts über die Produktionskosten! (Der Mix wird ja durch das EEG gefördert.) Wer glaubwürdig argumentieren will, muss glaubwürdige Zahlen benutzen.
zippe, 26.08.2006 02:07:21
Kommentar zum Artikel von: Jualita, 08.08.2006 21:21:21
Welche "Tatsachen" meinen Sie?
Die Tendenz Ihrer Aussage unterstellt eine verzerrte Marktsituation durch die Förderung der Erneuerbaren Energien durch das EEG.
Bitte berücksichtigen Sie aber die getätigten und laufenden exorbitanten Subventionen im Bereich der Atomenergie und der anderen fossilen Energieträger. Eine gute Übersicht zu diesem Komplex bietet "Solare Weltwirtschaft" von Hermann Scheer.
Eine Übervorteilung der erneuerbaren Energiequellen im Vergleich zu konventionellen, fossilen Energieträgern steht außer Frage! Genau das Gegenteil ist der Fall.

Atomenergie und Braunkohle, die auf einem freien Markt extrem unwirtschaftlich wären, werden auf Kosten der Steuerzahler künstlich am Leben gehalten und verursachen dazu noch massiven ökonomischen und ökologischen Schaden. Sie nicht nachhaltig und können nicht frühzeitig von erneuerbaren Energien ersetzt werden.

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