Brunos Tod hat rechtliche Folgen: Tierschutzbund stellt Strafanzeige

03.07.2006 - Quelle/Text: Deutscher Tierschutzbund

Der Todesschuss auf den jungen Braunbär JJ1, genannt „Bruno“, hat rechtliche Folgen. Der Deutsche Tierschutzbund und sein ihm angeschlossener Landesverband Bayern stellen Strafanzeige wegen der Tötung eines Wirbeltieres der streng geschützten Art in Tateinheit mit dem Töten eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund.

Die Anzeigen richten sich u. a. namentlich gegen Staatsminister Werner Schnappauf, seinen Staatssekretär Otmar Bernhard und gegen Vertreter der Regierung von Oberbayern und die namentlich nicht bekannten Schützen.

Abschuss "weder rechtlich noch ethisch vertretbar"

Bär am Wasser
Ein Braunbär am Wasser

„Artenschutz muss eine gesellschaftliche Aufgabe bleiben. Der Abschuss von Bruno ist weder rechtlich noch ethisch vertretbar. Dieser Artenschutzskandal ersten Ranges muss ohne Ansehen der Personen aufgeklärt werden. Nur dann hat Artenschutz in Deutschland noch eine Zukunft. Brunos Tod darf nicht ohne Folgen bleiben“, erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, zur Strafanzeige, die wegen der täglich neuen Details und der Aufarbeitung einer Fülle von Informationen erst heute bei der zuständigen Staatsanwaltschaft beim Landgericht München II eingereicht wird.

Tötung als "absolut letzte zu ergreifende Möglichkeit" 

Die Tötung eines Wirbeltieres muss die absolut letzte zu ergreifende Möglichkeit sein. Dies muss umso mehr gelten, wenn es sich dabei um ein Exemplar der vom Aussterben bedrohten Arten handelt. Diese Zwangslage lag aber hier nicht vor, erläutert der Deutsche Tierschutzbund in seiner Strafanzeige. Zwei Tage vor der Schussabgabe war der Bär in leicht zugänglichem Gelände über Stunden von Zeugen u. a. beim Baden beobachtet worden. Die Polizei war laufend informiert, die zuständige Behörde hätte einen erfahrenen Narkoseschützen herbeiholen und den Lebendfang probieren können „Es ist klar, Menschenschutz geht vor Tierschutz, aber diese Frage stellt sich in diesem Fall nicht. Es lag keine Notstandslage vor“, so Apel.

Abschusserlaubnis beruft sich auf Ausnahmezustand - Tierschützer stellen diesen in Frage


Die weitere Begründung: Die Regierung von Oberbayern beruft sich in ihrer Allgemeinverfügung vom 23.06.2006 auf die Ausnahmetatbestände des Naturschutzrechtes zur Abwehr gemeinwirtschaftlicher Schäden. Solche unzumutbaren gemeinwirtschaftlichen Schäden sind aber nicht zu erkennen. Auch war bis dato kein Menschenleben durch Bruno bedroht worden.

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_roro, 03.07.2006 20:30:08
Tatsächlich gibt es bis heute niemenaden, der von sich bahaupten kann, er wäre von Bruno körperlich bedroht worden.

Tatsächlich ist bis heute nicht geprüft worden, wieviele Bruno-Sichtungen in Siedlungen realistisch gewesen sind.

Tatsächlich ist bis heute auch nie geprüft worden, wieviele Meldungen, Bruno hätte Tiere gerissen, der Wahrheit entsprechen. Den Meerschweinchen-Fall halte ich sowieso für ein Grücht.

Alle meine Gedanken zum Thema:
http://rolfrost.de/cgi-bin/blog.cgi?query_string=bruno

Die Strafanzeige begrüße ich!

Rolf
ignatius, 16.07.2006 08:00:16
Schon wieder eine Popu-Aktion von Apel. Der bayerische Minister hat nach Abwägung entschieden. Ob ein Gericht die Gefahr für Leib und Leben von Menschen verneint, darf bezweifelt werden.

Hardy, 26.08.2006 12:33:58
Dieser Text enthielt ggf. unerlaubte Wörter - diese wurden entfernt:
der abschuß des bären war völlig unnötig. andere tiere die unter naturschutz stehen, sollen laut verordnungen und gesetze umgesiedelt werden wenn sie an einem bestimmten ort unerwünscht sind. dies gillt z. b. bei hornissennestern. der bürger ist verpflichtet ein hornissennest zu melden und es entfernen zu lassen wenn er es in seiner nähe nicht haben möchte. spezialisten entfernen das hornnissennest unbeschädigt und siedeln es an einem anderen ort um, damit der mensch nicht belästigt oder verletzt wird. der bär könnte noch leben, wenn richtige spezialisten für umsiedlung unter naturschutz stehender tiere beauftragt worden währen. die treibjagd für die medien hat wohl mehr gewinn eingebracht. hier stand geldgier gegenüber leben und tod.

sylvia + hardy

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