Schnappauf: Bär muss aus "Sicherheitsgründen" getötet werden
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Erstmals seit 170 Jahren wanderte ein Bär wieder nach Deutschland. Nun wurde er abgeschossen.
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Erst am vergangenen Wochenende war bestätigt worden, dass ein männlicher Braunbär aus Tirol nach Bayern gewandert war - zum ersten Mal seit 170 Jahren. Berichte, dass das Tier Schafe und Hühner gerissen habe, zogen sofort Abschussforderungen nach sich. Daraufhin erklärte Bayerns Umweltminister am Montag Nachmittag, man müsse das Tier aus Sicherheitsgründen töten. Abschuss in Ausnahmefällen gerechtfertigt Nach deutschem und europäischem Recht sind sowohl Bär als auch Wolf streng geschützt. Der Abschuss ist nur in strengen Ausnahmefällen erlaubt. Bei einem Bären, der die Nähe des Menschen aktiv und häufig sucht, wie bei dem bayrischen Exemplar eindeutig der Fall, könne die Gefährdung von Menschen nicht mehr ausgeschlossen werden. Dieser hatte in der Nacht zum Montag zwei weitere Schafe gerissen und war anschließend in einen Hühnerstall in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen eingedrungen. Ähnliche Fälle habe es in Österreich bereits gegeben. Bären-Managementplan in Österreich sieht Abschuss ebenfalls als letzte Maßnahme Der in Österreich vorliegende Bären-Managementplan sieht bei verhaltensauffälligen Bären als erste Maßnahme den Fang und die Besenderung des Tieres vor. Über diese Bärensender lässt sich das Verhalten des Bären besser verstehen und damit auch eine Risikoabschätzung zu möglichen Konflikten erstellen. Wenn der Standort des Tieres mittels Sender verfolgt werden kann, kann dem Bären in einer "Vergrämungsaktion" auch die natürliche Scheu vor dem Menschen wieder anerzogen werden. Der Abschuss eines Bären ist in jedem Fall erst dann vorgesehen, wenn diese Methoden erfolglos waren, oder nicht durchgeführt werden können. Im Nachbarland wurden 1994 "Problembären" in der Steiermark (Notwehr) und in Oberösterreich erlegt. Erfolgsaussichten eines Fang- und Betäubungsversuchs gering
Neben dem Abschuss des Bären bestehe nach wie vor die Möglichkeit eines Fang- oder Betäubungsversuches. Die Erfolgsaussichten dafür seien nach Einschätzung des WWF jedoch gering. Nach wie vor habe der Bär Menschen gegenüber kein aggressives Verhalten gezeigt, die Häufung der Schäden zeige aber, dass ein konfliktfreies Nebeneinander von Mensch und Bär bei diesem Tier sehr unwahrscheinlich ist. WWF fordert Bären-Managementplan Der WWF bedauert, dass es sich beim ersten Bären in Deutschland um ein verhaltensauffälliges Tier handelt. Es werde aber sicher nicht der letzte Bär sein, der über die Grenze kommt. "Bayern muss sich besser vorbereiten", betont Roland Melisch. Der Freistaat brauche dringend einen Management Plan, der die Bevölkerung, vor allem Schäfer, Landwirte, Imker, Wanderer und Förster auf einwandernde Tiere vorbereitet. Der WWF werde versuchen, sich mit bestem Know-how daran zu beteiligen. Im Prinzip fänden Braunbären auch in Bayern gute Lebensbedingungen vor. |