90 Prozent des Bestands an Raubfischen aus den Meeren verschwunden
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Fische
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Für Meeresbiologin Antje Helms von Greenpeace sind solche Meldungen nur eine weitere Bestätigung der sich anbahnenden Katastrophe. "Im Grunde genommen ist das nichts Neues, allerdings hat sich die Lage in den vergangenen Jahren immer weiter zugespitzt", so Helms. Vor neun Jahren habe die Umweltorganisation Greenpeace vor dem drohenden Zusammenbruch der Fischbestände gewarnt. Aktuelle Studien zeigen, dass 90 Prozent des Bestandes an Raubfischen wie etwa Tun, Schwertfische und Haie bereits aus den Meeren verschwunden sind. 76 Prozent der weltweiten Fischbestände sind überfischt, 366 von 1.519 Fischereien weltweit zusammengebrochen. 2005 wurden 158 Mio. Tonnen Fisch aus den Weltmeeren geholt. Das sind sieben Mal so viele wie noch 1950. Praxisbeispiele zeigen Ausmaß der illegalen Fänge Nur ein Beispiel war die Meldung über den taiwanesischen Tunfisch-Trawler "Sheng Yi Hsing No.16", der am 15. August 2007 in den Hoheitsgewässern der mikronesischen Inselgruppe Palau aufgehalten wurde. An Bord des Schiffes konnten die Behörden des Palau Bureau of Marine Resources 650 Haifischflossen, zehn Haiköpfe und rund 94 Haifischkörper und sowie Marline, Mahi-Mahis, Wahoos und Barrakudas sicherstellen. Keiner der Fische war in den offiziellen Logbüchern des Fischkutters eingetragen. Zudem ist in den Hoheitsgewässern des Inselstaats das Fangen von Haien strengstens verboten. Experten wissen längst, dass dies nur ein Beispiel in einer Reihe ähnlich gearteter Fälle ist. In den Weiten des Pazifiks, des Indischen Ozeans oder des Atlantiks ist eine lückenlose Fangkontrolle kaum möglich. 3,5 Mrd. Menschen ernähren sich von Fisch Die Alarmglocken schrillen auch deswegen so laut, weil sich auf der Erde nach Berechnungen der FAO 3,5 Mrd. Menschen von Fisch ernähren. Ein Großteil davon lebt in den ärmsten Ländern der Welt. Im Buch "Meer ohne Fische? Profit und Welternährung", das im Campus Verlag erschienen ist, haben die Autoren das Beispiel des irischen Hightech-Trawlers "Atlantic Dawn" angeführt, der täglich bis zu 400 Tonnen Fisch aus dem Meer holt. Um diese Menge zu fangen, bräuchte ein lokaler Kleinfischer, der täglich fischen geht, zehn Jahre lang. |