EU-Studie: Für Klimaschutz ist es bald zu spät

16.01.2007 - Quelle/Text: Sonstiges/Eigenes Material

Eine EU-Klimastudie, die erst in einigen Wochen veröffentlicht werden soll, unterstreicht mit den berechneten Szenarien die Wichtigkeit des Klimaschutzes.

Fußspuren im Sand
Trockenheit kann auch auf Deutschland zukommen.

Europa im Jahr 2071. Die durchschnittliche Jahrestemperatur ist um zwei Grad gestiegen, was in Italien und Spanien sowie Portugal zu anhaltenden Dürreperioden geführt hat. Etwa 90 000 Menschen werden der Hitze zum Opfer gefallen sein. Die Einnahmeausfälle der Tourismus-Branche belaufen sich auf 100 Milliarden Euro. Denn die Europäer brauchen nicht mehr in den Süden zu fahren, Sonne satt gibt es auch auch im Norden. In dem Maße, in dem sich in den Mittelmeeerländern die Dürre ausgebreitet hat, sind die Ernteerträge in Deutschland sowie den übrigen Staaten in der Mitte der EU um rund 70 Prozent gestiegen. Dennoch: Der Meeresspiegel ist um rund einen Meter gestiegen: die Niederlande und Teile Belgiens stehen unter Wasser.

Ergebnis der EU-Klimastudie

Was sich wie ein Schauermärchen liest, ist das Ergebnis einer Klimastudie der EU, die erst in einigen Wochen vorgestellt werden soll, verbunden mit Vorschlägen, wie die Katastrophe verhindert werden kann. Die Experten, die von Brüssel mit der Zusammenstellung der Daten beauftragt wurden, kommen zu zwei Szenarien. In einem Fall gehen sie von 2,2 Grad Erwärmung aus, mit den oben geschilderten Folgen. Der weitaus schlimmere Fall würde beim zweiten Modell mit einem Anstieg der Jahresdurchschnittstemperatur von drei Grad eintreten. Grundlage der Berechnungen sind Auswertungen von neuesten Satellitenbildern und statistischen Daten.

Die EU-Kommission ist alarmiert und hat den Mitgliedstaaten eine Rückführung der klimaschädlichen Kohlendioxidemissionen bis 2020 um 20 Prozent verordnet. Zuammen mit einem ehrgeizigen Programm zur Energieeinsparung (ebenfalls 20 Prozent auf der Basis von 2006) will man die Atmosphäre retten. Ein Effekt, der sich wie die Klimaforscher betonen, allerdings erst mit einer Verzögerung von zwei bis drei Jahrzehnten zeigen wird, wenn alle mitmachen.

Asien hat beim letzten Gipfeltreffen mit der EU bereits einem Klimaschutz-Abkommen zugestimmt. Vor diesem Hintergrund, so heißt es in Brüssel, nehme es sich allerdings gar nicht gut aus, dass ausgerechnet die Bundesrepublik versuche, die Vorgaben der EU-Kommission zu torpedieren. Sogar von einem Investitionsstopp war bereits die Rede, falls die Kommission die deutschen Firmen zu mehr Klimaschutz zwingen werde.

Die neue Studie belege aber eindeutig, dass noch längst nicht reicht, was wir bisher tun, heißt es im Umfeld von EU-Umweltkommissar Stavros Dimas. Es sei in jedem Fall billiger, in die Umwelt zu investieren und sie zu erhalten, als die Schäden der Katastrophen im Nachhinein zu bezahlen.

Bund Naturschutz für Energieeinsparung

Der Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN) unterstützt daher das Programm zur Energieeinsparung und Minderung des Kohlendioxidausstoßes. Allerdings gingen die Ziele nicht weit genug. Allein mit Energieeinsparungsmaßnahmen könnten bis zu 70 Prozent des gegenwärtigen Energieverbrauchs eingespart werden. Dies würde gleichzeitig eine weitaus höhere Einsparung an klimaschädlichen Gasen bedeuten, so der BN.

Der Text wurde im Wesentlichen übernommen von "Friedberger Allgemeine", 09.01.2007.

Eingestellt von: Christian Hierneis

http://www.umweltschutz-news.de/302artikel1543.html