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"Krokodile sind nicht wählerisch, wenn es um eine Mahlzeit geht", sagt Letnic. "Sie schnappen nach allem, was sich an ihnen vorbei beweget. Wir denken, dass sich große Mengen von Kröten in den Flüssen versammelt haben, woraus sich das Problem für die Krokodile ergibt." Enorme Todesrate an der Invasionsfront
Letnic und sein Team führen seit mehreren Jahren Erhebungen über die Sichtung der Süßwasserkrokodile im australischen Northern Territory durch. Beim Vergleich mit den Verbreitungsgebieten der Aga-Kröten, die ein auf viele Arten tödlich wirkendes Gift aus Drüsen an Kopf und Rücken ausscheiden, zeigte sich, dass überall dort, wo die "Invasionsfront" der Kröten durchgezogen war, eine enorme Todesrate bei den Krokodilen zu verzeichnen war. Teilweise waren die Bestände seit dem Jahr 2005 um 77 Prozent zurückgegangen. Diese Zahlen sind für die Forscher sehr beunruhigend. Denn wenn Räuber wie das Australienkrokodil, das an der Spitze der Nahrungskette steht, verschwindet, könne dies "eine ganze Kaskade von Veränderungen im Ökosystem, die schwierig vorherzusagen sind" nach sich ziehen. Die Bestände von Waranen und einigen Schlangenarten hätten die Kröten bereits erfolgreich dezimiert.
Keine einfache Beweisführung
Eine Verbindung zwischen der Verbreitung der Aga-Kröten und dem Massensterben der Australienkrokodile aufzudecken, habe sich allerdings als nicht ganz einfach erwiesen, berichtet Letnic. Da die Krokodile die Kröten relativ schnell verdauen sind nur selten Spuren auffindbar. Die "Todeswelle" habe sich aber mit der Krötenwanderung stromaufwärts bewegt, ein Indiz für den Zusammenhang. Zudem würden die Kröten und Krokodile oft in nächster Nähe zueinander gesichtet. Dies geschehe vor allem in trockeneren Regionen wie dem semi-ariden Oberlauf des Victoria River. Dort seien die beiden Arten gezwungen Wasserlöcher miteinander zu teilen, so Letnic. Wenn die Aga-Kröten weiter nach Süden in das trockene Innere des Kontinents ziehen, könnte daher die Gefahr für die einheimischen Arten noch um ein Vielfaches höher sein, da die Wassernot sie in engen Kontakt zu den Invasoren bringt. Natürliche Selektion nicht ausgeschlossen Gleichzeitig könnte die hohe Sterberate auch eine natürliche Selektion bei den Krokodilen einleiten, meinen die Forscher. Am Ende würden dann diejenigen überleben, die eine höhere Toleranz gegenüber dem Krötengift aufweisen. Bei einigen Schwarzotterpopulationen sei dies der Fall gewesen, berichtet Letnic. Generell wirke das Gift aber stärker auf die jüngeren Krokodile, daher seien zukünftig weitere Bestandsrückgänge zu befürchten.
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