Bioindikator Bythinella austriaca braucht sauberes und möglichst gleichbleibend kühles Wasser
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| © Naturschutzbund Österreich, Patzner |
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Österreichische Quellschnecke, Bythinella austriaca
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Doch diese großen Ansammlungen zeichnen ein trügerisches Bild, denn die Österreichische Quellschnecke ist in der Roten Liste der gefährdeten Tierarten verzeichnet: Klimaerwärmung, Grundwasserabsenkungen sowie Quellenverbauung und –verschmutzung bedrohen sie. Die Gehäuse der in Europa lebenden Quellschnecken der Gattung Bythinella sind 2 bis maximal 4 mm hoch. Der deutsche Name weist schon darauf hin, dass diese Schnecken fast ausschließlich in Quellen und im Oberlauf von Bächen des Berg- und Hügellandes leben. Sie sind auf sehr sauberes Wasser und gleichbleibend niedrige Wassertemperaturen angewiesen – kaltstenotherm nennt der Biologe das. Bioindikator für beste Wasserqualität Große Vorkommen dieser Spezies sind Anzeiger für beste Wasserqualität. Direkt im Quellbereich kann man dann mehrere tausend Individuen pro Quadratmeter finden. Auf der Schale wachsende Kieselalgen färben sie dann schwarz oder dunkelbraun. Gelegentlich sind die Schalen durch Grünalgenbewuchs aber auch grün gefärbt. Im Gegensatz zur Weinbergschnecke (Weichtier des Jahres 2007), die Zwitter ist, ist die Quellschnecke getrennt geschlechtlich. Sie legt ihre Eier meist auf Steinen, gelegentlich sogar auf Artgenossen ab. Manchmal heften die Schnecken ihr Gelege auch auf Wasserkäfer oder andere flugfähige Insekten, was ihnen zur Ausbreitung auf andere Quellgebiete hilft. Die Hauptgefahren für die in der Roten Liste als „NT“ (Nearly Threatened, Gefährdung droht) eingestuften Schnecken sind Grundwasserabsenkungen, welche die Quellen austrocknen lassen, Verbauungen und Einfassungen von Quellen sowie Verunreinigung durch Eutrophierung oder durch chemische Schadstoffe im Einzugsgebiet der Quellen. Klimawandel bedroht auch Bythinella austriaca In jüngster Zeit kündigt sich eine weitere Gefährdung an, die globale Klimaerwärmung. Die Temperatur von Quellwasser korreliert eng mit der Jahresdurchschnittstemperatur eines geographischen Gebietes. Erhöht sich diese über die ökologische Verträglichkeit der Schnecke hinaus, kann sie sich nicht mehr fortpflanzen. Die Ökologie und Genetik der Quellschnecken sollen nun in einem Forschungsprojekt der Universität Salzburg näher untersucht werden. Naturschutzbund und Malakologen setzen außerdem Aktionen, um den Lebensraum der Quellschnecken zu schützen. |