Jeder Eingriff in die Natur hat Auswirkungen
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Beschneiung in den alpinen Skigebieten ist immer auch ein Eingriff in die Natur
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Manche Auswirkungen zeigen sich erst Jahre nach dem Eingriff und sind oft nicht mehr rückgängig zu machen. Der Naturschutzbund Österreich sieht daher den Einsatz von Schneekanonen für die Natur äußerst kritisch. Die Entnahme und anderweitige Wiederaufbringung von Wasser ist gerade für das empfindliche Ökosystem Berg äußerst bedenklich. In labilen Lagen können durch die vermehrte Wassermenge während der Schneeschmelze Rutschungen auftreten, in diesen Lagen darf grundsätzlich nicht beschneit werden. Teilweise werden für die Beschneiungsanlagen eigene Stauseen in vorher unberührten Gebirgsgegenden angelegt und einmalige Ökosysteme zerstört, um Menschen das Skifahren zu ermöglichen Für die Stromversorgung aller Schneekanonen in Tirol beispielsweise braucht man ein mittelgroßes Kraftwerk. Um diesen Strom zu den Pisten zu bringen, sind Baumaßnahmen für Stromleitungen notwendig. Beschädigung von Bäumen, Bodenrutschungen usw. sind unvermeidlich. Der Einsatz von Schneekanonen wirkt sich direkt auf Flora und Fauna aus: Die Anlagen werden vor allem in der Dämmerung und nachts betrieben, was viele Wildtiere in ihrer Hauptaktivitätszeit stört und teilweise sogar vom Futterplatz fernhält. Bei Eulen und Käuzen wurden bereits Abwanderungen beobachtet. Kunstschnee ist schwerer als Naturschnee: Er hat eine wesentlich geringere Isolationswirkung, wodurch stärkere Frostschäden an Pflanzen eintreten können. Weil er außerdem später schmilzt als Naturschnee, wird die Vegetationsperiode verkürzt. Gerade in Höhenlagen über 1.600 m haben viele Pflanzen nicht mehr ausreichend Zeit für ihre Entwicklung und Vermehrung. Dem Wasser der Beschneiungsanlagen werden Proteine zugesetzt, um auch bei höheren Temperaturen Schnee erzeugen zu können. Niemand kann abschätzen, welche langfristigen Folgen die Einbringung von Bakterien – abgestorben oder lebend – in ein Ökosystem nach sich zieht. Eines der meistverwendeten aber auch umstrittenen Produkte ist Snomax: Zur Herstellung werden Pseudomonaden verwendet. Dabei wird das Bakterium Pseudomonas syringae 31R nur abgetötet und nicht entfernt. So gelangt dieses - allerdings inaktive Bakterium - mit dem Wasser in die Natur. Darüber hinaus muss eine Beschneiung bei Plusgraden auf ein Ökosystem, das nicht auf „Winter“ eingestellt ist, wie ein Schock wirken. Lösungen für den Tourismus müssen jetzt gesucht werden Aus diesen Gründen meint der Naturschutzbund: „Winter“ lässt sich nicht künstlich erzeugen. Eine „erzwungene Beschneiung“ kostet viel: Natur, Umweltqualität und Geld. Wegen der in Zukunft zu erwartenden wärmeren Winter rät der Naturschutzbund, nicht schneeabhängige Sportarten zu forcieren. Dies würde mittel- und langfristig zu einer Entschärfung des Problems führen. |