Chemie im Apfelsaft

24.01.2006 - Quelle/Text: Deutsche Umwelthilfe

Eine stichprobenartige Untersuchung im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe e.V. konnte in Apfel- und Gemüsesäften der Discounter Aldi und Lidl teilweise erhebliche Verunreinigungen durch die Druckchemikalie Isopropylthioxanthon (ITX) feststellen. Die Discounter sollen den Verkauf der betreffenden Produkte sofort einstellen.

Der betroffene Apfelsaft war in Getränkekartons des norwegischen Verpackungsherstellers Elopak verpackt, der Gemüsesaft-Karton stammte vom schwedischen Marktführer TetraPak. ITX, eine beim Druck der Verpackungsaufschriften eingesetzte Chemikalie zur schnelleren Trocknung der Farbe, geht offenbar von der Verpackung in das Getränk über. Die Untersuchungen wurden von der in Berlin ansässigen Gesellschaft für Lebensmittel-Forschung mbH (GfL) durchgeführt. Die GfL ist ein auf Frucht- und Gemüsesäfte spezialisiertes, staatlich akkreditiertes Prüflabor.

Nicht nur Deutschland betroffen

Fruchtsäfte im Regal
Fruchtsäfte nicht mehr unbedenklich

Von den Verpackungsherstellern Elopak und TetraPak verlangte die DUH, keine Verpackungen mehr auszuliefern, von denen Druckchemikalien wie ITX ins Produkt gelangen können. Nach Informationen der DUH waren beide Hersteller bereits seit mindestens Anfang September über die ITX-Belastungen in unterschiedlichen Getränken unterrichtet, ohne die Öffentlichkeit entsprechend zu informieren oder die Getränkeabfüller und Händler zum Verkaufsstopp aufzufordern. Zuvor wurden die Verunreinigungen schon in anderen europäischen Ländern nachgewiesen. "Es kann nicht sein, dass in allen betroffenen Ländern die belasteten Produkte binnen Stunden aus den Regalen verschwinden, nur in Deutschland nicht. Es ist nicht normal, dass Verbraucherinnen und Verbraucher, die einen gesunden Apfel- oder vitaminreichen Gemüsesaft kaufen, gleich noch einen Chemiecocktail gratis mitgeliefert bekommen", so DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Keine Klarheit über möglicherweise schädliche Wirkung von ITX

Bisher lägen entwarnende Untersuchungen nur zur Frage einer erbgutverändernden Wirkung von ITX vor, die von der Industrie selbst in Auftrag gegeben worden seien. Über mögliche andere gesundheitsschädigende Wirkungen von ITX gebe es dagegen keine Untersuchungen. Die Europäische Agentur für Nahrungsmittelsicherheit EFSA hatte Anfang Dezember 2005 eine entwarnende Stellungnahme zu ITX mit dem Hinweis relativiert, es gebe Datenmaterial nur über mögliche gentoxische Wirkungen.

Dimension der ITX-Belastung noch nicht abschätzbar

Bereits im November war ITX in italienischer Baby-Milch festgestellt worden. Damals waren die Produkte ausschließlich in Getränkekartons des schwedischen Herstellers TetraPak abgefüllt gewesen. In der Folge wurden über 2 Millionen Liter allein des Herstellers Nestlé vom Markt genommen. Dasselbe geschah mit vergleichbaren Produkten in Spanien, Portugal und Frankreich. "Seehofer muss jetzt Konsequenzen ziehen ", drängt der DUH-Bundesgeschäftsführer. "Wir brauchen Klarheit über das Ausmaß der ITX-Kontamination in Deutschland."

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Veronika, 26.01.2006 18:06:56
Aldi (in Berlin) hat den Apfelsaft bereits aus den Regalen genommen, unsere noch vorhandenen Apfelsäfte wurden ohne Probleme umgetauscht!
Christoph, 27.01.2006 16:43:48
Die Thematik wird am Montag wohl nochmals aufgerollt werden. Die Deutsche Umwelthilfe hat so eben zu einer Pressekonferenz in Berlin eingeladen.

Gegenstand: Nach den Berichten der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) über mit der Druckchemikalie ITX belastete Frucht- und Gemüsesäfte haben die Discounter Aldi und Lidl angekündigt, die belasteten Produkte aus den Regalen zu nehmen.

Gleichzeitig hat Verbraucherschutzminister Horst Seehofer gemeinsam mit der Verpackungsindustrie Entwarnung gegeben.

Die CDU-Bundestagsfraktion verlangt dagegen, dass belastete Fruchtsäfte nicht mehr verkauft werden.

Anlässlich unserer Pressekonferenz wird Ihnen die DUH neue Analyseergebnisse präsentieren. Wir wollen sie außerdem darüber unterrichten, auf welcher wissenschaftlichen Grundlage das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und die zuständigen Fachbehörden ihre Entwarnungen an die Öffentlichkeit gaben und weiterhin geben.
tetrabaer, 01.02.2006 01:58:23
Kommentar zum Artikel von: Christoph, 27.01.2006 16:43:48
Ich finde es schade, dass es ohne wirkliche Hinweise auf Gesundheitsgefahren wie von dem Hersteller tetra pak bestätigt, gelungen ist die Käufer solcher Säfte so zu verunsichern, dass das wohl in der Getränkeindustrie zu drastischen Jobverlusten kommen wird da große Autraggeber wie die Discounter sich andere Firmen für die Abfüllung suchen werden obwohl die jetztigen Firmen ja nichts dafür können bzw. es nicht wussten. Wie ich weiß wird ja nur noch unbelastetes Papier vom Hersteller ausgeliefert. Es kommt Spät aber es kommt! Da es schon lange bekannt ist ist es umso schlimmer das erst jetzt die Herstellung des Papiers umgestellt wurde!
peters, 12.02.2007 10:34:38
warum trinken wir nicht aus umweltfreundlichen glasflaschen?
romie, 12.02.2007 10:34:51
Hallo!
Interessieren würde mich, ob alle Fruchtsäfte, wie Orangensaftkonzentrat, etc. damit belastet sind?
Und warum man nicht darüber ausführlich informiert wird?
Ich warte auf weitere Kommentare. MfG Rosemie
Petersen, 18.02.2007 23:38:06
Kommentar zum Artikel von: peters, 12.02.2007 10:34:38
Das frage ich mich auch... vor allem, weil ich mich dazu noch frage, wie die wohl die Plastikflaschen reinigen, die, wenn man heisses Wasser einfüllt, schrumpfen...
Mit Chemie...?
alex, 29.04.2007 18:26:04
also ich weiss beim besten willen nicht mehr was meine familie insbesondere mein sohn noch bedenkenlos vom teller futtern kann bzw was man trinken kann / darf.so langsam werde ich sauer wenn ich solche berichte lese über verunreinigtes essen / getränke es häuft sich . da kriegt man angst . esmuss noch viel mehr recherchiert / aufgedeckt werden und vor allem muss es konsequenzen haben. gift im essen = Laden dicht.mfg alex

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