19.12.2005 - Quelle/Text: Deutscher Tierschutzbund
Mit seiner Ankündigung, zukünftig die konventionelle Landwirtschaft verstärkt zu fördern und Genfood zuzulassen, erntet der Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer deutliches Unverständnis beim Deutschen Tierschutzbund.
Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Lebensmitteln kann derzeit nur durch Import gedeckt werden
BSE, MKS und Dioxinskandale liegen erst kurze Zeit zurück, der Gammelfleischskandal ist noch nicht restlos aufgeklärt. Eine der zentralen Ursachen für diese Krisen liegt letztlich in einer Landwirtschaft, die immer mehr auf industriell geprägte Tierhaltung ausgerichtet ist, stellt der Deutsche Tierschutzbund klar. Die erst im Jahr 2000 begonnene Agrarwende mit dem zentralen Ziel, kleinbäuerliche Strukturen und tiergerechte Haltungsformen und damit den Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutz zu stärken, bleibt daher unverzichtbar. Schon heute kann die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen landwirtschaftlichen Produkten in Deutschland nur durch Importe gedeckt werden. Auch die freie Fahrt für Gentechnik in der Landwirtschaft entspricht nicht dem Willen der Bevölkerung.
Verbot der Käfighaltung soll aufgeweicht werden - Bundesratsantrag wird ausgearbeitet
Den Hühnern könnte es, nach Wunsch von Horst Seehofer, schon bald wieder schlechter gehen
„Der Motor der Agrarwende ist noch nicht einmal richtig eingefahren, da wird er schon wieder abgewürgt“, erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes zu den Äußerungen des Bundeslandwirtschaftsministers.
Bereits in naher Zukunft wird sich zeigen, wie ernst es Horst Seehofer damit ist, die Interessen der wenigen Lobbyisten der Agrarindustrie stärker zu beachten als die von Millionen von Bürgerinnen und Bürgern. Aus zuverlässigen Quellen ist dem Deutschen Tierschutzbund bekannt, dass bereits an einem Bundesratsantrag gearbeitet wird, mit dem das beschlossene Verbot der Käfighaltung von Legehennen wieder aufgeweicht werden soll, obwohl es im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist. Die offenbar in Kürze anstehende Entscheidung wird zur Nagelprobe für das agrarpolitische Gewissen der rot-schwarzen Bundesregierung und der Länderkammer. „Ein Votum Pro-Käfig wäre ein Kniefall vor den wieder erstarkten Lobbyisten des Geflügel- und Bauernverbandes. Wir setzen darauf, dass sich der Minister deren Argumenten nicht unterwirft und den in der jüngeren Vergangenheit eingeschlagenen Weg hin zu mehr Tier- und Verbraucherschutz weiter konsequent geht“, so Apel.
Eingestellt von: Christoph Schneider
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Mit diesem Agrarminister Seehofer gehts wieder rückwärts, habe ich das Gefühl
Christoph, 21.12.2005 14:29:40
Das komische ist, dass man von Seiten der Umweltverbände hier noch nichts hört. Warum gibt es keine Online- und Unterschriftenkamapgne gegen diese Töne - bevor es schließlich so kommt?
nachhaltige-lebensfreude, 21.12.2005 22:18:02 Kommentar zum Artikel von: Christoph, 21.12.2005 14:29:40
hallo freunde,
natürlich bin ich auch gegen käfighaltung
aber
es geht nicht so weiter wie bisher.
Der Umweltstaat zwingt die Leute, sich ökologisch zu verhalten oder der Staat kauft die Leute mithilfe von Subventionen. Frage: Ist das -nachhaltiger- Umweltschutz oder höchstens kurzfristiges Herumdoktern an Symptomen des materiell-oberflächlichen Zeitgeistes?
Okay spielen wir die Sache einmal durch.
Deutschland verbietet Käfighaltung - super die umweltbewussten Moralapostel von Greenpeace und den Grünen können sich nun gegenseitig auf die Schultern klopfen. Die Käfigeier bei Discountern kommen nun eben aus Tschechien und nicht mehr aus Deutschland. Nebenbei noch ein paar Arbeitsplätze in Deutschland vernichtet. Ja.
Das gleiche Spiel bei Atomkraft. Wir schalten ab, kaufen den Billig-Strom aus Tschernobyl und kommen uns dabei noch super umweltbewußt vor.
Freunde - der Gesamtenergieverbrauch ist auch unter Eurem Idol Jürgen Trittin nicht gefallen - sondern konstant hoch geblieben - aber dafür investieren FDP-Apotheker in Windkraftfonds (aus steuerlichen Gründen) - Gratuliere zu Eurer ökologischen Trendwende.
In meinem Buch "nachhaltige Lebensfreude" versuche ich daher Wege aufzuzeigen, zu mehr Eigenverantwortung in der Bevölkerung zu kommen - mit mehr Lebensfreude.
gruß
georg lehle