Schüler wünschen sich mehr Umweltthemen im Stundenplan

20.10.2005 - Quelle/Text: Greenpeace Deutschland

Eine deutliche Mehrheit der Jugendlichen wünscht sich mehr Umweltthemen im Schulunterricht. 61 Prozent gaben dies bei einer repräsentativen Emnid-Umfrage an. Jeder zehnte Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren sieht darin sogar eine spätere Berufsperspektive.

Drei Viertel der Schüler sprechen sich für Unterrichtsbesuche von Umweltexperten aus

Lehrer an der Tafel
Lehrer sollten öfters Umweltthemen ansprechen, wünschen sich die Schüler.

Für die Titelgeschichte "Schul-Report: So grün sind Deutschlands Stundenpläne" fragte das GREENPEACE MAGAZIN außerdem, welche Umweltprojekte sich Schüler wünschen. Knapp drei Viertel aller Befragten fordern häufigere Besuche von Umweltexperten im Unterricht. Mehr als die Hälfte würde gerne eine Solar- oder Windkraftanlage selbst bauen. Bei Hauptschülern liegt der Anteil sogar bei 70 Prozent - ein Zeichen, dass sich auch als schwer erreichbar geltende Jugendliche durchaus für ökologische Inhalte interessieren.

PISA-Experte: Umweltthemen fördern Denken in komplexen Zusammenhängen

"Umweltthemen wie der Klimawandel sollten eine größere Rolle im Schulunterricht spielen, denn sie fördern das Denken in komplexen Zusammenhängen", fordert daher Jürgen Rost, Mitglied des deutschen PISA-Konsortiums und Professor an der Universität Kiel. "Gerade das fragt PISA ab." Deshalb steigere mehr Ökologie die Bildungsqualität in Deutschland. Die nächste PISA-Umfrage mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaften werde noch mehr Fragen zur Umwelt stellen.

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Manne, 21.10.2005 13:15:56
Darüber sollten sich unsere Herren Kultusminister mal Gedanken machen. Überhaupt am Umweltschutz darf nicht gespart werden, das sollte im Staatshaushalt drin liegen.
Und wenn die Schüler dies wünschen, sollen man dieen Wünschen Rechnung tragen, denn schon in jungen Jahren sollte man den Menschen Umweltbewußtsein beibringen.
Chris, 21.10.2005 15:28:03
Ich glaube, eines der Probleme, weshalb man meint, am Umweltschutz egal in welchem Bereich einsparen zu können, besteht darin, dass Deutschland geografisch in einer Region liegt, in der relativ wenig passiert. Ereignisse wie in Dresden passieren (bislang) eher selten. Das ist sehr kurzsichtig. Dass wir uns auf Umweltflüchtlinge und steigende Preise durch Ernteausfälle einzustellen haben, ist bereits bekannt, wird aber immer gerne verdrängt. Wir müssen uns wieder an der Basis mehr engagieren. Dazu gehört neben der allgemeinen Aufklärung auch die Bildung an Schulen. Man könnte sich als externer Referent an Schulen ehrenamtlich anbieten, eine andere Möglichkeit sehe ich zur Zeit nicht. Ich höre das mit Beglückung und würde mich freuen, wenn Kinder und Jugendliche an diesen Themen interessiert sind (ich bin selber Diplombiologin und habe auf dem Arbeitsmarkt überhaupt nichts gefunden).
Christoph, 21.10.2005 16:57:33
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ich denke die umweltbewegung sollte die studie für sich zu nützen versuchen.

ich selbst bemerkte während meiner schulzeit (ich habe dieses jahr erst mein abitur gemacht) vor allem zwei dinge:

1. die schüler haben ein abstraktes verhältnis zur umwelt und natur. sie denken immer, umweltschutz sei [+++++] und das gegenteil zu tun sei cool (sprich: dose ins gebüsch werfen).

2. wenn sie irgendwie aufgeklärt werden, dann sind sie durchaus bereit sich zu engagieren!

eine schließung dieses problems ist, meiner meinung nach, nur durch eine verstärkte umweltarbeit an den schulen möglich. hier sind - wie im sportbereich zunehmend die sportverbände - die umweltverbände, aber auch das persönliche engagement jedes einzelnen gefragt.

ohne das engagement von mehr personen können die schulgärten nicht mehr gepflegt und auch keine ags in diesem bereich angeboten werden. - dinge, die wichtig und nützlich sind, um für die thematik zu sensibilisieren!
nachhaltige-lebensfreude, 27.11.2005 10:06:26
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bitte aufwachen freunde!

wer denkt, dass durch einseitige vermittlung naturwissenschaftlicher sachverhalte - sprich umweltbewußtseins - junge menschen zu umweltfreundlichen verhaltensweisen gebracht werden können - wird leider bitter enttäuscht werden.
das umweltbundesamt selbst hat in seinem bericht "perspektiven für die verankerung des nachhaltigkeitsleitbildes, 2001" auf seite 128 geschrieben: "es gibt keine ableitungsbeziehung zwischen umwelwissen, umweltbewußtsein und alltäglichen umweltverhalten (...)."

wie lange wird die kulturelle dimension der nachhaltigkeit noch ausgeblendet?

Ökologen wie wirtschaftsexperten gehen fälschlicherweise davon aus, dass sie mit ihren klugen ratschlägen die momentanen herausforderungen (klimawandel, arbeitslosigkeit) lösen könnten. dabei kommen beide expertengruppen nicht weiter, denn sie übersehen, dass sich die herausforderungen in der kulturellen dimension der nachhaltigkeit ergründen. leider bestimmen „fach[+++++]en“, die kaum über ihren tellerrand hinaus blicken können oder wollen, die diskussionen.

entmachtet die technikgläubigen naturwissenschaftler!

auch die naturwissenschaftlich wohlbegründeten forderungen der Ökologen sind leider – für sich selbst genommen – nicht zukunftsfähig, da deren praktische umsetzung an einen bewusstseinswandel der bevölkerung gebunden ist. eine untersuchung des umweltbundesamtes hat ergeben, dass die nachhaltigkeitswende auf nachhaltigen lebenswerten aufbaut (nachhaltiges deutschland, 1997).
ich bin traurig, dass die grüne elite (im gegensatz zum wahlvolk) die notwendigkeit der arbeit an einem bewusstseinswandel auf staatlicher ebene noch immer nicht erkannt hat. das umweltthema wird seitens der umweltbewussten elite in politischen parteien, ökologischen organisationen oder unternehmen als eine technische bzw. naturwissenschaftliche angelegenheit angesehen. deshalb meine forderung:
entmachtet die technikgläubigen naturwissenschaftler.

der Ökologe von morgen ist ein lebensberater!

in meinem neuen buch „nachhaltige lebensfreude – wege vom inneren zum äußeren frieden“, r. mankau verlag, zeige ich auf, dass nachhaltigkeit lebensfreude bedeutet. je nachhaltiger wir uns zu unserer mitwelt verhalten, desto mehr lebensfreude können wir genießen. doch ich will eben nicht den umweltapostel spielen und neunmalschlaue Öko-tipps verteilen, sondern vielmehr, menschen an ihre innere leben[+++++]fgabe, glücklich zu sein, hinführen und mit ihr betraut machen. deutschland ist in sachen lebensfreude ein entwicklungsland.
es ist die wichtige aufgabe des staates, etwa durch bildungsangebote, eine wert-aktivierende politik zu betreiben.

p. s. wer rechtschreibfehler findet, kann sie behalten.
Alemao, 22.12.2005 02:09:05
Leider gehören Umweltthemen noch überhaupt nicht zum Schulalltag. Die Anregung, mehr Umweltverbände in die Schulen bzw. den Unterricht hereinzulassen, ist sicher ein guter Anfang. Vor Jahren gab es in einer Ferienwoche in Bochum im Rahmen einer Veranstaltung einen kleinen Vortrag über die Situation des Regenwaldes; das war eine gelungene Veranstaltung mit Grundschulkindern.

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