Die "Küsten-Wildnis" Wattenmeer genießt den höchsten Naturschutzstatus Deutschlands

05.09.2005 - Quelle/Text: Schutzstation Wattenmeer

Am 1. Oktober 2005 wird der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer 20 Jahre alt. Nach Ansicht der beiden vor Ort tätigen Naturschutzverbände WWF und Schutzstation Wattenmeer geht es der Natur durch diesen hohen Schutzstatus schon viel besser

Kinder auf einer Wattwanderung
Wattwanderungen - auch für Kinder: Interessant und lehrreich werden die Zusammenhänge der Natur deutlich gemacht

So werden im Wattenmeer kaum noch Vögel gejagt, viele Salzwiesen blühen wieder, und die Boden zerstörende Fischerei auf Herzmuscheln wurde gestoppt. Als großen Fortschritt werten die Verbände, dass 1999 der Nationalpark vor Sylt und Amrum durch ein Schutzgebiet für die hier heimischen Schweinswale erweitert wurde.

Der Nationalpark dient nicht nur dem Schutz des Wattenmeers, sondern bietet zudem ganz besondere Naturerlebnisse für Millionen von Besuchern. Der Nationalpark ist deshalb eine der tragenden Säulen des Tourismus an der Nordseeküste. „Das Watt ist in ganz Deutschland der berühmteste Promi, den die Menschen mit der Nordseeküste verbinden“, meint Hans-Ulrich Rösner vom WWF-Projektbüro in Husum. Die Schutzstation Wattenmeer hat seit der Gründung des Nationalparks bei rund 90.000 Führungen mehr als 2 Millionen Menschen durch die Salzwiesen, Dünen, Wattgebiete und Strände geleitet.

Schutzstation Wattenmeer und WWF für Nationalpark engagiert

Wattimpressionen
Wattimpressionen

Die Schutzstation war es auch, die 1963 mit dem Vorschlag für ein
„Großreservat Halligmeer“ erstmals den Gedanken ins Spiel brachte, das Wattenmeer großflächig zu schützen. Heute ist der Verband von 20 Stützpunkten aus auf den Inseln, Halligen und dem Festland aktiv. Für die verschiedenen Naturschutzorganisationen im Nationalpark arbeiten mittlerweile mehr als 100 meist junge Menschen, viele von ihnen im Freiwilligen Ökologischen Jahr oder Zivildienst. Damit gibt es keinen anderen Nationalpark in Europa mit einem vergleichbaren privaten Engagement.

Der WWF und die Schutzstation Wattenmeer kämpften schon in den 1970er Jahren gegen kilometerlange Eindeichungen quer durch das Wattenmeer. Ihrem hartnäckigen Engagement an der Küste ist es mit zu verdanken, dass das Wattenmeer in Schleswig-Holstein 1985 zum Nationalpark ernannt wurde - das ist der höchste Naturschutzstatus, den ein Gebiet in Deutschland erreichen kann. 1986 folgte der Wattenmeer- Nationalpark Niedersachsen, 1990 erhielt auch das Hamburger Watt das begehrte Prädikat.

Lob für Zusammenarbeit mit dem Land Schleswig-Holstein

Auf staatlicher Seite konzentriert sich das Land Schleswig-Holstein vor allem auf die Umsetzung und Überwachung der Schutzvorschriften  und wirbt in den Gemeinden für den Naturschutz. Nationalpark-Ranger  und große Informationszentren wie das Multimar Wattforum in Tönning  mit jährlich mehr als 200.000 Besuchern sind an einen „Nationalpark- Service“ ausgegliedert, an dem auch die Naturschutzverbände beteiligt  sind. Rainer Schulz von der Schutzstation Wattenmeer lobt die gute  Zusammenarbeit der staatlichen und privaten Stellen: „Ob bei  Forschungsprojekten, Umweltbildung oder Öffentlichkeitsarbeit - im  Nationalpark stimmt die Chemie zwischen den Akteuren. Das kommt  letztlich der Natur zugute.“

Größter Nationalpark in Mitteleuropa

Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist mit einer  Fläche von 441.000 Hektar der größte in Mitteleuropa. In Deutschland  gibt es zurzeit 14 Nationalparke, weltweit sind es fast 4.000 Der  erste Nationalpark, Yellowstone, wurde 1872 in den USA eingerichtet.  In einem Nationalpark muss die Natur großflächig geschützt und ihre  ungestörte Entwicklung ermöglicht werden. Der Schutzstatus darf nur  vergeben werden, wenn große Teile der Landschaft noch sehr  ursprünglich sind.

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