Klimabewusst urlauben – Deutsche setzen auf Technologien

28.07.2007 - Quelle/Text: Sonstiges/Eigenes Material

Klimaschutz und Luftverkehr: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass

Flugzeugtragfläche
Über den Wolken

Kein Verzicht auf Urlaubs-Flugreisen

Eine repräsentative Umfrage des Sozialforschungsinstituts GEWIS im Auftrag der Fluggesellschaft easyJet ergab: Die Deutschen sind überwiegend nicht bereit, auf Umwelt belastende Urlaubsflüge zu verzichten um CO2-Emissionen zu verringern.

Nur 17 Prozent der befragten Männer und Frauen im Alter zwischen 16 und 65 Jahren zogen in Erwägung, zukünftig weniger per Flugzeug zu verreisen.

Die Mehrheit erwartet vielmehr, dass Flugzeughersteller und Fluggesellschaften umweltfreundliche Technologien entwickeln und einsetzen und so ein umweltverträglicheres Reisen ermöglichen.

Spitzentechnologie für ein besseres Klima

Zwei Drittel der Befragten sehen Handlungsbedarf bei Flugzeugherstellern: Diese sollen durch Entwicklung von Treibstoff sparenden Flugzeugen helfen, CO2-Emissionen zu reduzieren.

Die Hälfte der Befragten sieht auch die Fluggesellschaften in der Verantwortung. Diese sollen in neue, umweltfreundliche Flugzeuge investieren, um den CO2-Ausstoß zu verringern.

Luftverkehr in den Emissionshandel aufnehmen

Lediglich elf Prozent der Befragten halten eine Fluggaststeuer für ein sinnvolles Mittel, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Fluggesellschaften lehnen überwiegend eine Besteuerung von Fluggästen ab, da solche Steuern in manchen Ländern nicht durchgesetzt werden könnten – so würden Wettbewerbsverzerrungen entstehen.

Bereitschaft zum Klimaschutz ist angeblich da, es fehlt aber noch an Sachkenntnis

Die Hälfte der Befragten meint, alle Verkehrsmittel würden etwa gleich viele CO2-Emissionen verursachen. 25 Prozent halten Pkws für die größten Dreckschleudern, 19 Prozent Fluggesellschaften und nur 13 Prozent die Billigflieger.

Von Pkws mit Hybridantrieb vermuten nur zwei Prozent, dass diese besonders viele CO2-Emissionen verursachen.

Wieviel CO2 wird pro Passagier und Kilometer ausgestoßen?

Der als besonders umweltfreundlich geltende Toyota Prius produziert 104 Gramm (1). Wegen der hohen Auslastung und vielen Sitzplätzen sind es bei Billigfliegern wie easyJet 95,7 Gramm, bei Lufthansa 111 Gramm pro Passagierkilometer (2).

Am schlechtesten schneiden herkömmliche Pkw ab: 162 Gramm (3).

Entscheidend ist der Preis

Der Flugpreis ist weiterhin das Hauptkriterium bei der Kaufentscheidung: 98 Prozent wollen auch in Zukunft beim Fliegen auf die Kosten achten.

Über ein Viertel der Befragten wollen zukünftig beim Kauf berücksichtigen, ob die Fluggesellschaft umweltfreundlich fliegt (28 Prozent).

Wie die billigsten Ticketpreise mit dem geforderten Kauf neuer Fluggeräte mit modernster umweltgerechterer Technologie zusammenpassen soll, geht aus der Umfrage nicht hervor.

(3) Die Angabe bezieht sich auf die durchschnittlichen CO2-Emissionen von Pkw, die im Jahr 2005 verkauft wurden. Quelle: Europäische Umweltagentur

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coco, 28.07.2007 16:43:06
Technologie allein kann keine Lösung sein. Zumal der Wirkungsgrad vom CO2-Ausstoß in großer Höhe weit intensiver ist als auf der Straße. Vor allem ein Umdenken ist nötig. Solange Inlandsflüge billiger sind, als eine Zugfahrkarte, wird sich am Gesamtproblem nichts ändern. Durch Billigpreise wurde der Boom ja erst angekurbelt, begünstigt durch die nach wie vor nicht zu entrichtende Kerosinsteuer.
Bei Fernflügen ist es schwierig bis unmöglich, Bahn oder Schiff zu nutzen, die Reisezeit würde zu lange dauern, wenn man den Normalurlaub von 3 Wochen zugrunde legt.
Immerhin gibt es bereits Reiseveranstalter, die als Klima-Ausgleich eine Summe an Projekte im Reiseland zahlen, von der dann Bäume gepflanzt oder andere Schäden beseitigt werden.
Mindestens dies sollte Standard für sämtliche Reiseveranstalter oder Fluggesellschaften werden, zumindest bei Intercontinentalflügen.
Bis dahin kann jeder verantwortungsvolle Reisende freiwillig einen Ausgleich für seine Flugemissionen leisten, indem er an eine Organisation spendet, die sich um Wiederaufforstung und Behebung von Umweltschäden kümmert.

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