Glühbirnen-Debatte führt zu größerer Nachfrage nach Stromsparlampen

31.03.2007 - Quelle/Text: Greenpeace Magazin

Einen Monat nach dem von Australien angekündigten Verbot von herkömmlichen Glühbirnen ist die Nachfrage in Deutschland nach Energiesparlampen gestiegen. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ergab, haben Industrie, Handel und Verbraucherverbände ein wachsendes Interesse an Stromsparlampen festgestellt. Australien hatte Ende Februar bekannt gegeben, im Kampf gegen den Klimawandel ineffiziente Glühbirnen zu verbieten.

Lichtkonzerne spüren verändertes Konsumverhalten

Energiesparlampe
Nach der Verabschiedung eines Verbots von Glühbirnen in Australien ändert sich auch das deutsche Bewusstsein.

Deutschlands führender Lichtkonzern Osram registriert bereits ein verändertes Konsumverhalten. "Die Tatsache, dass energiesparende Lampen jetzt mehr ins öffentliche Bewusstsein gerückt wurden, wirkt sich belebend auf die Nachfrage nach diesen Produkten aus", sagte eine Unternehmenssprecherin in München. Es sei auf jeden Fall ein Aufwärtstrend bei Stromsparlampen zu erwarten.

Auch der Branchenriese Philips nahm ein gestiegenes Interesse der Verbraucher sowie der Städte, Gemeinden und Unternehmen wahr. Die Umstellung auf stromsparende Beleuchtung sollte aber schneller geschehen, forderte eine Konzernsprecherin in Eindhoven.

Optimierung im öffentlichen Bereich gefordert

Laut Philips fallen in Deutschland nur 20 Prozent des Energieverbrauchs für Beleuchtung in privaten Haushalten an, 80 Prozent im gewerblichen und öffentlichen Bereich. So werde etwa ein Drittel der Straßenbeleuchtung mit Technologie der sechziger Jahre betrieben.

Gerade im öffentlichen Bereich gebe es viele Möglichkeiten, den Verbrauch erheblich zu verringern, betonte auch der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI).

Nach ZVEI-Angaben werden in Deutschland jährlich rund 270 Millionen Glühlampen und etwa 30 Millionen Energiesparlampen verkauft. Das Potenzial für mehr Energiesparlampen sei sehr groß, sagte ein ZVEI-Experte in Frankfurt/Main.

Öffentliche Diskussion sensibilisiert für Energiesparen

Glühbirne
Glühbirne: enorm ineffizient, da ein Großteil der Energie in Form von Wärme abgegeben wird

Die öffentliche Diskussion hat nach Einschätzung des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv) das Problem der Energieverschwendung noch stärker ins Bewusstsein gerufen. "Die Energieberatung boomt", sagte vzbv-Energieexperte Peter Kafke in Berlin. Allerdings sei der Trend hin zu Energiesparlampen schon zuvor erkennbar gewesen. Kafke wies dabei auch auf die Vorteile von Energiesparlampen bei den Stromkosten hin: Wer statt einer 60-Watt- Glühbirne eine von der Leuchtkraft her vergleichbare 15-Watt- Sparlampe verwende, spare bei 1000 Stunden Brenndauer etwa neun Euro.

Handel erfreut über Boom

Der Handel zeigte sich zufrieden, dass die Verbraucher "endlich" Energiesparlampen wahrnehmen. "Bisher ist das ja vom Kunden noch wenig honoriert worden. Das ist wirklich 'Hase und Igel': Der Handel war schon da, jetzt kommt auch der Endverbraucher", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Technik des Einzelhandels (Köln), Willy Fischel. Dagegen stellte der schwedische Einrichtungs-Riese Ikea "keine Veränderung des Kaufverhaltens" fest, allerdings sei der Verkaufsanteil von Energiesparlampen bislang schon sehr hoch.

Australien verbietet klassische Glühlampen

Australien will als erstes Land der Welt die klassische Glühbirne verbieten. Schon in drei Jahren dürfen dort nur noch Energiesparlampen verkauft werden.

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Peter, 06.04.2007 13:36:24
Betrifft: Energiesparlampen für den Haushalt

Die zur Zeit fleißig beworbenen und umworbenen Lampen haben, insbesondere bei höherer Wattzahl, einen entscheidenden Fehler, der bisher noch nirgends aufgefallen bzw. bemängelt wurde:

Das Leuchtrohr dieser Lampen, das mehrfach gebogen ist, um die Lampe klein zu halten, leuchtet daher zu ca. 40 % nach INNEN, das heißt, dieses Licht und der entsprechende Stromverbrauch wird vergeudet, denn es kann natürlich nicht durch die Röhre nach außen durchdringen. Bei normalen Leuchtstofflampen in verschiedenen Längen und Größen behilft man sich durch Silberreflektoren, die das Licht statt an die DFecke nach unten refelktieren und so zu 100 Prozent optimieren. Die Sparlampenindustrie hat bisher (sträflich) versäumt, ihre Haushaltslampen entsprechend effektiv auszurüsten. Der Wirkungsgrad könnte dadurch erheblich vergrößert werden.

MfG
Peter
Laura, 06.04.2007 22:29:44
Nun sollen also Energiesparlampen (die übrigens Quecksilber enthalten und nicht in den normalen Hausmüll gehören!) das Klima retten. Alles schön und gut, möglicherweise ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Aber wer prangert generell die enorme Energieverschwendung an, die Leuchtreklamen, Straßenlaternen, Skybeamer usw. verursachen? Fast sämtliche Großstädte sind bis in die frühen Morgenstunden ein Lichtermeer und rund um den Erdball durchlöchert künstliches Licht die nächtliche Finsternis, nicht nur eine enorme Energie- und Geldverschwendung, sondern auch eine Katastrophe für nachtaktive Tiere. Ein Austausch z.B. der alten aggressiven Quecksilberdampflampen gegen die neuen Natrium-Modelle würde einen positiven Beitrag leisten, sowohl für die Umwelt als auch für den Geldbeutel. Warum hört und liest man darüber nichts???

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