Kriminelles Händler-Netz vertreibt illegale Pestizide

29.11.2006 - Quelle/Text: Greenpeace Deutschland

Deutschlands größter Agrarhändler Raiffeisen und andere Händler vertreiben in Süddeutschland und dem Elsass giftige und strikt verbotene Pestizide wie unter anderem "E 605". Das zeigen sechsmonatige Recherchen von Greenpeace.

Elf Händler verkauften an die Greenpeace-Ermittler insgesamt ca. 100 Kilogramm illegaler Pestizide wie Bifenthrin, Malathion und Diethion, die entweder in Deutschland nie zugelassen waren oder seit vielen Jahren verboten sind.

Vorwürfe gegen Raiffeisen-Verbandshändler

Vier der elf Händler gehören zum Raiffeisen-Verband. Eine Filiale der Raiffeisen-Zentralgesellschaft Karlsruhe im französischen Salmbach/Elsass verkaufte sogar zehn Liter des hoch gefährlichen  "Schwiegermuttergifts" E 605 - gegen Barzahlung und ohne Rechnung. Rückstände solcher Mittel werden immer wieder von Greenpeace und Kontrollbehörden in Lebensmitteln deutscher Herkunft nachgewiesen.

Giftig, krebserregend und die Fortpflanzung schädigend

Landwirtschaftsgerät Traktor
Händler, die verbotene Pestizide an deutsche Bauern vertrieben habe, sind in der Kritik.

"Die Kunden der Gifthändler sind skrupellose Bauern, die die illegalen Pestizide auf Obst oder Gemüse verspritzen. Schädliche Pestizide landen so direkt auf unserem Essen und in der Umwelt", sagt Manfred Krautter, Chemie-Experte von Greenpeace. "Wir sind entsetzt, dass es ganze Händler-Netzwerke gibt, die stark giftige, krebserregende, die Fortpflanzung und das Hormonsystem schädigende Mittel vertreiben. Und wir sind entsetzt, dass Raiffeisen massiv in diese kriminellen Geschäfte verstrickt ist."

Teilweise legaler Verkauf von in Deutschland verbotenen Giften in Frankreich - mit Auslieferung in Deutschland

Die Händler dies- und jenseits der deutsch-französischen Grenze halten deutschsprachiges Verkaufspersonal bereit und wenden sich mit Ihrem Angebot speziell an kaufwillige deutsche Landwirte. Auf Wunsch wird die Ware in Deutschland ausgeliefert.

Greenpeace erstattet Anzeige - 3 Mittel EU-weit verboten

Greenpeace stellt gestern auf einer Pressekonferenz in Berlin einen umfassenden Report, ausführliches Filmmaterial, Kaufbelege und etwa 100 Kilogramm illegaler Pestizide vor. Die 38 von Greenpeace sicher gestellten Spritzmittelpackungen enthalten elf in Deutschland und drei auch EU-weit verbotene Wirkstoffe. Die Umweltorganisation erstattet Anzeige wegen Verstoßes gegen das Pflanzenschutzgesetz und des Verdachts auf Steuerhinterziehung.

Baden-Württembergisches Landwirtschaftsministerium verneinte Ermittlungen

"Seehofer und die Agrarminister der Länder haben versagt. Dadurch blüht der illegale Gifthandel", sagt Martin Hofstetter, Agrar-Experte von Greenpeace. "Die Behörden sind für die illegalen Geschäfte mit verantwortlich: Wir haben uns an das Landwirtschaftsministerium von Baden-Württemberg gewandt, um gemeinsam mit den Kontrollbehörden einen Händler auf frischer Tat zu fassen, der die illegale Ware sogar per Türzustellung ausliefert. Das Ministerium lehnte jedoch ab und weigerte sich, Ermittlungsbehörden vor Ort zu benennen."

Wirksame grenzüberschreitende Kontrollen angemahnt 

Greenpeace fordert wirksame grenzüberschreitende Kontrollen. Händler und Bauern, die illegale Spritzmittel verkaufen oder einsetzen, müssen streng bestraft werden. Ihnen muss die Handels-oder Produktionserlaubnis entzogen und die Agrarsubventionen gestrichen werden. Grundsätzlich ist Landwirtschaft ohne Gift und Gentechnik das Beste für Natur und Umwelt.

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Quidel, 01.12.2006 11:16:36
Ich kan da kurz in sein.Ich finde es ekelerregend das scrupellose Haendler und Betriebe sich nur um des lieben Geldes willen so unglaublich corrumpieren und dass das Baden Wuerttembergische Landwirtschaftsministerium kein Interessse hat dieses Giftgeschaeft auf zu klaeren und sich dadurch zum Mittaeter macht.

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