Millionstel Millimeter kleine Wirkstoffe sollen zu Revolution führen
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| © Illustration aus SECURIVITAL |
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Die neue Technik ist verlockend - die Risiken dürfen aber nicht unbeachtet bleiben, fordert eine private Krankenkasse.
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Die Nano-Technologie verspricht eine Revolution bei Medikamenten und Lebensmitteln. Mit millionstel Millimeter kleinen Wirkstoffen erhält die Medizin völlig neue Möglichkeiten: Arzneimittel können sozusagen in winzige U-Boote verpackt werden, die im Körper nicht mehr auf die Blutbahn angewiesen sind. Die Medikamente dringen direkt in betroffene Körperzellen ein, etwa in Tumor-Gewebe. Neue Krebstherapien sind denkbar. Und Lebensmittel erhalten mit Nano-Partikeln ganz neue Eigenschaften. Nano-Forschung in Deutschland: bereits 1,3 Mrd. Euro Forschungssubventionen
Die industrielle Produktion ist bereits in den Startlöchern. Allein in Deutschland hat die Nano-Forschung bereits 1,3 Milliarden Euro an öffentlichen Fördergeldern erhalten, teilte das Forschungsministerium auf Anfrage mit. Aber Mediziner und Wissenschaftler rätseln immer noch über die möglichen Folgen der neuen Technologie. Krankenkasse fordert zur Auseinandersetzung mit neuer Technologie auf - und bezeichnet diese als "Risiko-Technologie"
„Der Verbraucherschutz wird sträflich vernachlässigt“, kritisiert die bundesweite SECURVITA Krankenkasse in Hamburg. „Wir rufen Verbraucherzentralen, Umweltverbände und Krankenversicherungen dazu auf, sich mit der Nano-Technologie und ihren Folgen intensiv auseinanderzusetzen. Die Einführung einer Risiko-Technologie, der ein Marktvolumen von 100 Milliarden Euro vorhergesagt wird, erfordert einen klaren rechtlichen Rahmen und eine offene Akzeptanz- und Risiko-Debatte. Es darf keinen Goldrausch auf Kosten der Gesundheit geben!“ Krankenkasse: Auswirkungen sind nicht überschaubar
Die revolutionären Eigenschaften der Nano-Technologie sind faszinierend, aber die Auswirkungen sind noch kaum überschaubar. Sicher ist nur, dass die Nano-Partikel eine eigene, explosive Dynamik entfalten können. Je winziger die Teilchen, desto aktiver und rätselhafter werden sie. Sie entfalten Eigenschaften, die die Stoffe in der „normalen“ Welt nicht haben. Gefahr: Stoffe könnten agressiver als Dieselrußpartikel werden
Das beinhaltet aber auch die Gefahr, dass sie giftig für den menschlichen Organismus sein können, noch viel agressiver als die Partikel im Dieselruß und Feinstaub. Bisher keine Beachtung der Problematik in der Öffentlichkeit - und keine Hinweispflichten
„Die Nano-Invasion findet weitgehend im Verborgenen statt“, erklärte SECURVITA-Sprecher Norbert Schnorbach in Hamburg. Eine Reihe von Nano-Produkten wird schon hergestellt, aber die Verbraucher lässt man noch im Dunkeln tappen. Eine Hinweispflicht wie bei Zusatzstoffen, Lebensmittelchemie oder Gentechnik gibt es nicht. Versuch der Umgehung einer kontroversen Debatte? Kritiker befürchten, dass die Nano-Technologie schleichend eingeführt wird, um eine kontroverse öffentliche Debatte wie bei der Gentechnik zu vermeiden. |