Studie: Höhere Schadstoffbelastung bei Kindern als bei Erwachsenen

12.10.2006 - Quelle/Text: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Kinder sind pro Kilo­gramm Körpergewicht stärker mit Chemikalien belastet als Erwach­sene. Gleichzeitig leiden immer mehr Kinder an Erkrankungen, die in Verbindung mit der Schadstoffbelastung gebracht werden. Das ist das Ergebnis der Studie „Gesundheitsschäden durch eine verfehlte Chemikalienpolitik – Kinder besser schützen“, die der Bund für Umwelt und Natur­schutz Deutschland (BUND) in Kooperation mit dem „Netzwerk Kindergesundheit und Umwelt“ veröffentlicht hat.

Die Studie fasst aktuelle Unter­suchungen zur Belastung von Kindern mit gefährlichen Chemikalien und den damit verbundenen Erkrankungen zusammen.

"Immer mehr Kinder leiden unter Geburtsdefekten"

Patricia Cameron, BUND-Chemieexpertin: „Weichmacher, Flammschutzmittel und künstliche Duftstoffe – die Liste der in Kinderkörpern vorhandenen Chemikalien liest sich wie eine Anleitung zur Blutvergiftung. Dies bleibt nicht ohne Folgen: Immer mehr Kinder leiden unter Geburtsdefekten, Allergien, Hormonstörungen, Leukämien und Verhaltensauffälligkeiten, die mit den Giften in Verbindung gebracht werden.“

Belastung mit neuen Schadstoffen

Mit so genannten Altstoffen wie DDT oder PCB seien Kinder zwar weniger belastet als ihre Elterngeneration. In Blutproben Heranwachsender würden jedoch vor allem neu auf dem Markt befindliche Chemikalien nachgewiesen. Beispielsweise seien doppelt so viele polybromierte Diphenylether gefunden worden wie bei Erwachsenen. Diese Flammschutzmittel können das Nervensystem schädigen. Auch die höchste Konzentra­tion von Bisphenol A – einer Substanz, die bereits in minimalen Mengen das Hormonsystem beein­träch­ti­gen kann – sei im Blut eines Kindes gefunden worden.

Aufnahme bereits über Nabelschnur

Frank Bartram, Vorsitzender des Deutschen Berufsverbands der Umweltmediziner: „Über die Nabelschnur und die Muttermilch nehmen bereits die Föten und Neugeborenen jene Schadstoffe auf, die sich zuvor im Körper der Mutter angesammelt haben. Kinder atmen, essen und trinken im Verhältnis zu ihrem Gewicht mehr als Erwachsene und stecken oft Gegenstände in den Mund. Deshalb sind Kinder überdurchschnittlich hoch mit Chemikalien belastet. Da sich ihr Stoffwechsel, ihr Immun- und ihr Nervensystem noch im Aufbau befinden, wirken sich die Schadstoffe besonders negativ auf die Gesundheit aus.“

Kleinkind
Schon Kleinkinder sind mit Schadstoffen belastet.

Vier Prozent der chemischen Stoffe auf Gesundheitsverträglichkeit getestet

Derzeit gebe es 100 000 chemische Substanzen auf dem europäischen Markt, von denen lediglich vier Prozent auf ihre Folgen für Gesundheit und Umwelt getestet worden seien. Gesundheitsschädliche Chemikalien seien unter anderem in Wickelunterlagen, Babyfläschchen oder Kinderspielzeug nachgewiesen worden.

Gerhard Timm, Geschäftsführer des BUND: „Es liegt in den Händen der EU-Parlamentarier, einen besseren Schutz vor gefährlichen Stoffen sicherzustellen. Sie stimmen in den nächsten Wochen über die neue Chemikalienreform REACH ab. Diese wurde seitens großer Industrieverbände bereits so weit abgeschwächt, dass sie in ihrer jetzigen Form die Gesundheit der Kinder nicht mehr ausreichend schützen wird. Wir fordern die deutschen Abgeordneten auf, REACH deutlich nachzubessern.“

Weitere Informationen des Bund für Umwelt und Naturschutz:
Website der Kampagne "BUND gegen Gift"
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Double Jay, 07.01.2007 19:00:10
WARUM werden alle diese alarmierenden Fakten von der Bevölkerung so teilnahms-LOS hingenommen? Hat jemand eine "befriedigende" und "befreiende" Antwort ?
Wer mit wachen Augen und Interesse den Zustand der nach- wachsenden Generationen verfolgt, kann nur noch Mitleid mit diesen "vergifteten" Generationen haben, die nun auch noch durch die "Gifts" der Mobilfunk-Industrie in ihren zentralen Funktions-Organen geschädigt werden. Vielleicht eine "Gnade" für diese Armen, daß sie nicht mehr realisieren können, was sie sich hier selbst antun und an- tun lassen.
Es gibt wohl kaum noch ernsthafte Zweifel an der Vorraus- sage, daß die Menschheit SICH SELBST in Gänze als Ver- suchs-"Kaninchen" zur Verfügung stellt.
Gibt es noch Wege, dies aufzuhalten oder gar umzudre- hen? JA ! Bitte melden:
info@dugi-ev.de
Deutsche Umwelt- und Gesundheits-INITIATIVE e.V.
Höchster Markt 5, 65929 Frankfurt a.M.
Nächste Veranstaltung:
11. Frankfurter Kolloquium "Umwelt und Gesundheit",
Samstag, 17. März 2007 in Frankfurt a.M.

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