Störfall in Schweden - vier Atomkraftwerke abgeschaltet

03.08.2006 - Quelle/Text: Sonstiges/Eigenes Material

Bei einem Stromausfall im AKW Forsmark versagte letzte Woche die Notstromversorgung. Zwanzig Minuten fiel die elektronische Überwachung des Reaktors aus.

Notstromversorgung versagte

Kühlturm
Dieser Störfall zeigt es wiedereinmal: Kernkraft ist ein sehr großes Sicherheitsrisiko

Greenpeace schätzt den Störfall in dem schwedischen Atomkraftwerk Forsmark als "schwerwiegend" ein und begrüßt das Vorgehen der Staatlichen Kernkraftinspektion in Schweden (SKI), die vier bauähnlichen Atomkraftwerke sofort vom Netz zu nehmen. Nach den Worten des früheren Forsmark-Direktors Lars-Olov Höglund sei es jedoch "reines Glück gewesen, dass es nicht zu einer Kernschmelze gekommen" und kein Unfall wie 1986 in Tschernobyl eingetreten sei. Diese Einschätzung wurde von Forsmark-Sicherheitschef Ingvar Berglund zurückgewiesen: "Es war zwar ein Unfall mit ernsten Risiken. Aber es ist völlig falsch, ihn zum ernstesten Zwischenfall seit Tschernobyl zu erklären".

Zwanzig Minuten Geisterbetrieb

"Das Atomkraftwerk ist durch den Störfall fast zwanzig Minuten lang im Geisterbetrieb gefahren, bis die Belegschaft den Betrieb des Kraftwerks manuell wieder in den Griff bekam", erklärt Heinz Smital, Atomexperte bei Greenpeace. Als Reaktion auf den Störfall wurde die Überprüfung der Notstromversorgung der deutschen Atomkraftwerke gefordert.

BMU: "sicherheitstechnisch ernstes Ereignis"

Das Bundesumweltministerium schätzt den Störfall als "sicherheitstechnisch ernstes Ereignis" ein, so ein Sprecher. Der Sachverhalt werde genau ermittelt um zu klären, ob die zugrunde liegenden sicherheitstechnischen Mängel auch in deutschen Atomkraftwerken vorliegen können.

Eingestellt von: Christoph Parnitzke

http://www.umweltschutz-news.de/123artikel1318.html